Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.015
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

grundsaetzlich Steuererklaerung bei selbststaendiger Arbeit?


18.11.2004 17:34 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht



Sehr geehrte Damen und Herren,

Mitte 2003 fing ich nach Studienabschluss ein Volontariat an, das so gering bezahlt war, dass von meinem Gehalt erst gar keine Einkommensteuer abgezogen wurde. Deshalb arbeitete ich gleichzeitig wenige Stunden pro Woche auf Honorarbasis fuer ein zweites Unternehmen. Trotzdem betrug mein Gesamteinkommen in dem Jahr nur ca. 7000 Euro; deshalb ging ich davon aus, keine Einkommensteuer fuer die selbststaendige Arbeit abfuehren zu muessen, und habe keine Steuererklaerung eingereicht. (Mehrwertsteuer hatte ich natuerlich nie berechnet.)

Vor wenigen Wochen bin ich nun ins Ausland gezogen. Unmittelbar vor meiner Abreise erhielt ich eine Erinnerung vom Finanzamt, meine Steuererklaerung fuer 2003 abzugeben. Am Telefon erklaerte mir der Sachbearbeiter, aufgrund meines geringen Einkommens braeuchte ich eigentlich keine Steuererklaerung abzugeben - es sei denn, ich haette selbststaendig gearbeitet -; das Finanzamt haette die Steuererklaerung lediglich zur Sicherheit haben wollen. Da ich nun jedoch im Ausland wohne, werde er meine Akte einfach loeschen.

Am Telefon war ich zu aufgeregt, um den Halbsatz bzgl. der selbststaendigen Arbeit ("es sei denn,...") voll zu registrieren. Im Nachhinein frage ich mich, ob ich vielleicht doch verpflichtet gewesen waere, eine Steuererklaerung abzugeben? Kann ich mit Schwierigkeiten rechnen, falls das Unternehmen, fuer das ich selbststaendig gearbeitet habe, ueberprueft wird und meine Akte beim Finanzamt nicht mehr existiert? Zudem habe ich seitdem zusammengerechnet, wie hoch mein Einkommen 2004 war; durch mehr Auftraege und eine Gehaltserhoehung habe ich dieses Jahr insgesamt mehr als das Doppelte verdient! Wie muss ich nun korrekt vorgehen, um eine neue Akte angelegt zu bekommen und die Steuererklaerung fuer 2004 (und ggf. 2003) einreichen zu koennen?

Ich bin v.a. etwas besorgt, da ich davon ausgehe, dass mich ggf. Mahnungen o.ae. hier nicht erreichen wuerden, und moechte deshalb auf Nummer Sicher gehen.

Vielen Dank im Voraus!
Sehr geehrter Ratsuchender,

sobald Sie Einkünfte aus selbständiger Arbeit erzielen, müssen Sie dies dem Finanzamt mitteilen und sich eine Steuernummer zuteilen lassen. Diese benötigen Sie - zsätzlich zu Ihrer schon vorhandenen für die Einkommensteuer - für die gesonderte Feststellung der Umsatzsteuerpflicht.

Ebenso müssen Sie grundsätzlich eine Steuererklärung abgeben, unabhängig von der Höhe Ihrer Einkünfte.

Was Ihr jetziges Vorgehen angeht, so besteht kein Anlass zur Panik. Reichen Sie einfach eine Steuererklärung für das betreffende Jahr ein, und zwar unter Verwendung Ihrer bisherigen Steuernummer.

Natürlich könnten Sie es "drauf ankommen lassen", denn für das FA ist ja offensichtlich alles erledigt, so dass Sie eigentlich nicht mehr mit weiteren Aufforderungen zur Abgabe einer Steuererklärung rechnen müssen.
Aber wie Sie selber befürchten, könnten die Zahlungen an Sie bei einer Steuerprüfung bei Ihrem Auftraggeber ans Tageslicht kommen, und dann sind Sie wegen Steuerhinterziehung dran.
Das vermeiden Sie, wenn Sie jetzt eine Steuererklärung abgeben, da Sie dann freiwillig auf den Boden der Steuerehrlichkeit zurückkehren. Diese Möglichkeit ist aber verwirkt, sobald das FA von sich aus darauf stößt.

Etwas düsterer sieht es bezüglich der nicht erhobenen und abgeführten Mehrwertsteuer aus. Möglicherweise schaffen Sie es - entsprechende Umsätze vorausgesetzt - nachträglich noch die Anerkennung als Kleinunternehmen zu erlangen.
Glückt dies nicht, so werden Sie die fällige MwSt. aus eigener Tasche bezahlen müssen.

Fazit: Melden Sie alles freiwillig und unverzüglich dem Finanzamt, dann kommen Sie ohne nennenswerte Schwierigkeiten aus der Sache heraus.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen weiterhelfen.

Mit freundlichen Grüßen

Thomas J. Lauer
Rechtsanwalt
FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60078 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Ausführlich, verständlich und klar geschrieben. Sehr zufrieden. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Herr RA Vasel erschien mir sehr kompetent, da er auch bei angedachtem weiteren Verfahren meines Steuerberaters fundierte Bedenken, gerade paradoxerweise bezüglich eventuell sich daraus ergebender steuerlicher Nachteile, hatte ... ...
FRAGESTELLER
3,2/5,0
Ohne Paragraphenangabe, alles pi x Daumen, man hätte zb § 850d ZPO oder sowas erwähnen können, Frage wurde obendrein unvollständig beantwortet aber Alles in Allem eine kleine Übersicht, musste im Endeffekt trotzdem alles Nachschlagen ... ...
FRAGESTELLER