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Anfechtung der Vaterschaft - mit Anwalt?

| 30.10.2011 10:31 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Reinhard Otto


Mein Partner und ich waren in diesem Jahr 5 Jahre zusammen; es waren keine leichten Jahre, geprägt vor allem durch die Krankheit meines Partners, seinem Umgang damit und die psychischen Belastungen, die sich für mich ergaben.
So passierte es, dass ich im vergangenen Jahr einige Monate lang eine "Affäre" hatte. Der andere Mann und ich waren ineinander verliebt, dennoch entschied ich mich für meine langjährigen Partner und beendete die Affäre.

Als ich Wochen später erfuhr, dass ich schwanger bin, kam bei mir zu keiner Zeit der Gedanke auf, dass das Baby nicht von meinem Partner sein könnte und so bereiteten wir uns gemeinsam auf den neuen kleinen Menschen in unserem Leben vor.

Mein Partner erkannte vor der Geburt auch die Vaterschaft an und ich übertrug ihm das gemeinsame Sorgerecht.
Auch entschieden wir uns dfür, dass unser Baby seinen Familiennamen erhalten soll - der Gedanke einer späteren Heirat stand natürlich im Raum.

Als unser kleiner Sohn drei Monate alt war, hielt mir mein Partner plötzlich einen Vaterschaftstest vor die Augen, welcher belegte, dass er nicht der leibliche Vater ist. Für mich brach eine Welt zusammen!

Inzwischen sind wir getrennt. Mein Partner kann sich nicht dazu durchringen, dem Kleinen ein Vater zu sein, obwohl er in der Schwangerschaft, bei der Geburt und auch danach immer da war. Er sagt, er habe keine Gefühle mehr für ihn.

Wir können auch noch normal miteinander reden und überlegen nun, wie wir das Ganze "lösen" sollen.

Er möchte die Aberkennung der Vaterschaft. Auch wären wir bereit, gemeinsam einen Anwalt zu nehmen, da es in dem Sinne keine Streitfragen gibt. Wenn er die Aberkennung wünscht, werde ich mich zum Wohle des Kleinen nicht dagegen sträuben; ein Vater, der nichts mit ihm zu tun haben möchte und ihn strikt ablehnt - wenigstens das möchte ich meinem Sohn ersparen.

Wäre es ratsam einen gemeinsamen Anwalt zu beauftragen?
Oder wäre es ratsam, wenn ich einen eigenen Anwalt konsultiere und die Anfechtung von meiner Seite aus in Gang bringe, da er den Kleinen ablehnt?!

Auch denken wir darüber nach, dass er lediglich das Sorgerecht freiwillig abgibt, damit ich ihn nicht wegen jeder Unterschrift behelligen muss. Wäre das denkbar?

Werde ich bestraft, wenn die Anfechtung der Vaterschaft erfolgreich ist?

Was passiert mit dem Familiennamen meines Sohnes: Wird er meinen Namen erhalten bzw. kann man das beantragen?

Ich danke Ihnen.

Guten Morgen,

ich möchte Ihre Anfrage auf der Grundlage der von Ihnen mitgeteilten Informationen wie folgt beantworten:

Aufgrund des Anerkenntnisses der Vaterschaft ist Ihr Partner der rechtliche Vater des Kindes, vgl. § 1592 BGB.

Diese Vaterschaft bleibt bestehen, bis rechtskräftig festgestellt worden ist, dass Ihr Partner nicht der Vater des Kindes ist, vergleiche § 1599 BGB.

Die einzige Möglichkeit, die rechtliche Vaterschaft zu beseitigen, ist also eine Anfechtung in einem gerichtlichen Verfahren.

Irgendwelche privatrechtlichen Vereinbarungen, Aufgabe des Sorgerechtes o.ä., zwischen Ihnen und ihm haben keine rechtliche Wirkung.

Ihr Partner muss die Vaterschaft innerhalb von 2 Jahren gerichtlich anfechten, wobei diese Frist mit dem Zeitpunkt beginnt, in dem der Berechtigte von den Umständen erfährt, die gegen die Vaterschaft sprechen, nicht jedoch vor Geburt des Kindes, vgl. § 1600 b BGB.

Ob diese Fristen noch einzuhalten sind, kann ich aus Ihren bisherigen Angaben nicht entnehmen. Dies muss geprüft werden.


Es ist nicht möglich, einen gemeinsamen Anwalt zu nehmen, da Sie als Mutter des Kindes gesetzliche Vertreterin in dem anzustrebenden Verfahren sind, und der Anwalt hier in einen Interessenkonflikt gerät.


Sie selber können auch aktiv vorgehen und die Vaterschaft anfechten, da die Mutter nach § 1600 BGB auch zu den anfechtungsberechtigten Personen gehört.


Dass Sie sich strafbar gemacht hätten, kann ich nicht erkennen. Insoweit brauchen Sie keine Bedenken zu haben.


Die Frage des Namensrechts für das Kind nach erfolgter wirksamer Anfechtung der Vaterschaft ist in § 1617 b Abs. 2 BGB geregelt. Danach können Sie für das Kind beantragen, dass es Ihren Namen als Geburtsnamen erhält.


Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 30.10.2011 | 11:26

Ich danke Ihnen!

Können Sie mir sagen, was da in etwa an Kosten auf mich zukommen werden und ob Rechtsanwalts- und Gerichtskosten von der Rechtsschutzversicherung gezahlt werden?!

Mit freundlichem Gruß.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 30.10.2011 | 11:41

Der Streitwert einer Vaterschaftsanfechtung ist in der Regel 2.000.- €.

Mit Hilfe eines Prozesskostenrechners können Sie
die Kosten ermitteln.

Rechtsschutzversicherungen decken bei Familiensachen normalerweise nur eine Beratung ab. Näheres erfahren Sie bei Ihrer Versicherungsgesellschaft.

Mit freundlichen Grüßen

Bewertung des Fragestellers 30.10.2011 | 11:11

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

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Stellungnahme vom Anwalt:
FRAGESTELLER 30.10.2011 4,4/5,0
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