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Alleiniges Sorgerecht / Abordnung mit dem Ziel der Versetzung in entfernte Stadt

27.01.2014 12:39 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Zusammenfassung:

Zu einem Umzug bei alleinigem Sorgerecht.

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bin alleinerziehende Mutter eines 4-jährigen Kindes mit alleinigem Sorgerecht. Die Trennung erfolgte seinerseits während des ersten Schwangerschaftsdrittels. Der Kindsvater hat das gemeinsame Sorgerecht bisher nicht beantragt, auch wenn er dies schon seit 3 Jahren vor hat. Das Umgangsrecht funktionierte bisher ohne erwähnenswerte Probleme (alle 2 Wochenenden beim Kindsvater).
Nun habe ich die Möglichkeit, mich in meine Heimatstadt mit dem Ziel der Versetzung abordnen zu lassen (600 km Entfernung zum jetzigen Wohnort), was ich sehr gerne mit meinem Kind auch machen möchte, denn dort wohnt auch meine ganze Familie.

Jetzt stellen sich für mich einige Fragen.

Bin ich bei alleinigem Sorgerecht dazu verpflichtet, ihm vom anstehenden Umzug zu erzählen? Wenn ja, im welchen Zeitraum vorher und über welchen Kommunikationsweg wäre es sinnvoll dies zu tun.

Ich habe die Befürchtung, sobald ich dem Kindsvater von dem anstehenden Umzug erzähle, dass er sofort das gemeinsame Sorgerecht beantragen wird, um mich daran zu hindern, in meine Heimatstadt zurückzuziehen. Wenn er den Antrag gestellt hat und es noch kein endgültiges Ergebnis/Urteil existiert, darf ich dennoch umziehen?

Hat der Kindvater anderweitig Möglichkeiten, mein Vorhaben zu verhindern (z.B. einstweilige Verfügung o.ä)?

Ich möchte natürlich weiterhin, dass sich Kindsvater und Kind weiter sehen. Ich wäre bereit, meine Wohnung für den Umgang des Vaters mit dem Kind, bereitzustellen. Ich würde an den betreffenden Wochenenden in meiner Wohnung nicht anwesend sein, damit der Vater seinen Umgang in vollem Umfang nutzen kann. Bin ich dazu verpflichtet, mich an seinen Fahrtkosten zu beteiligen?

Ich würde es für das Kindeswohl nicht gut finden, wenn das Kind alle zwei Wochenenden freitags in meiner Heimatstadt vom Kindsvater abgeholt wird und 600 km in seine Wohnung gebracht werden würde. Und dann das ganze sonntags wieder zurück. Habe ich die Möglichkeit ihm das zu verwehren? Wenn er das Umgangsrecht stattdessen neben den üblichen Wochenenden in meiner Wohnung, in einem längeren Rahmen mal in seiner Wohnung ausüben möchte (heißt, gerne für eine ganze Woche bei ihm), hätte ich nichts dagegen. Bin ich dann verpflichtet ihm das Kind auch zu bringen/abholen?

Abschließend möchte ich noch erwähnen, dass der Kindsvater auch evtl. die Möglichkeit hat, sich von seinem jetzigen Dienstort/Wohnort an meinen zukünftigen Wohnort umsetzen zu lassen, da es dort auch eine Außenstelle seines Arbeitgebers gibt. Er hat mir aber mehrmals versichert, dass er seinen jetzigen Wohnort niemals verlassen würde.

Ich bitte um Antwort eines Fachanwaltes für Familienrecht.

Vielen Dank.

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegeben Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

1.
Nach Ihrer Schilderung gehe ich davon aus, dass Sie mit dem Kindesvater (KV) nicht verheiratet waren.

Solange nichts anderes geregelt ist haben Sie daher als Mutter das alleinige Sorgerecht (§ 1626a BGB ).

Sie können daher aus beruflichen Gründen mit dem Kind auch 600 km wegziehen.

2.
Schon im Hinblick auf das Umgangsrecht werden Sie nicht darum herumkommen, dem KV den Umzug mitzuteilen. Sie sollten dies vor dem Umzug tun, um dem KV keine Argumente für ein gemeinsames Sorgerecht zu liefern. Am besten sollten Sie die Mitteilung nachweisbar schriftlich machen.

Ohnehin wird vermutlich nach einem Umzug das Umgangsrecht wohl neu geregelt werden müssen. Ich habe Zweifel, ob es bei 600 km Entfernung weiter jedes 2. Wochenende möglich sein wird, auch mit Rücksicht auf das Kind.

3.
Wenn der KV Ihren Umzug zum Anlass nimmt, das gemeinsame Sorgerecht zu beantragen, können Sie ihn daran nicht hindern. Wenn Sie ihn mit dem geplanten Umzug vor vollendete Tatsachen stellen, könnte er ein Argument an die Hand bekommen, das für ein gemeinsames Sorgerecht sprechen könnte.

Ein Sorgerechtsantrag würde dem geplanten Umzug nicht entgegenstehen und nicht verhindern können.

Eine Anordnung eiener gemeinsamen elterliche Sorge durch einstweilige Anordnung ist nicht möglich.

4.
Die Kosten des Umgangs trägt immer der umgangsberechtigte Elternteil. Sie müssen sich daher an Fahrtkosten des KV nicht beteiligen.

Grundsätzlich ist der umgangsberechtigte Elternteil berechtigt, das Kind zu Umgangskontakten abzuholen. Der KV muss sich daher nicht darauf einlassen, den Umgang in Ihrer Wohnung auszuüben.

Wenn der Umgangkontakt in der Wohnung des KV stattfindet, muss der KV das Kind in Ihrer Wohnung abholen und zurückbringen.

Sie müssen das Kind nicht bringen und nicht abholen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Rechtsanwalt Moosmann

Rückfrage vom Fragesteller 27.01.2014 | 19:12

Vielen Dank für die schnelle und ausführliche Antwort.

Eine Nachfrage habe ich jedoch noch:

Bis jetzt habe ich lediglich die mündliche Zusage. Ich habe vor, den KV bei Eingang der schriftlichen Zusage über die Abordnung und dem daraus resultierenden Umzug in Kenntnis zu setzen. Reicht dies zeitlich aus? Ich weiß derzeit nämlich noch nicht, zu welchem Termin die Abordnung stattfinden wird.

Unter 3 schreiben Sie: "Wenn Sie ihn mit dem geplanten Umzug vor vollendete Tatsachen stellen, könnte er ein Argument an die Hand bekommen, das für ein gemeinsames Sorgerecht sprechen könnte." Wie meinen Sie das?

Vielen Dank, Sie haben mit sehr geholfen.

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 27.01.2014 | 19:38

Sehr geehrte Fragestellerin,

1.
Ja, das reicht aus.

2.
Der KV könnte Ihnen den Vorwurf machen, Sie hätten gegen das Kindeswohl gehandelt. Die Gerichte könnten dies negativ werten.

Nach § 1626a Abs. 2 BGB überträgt das Gericht auf Antrag die elterliche Sorge beiden Eltern gemeinsam, "wenn die Übertragung dem Kindeswohl nicht widerspricht".

Wenn Sie eine gemeinsame elterliche Sorge nicht wollen, müssen Sie Umstände vortragen, wonach eine gemeinsame elterliche Sorge dem Kindeswohl widerspricht.

Umgekehrt sollten Sie alles vermeiden, was Ihre Erziehungsfähigkeit in Frage stellen könnte.

Mit freundlichen Grüßen
Rechtsanwalt Moosmann

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