Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Wohngemeinschaft, Mietanteile nicht an WG-Mitglied gezahlt, Eltern haftbar?

| 20.08.2015 15:25 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Beantwortet von


16:42

Zusammenfassung: Haftung des Bürgen im Falle einer Mietausfallbürgschaft

Sehr geehrte Damen und Herrn,

mein Sohn (24J) lebte bis vor zwei Monaten mit einem anderen Student in einer WG.
Der Mietvertrag wurde zum 30.Sept. gekündigt.
Beide WG-Mitglieder haben für den Mietvertrag unterschrieben und jeweils ein Elternteil musste damals für den Vermieter eine Bürgschaft übernehmen.
Die Miete wurde, bzw. wird, per Lastschrift vom Konto des Mitbewohners abgebucht und mein Sohn und dieser Mitbewohner hatten damals eine mündliche Vereinbarung getroffen, dass mein Sohn seinen Mietanteil dann jeweils zu Monatsanfang an den Mitbewohner überweist.

Leider hat der Mitbewohner meines Sohnes sich vor zwei Monaten an mich gewendet, da mein Sohn ohne mein Wissen in den letzten 18 Monaten sehr unzuverlässig war und seinen Mietanteil nicht regelmäßig oder vollständig an den Mitbewohner gezahlt hat, sodass dabei Schulden von mehr als 2000€ entstanden sind. Der Mitbewohner hat aus mir nicht bekannten Gründen sein Konto nicht regelmäßig überprüft, weil er meinem Sohn halt vertraut hat. Er kann jedoch anhand seiner Kontoauszüge die fehlenden Zahlungen meines Sohnes belegen und mein Sohn hat dies bestätigt, seinen "Mist" also zugegeben...
Die Miete wurde in dieser Zeit jedoch stets vom Konto des Mitbewohners abgebucht, sodass beim Vermieter keine Mietschulden entstanden sind.

Verständlicher-, und berechtigterweise möchte der junge Mann sein Geld zurück und hat sich damit an mich gewandt, da ich, so sagt er, ja als Bürge für die Schulden meines Sohnes quasi gerade stehen muss.
Ich selbst habe dann mit ihm vereinbart, dass er für die letzten drei Monate, die der Mietvertrag noch läuft, den Mietanteil meines Sohnes von mir überwiesen bekommt (setzt sich aus Unterhalt und Kindergeld zusammen, welches dann von mir anstatt an meinem Sohn an den Mitbewohner überwiesen wurde/ wird).
Weiterhin würde ich ihm für 5 Monate ab Oktober (solange bekommt mein Sohn noch Kindergeld) das Kindergeld überweisen und mein Sohn, der nun eine Ausbildung begonnen hat, würde ihm ab Oktober ebenfalls 125€ bezahlen. Dies habe ich mit meinem Sohn so abgesprochen und dem Mitbewohner diesen Vorschlag auch gemacht. Wir würden ihm sogar eine schriftliche Vereinbarung unterschreiben, damit er eine Sicherheit hat.

Allerdings will er sich nun partout nicht darauf einlassen, er sagt, er hat zu meinem Sohn keinerlei Vertrauen, was ich verstehe, er besteht darauf, dass das Geld nur von mir kommt und begründet das damit, dass ich schließlich als Bürge für meinem Sohn im Mietvertrag stehe.
Sogar mit Anzeige hat er mir und meinem Sohn gedroht und das er vor Gericht geht, wenn ich als Mutter ihm nicht unterschreibe, dass er das Geld von mir bekommt. Er meint, mein Sohn soll halt die Raten an mich zahlen und ich dann wiederum an ihn.
Natürlich möchte ich, dass der junge Mann sein Geld wieder bekommt. Nur bin ich absolut dagegen, dass ich jetzt anstelle meines Sohnes für dessen Mist haftbar gemacht werden soll.
Mein Sohn ist 24 Jahre, also voll geschäftsfähig, er verdient seit 1.8. eigenes Geld.
Außerdem bin ich der Meinung, dass ich nur vom Vermieter als Bürge belangt werden kann, wenn bei ihm Mietschulden entstanden wären, was ja nicht der Fall ist. Wie gesagt, gab es zwischen meinem Sohn und dem Mitbewohner nur eine mündliche Vereinbarung, was die Miete angeht.

Meine Frage ist nun:
Kann der Junge Mann tatsächlich rechtlich gegen mich vorgehen, weil ich im Mietvertrag als Bürge stehe, allerdings keinen Vertrag mit ihm habe?
Welche Rechte kann er überhaupt gegen mein Sohn geltend machen, wenn die beiden bezüglich der Überweisung des Mietanteils nur eine mündliche Abmachung haben? So traurig das ist, das mein Sohn sein Vertrauen ausgenutzt hat, hätte der Mitbewohner denn nicht selbst auch besser aufpassen müssen?
Und wie verhalte ich mich am besten in dieser Situation? Soll ich ihm eine Vereinbarung unterschreiben?


Ich bin mehr als Dankbar für eine gute Auskunft :-)

MfG
Kim


20.08.2015 | 16:27

Antwort

von


(276)
Hopfengartenweg 6
90451 Nürnberg
Tel: 091138433062
Web: http://www.frischhut-recht.de
E-Mail:

Sehr geehrte Fragestellerin,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

1.
Kann der Junge Mann tatsächlich rechtlich gegen mich vorgehen, weil ich im Mietvertrag als Bürge stehe, allerdings keinen Vertrag mit ihm habe?

Wenn Sie zu Gunsten Ihres Sohnes eine Mietausfallbürgschaft abgeschlossen haben, so haben Sie sich (nur) gegenüber dem Vermieter verpflichtet, für die Erfüllung der Verbindlichkeiten des Mieters einzustehen, § 765 BGB.

In rechtlicher Hinsicht besteht ein sog. vertragliches Dreiecksverhältnis zwischen Ihnen als Bürge, dem Gläubiger (Vermieter) und Schuldner (Ihr Sohn). Beim Bürgschaftsvertrag handelt es sich also um einen Vertrag zwischen Bürge und Gläubiger, der eine einseitig den Bürgen verpflichtende Wirkung hat. Damit übernimmt der Bürge die Haftung für die Verbindlichkeiten des Schuldners.

Ein Schuldverhältnis zwischen Bürgen und einem dritten Mitschuldner dürfte hingegen nicht bestehen, vorausgesetzt allein Ihr Sohn taucht als Schuldner in der Bürgschaft auf.

Der Mitbewohner Ihres Sohnes dürfte folglich keinerlei Ansprüche gegen Sie haben.

2.
Welche Rechte kann er überhaupt gegen mein Sohn geltend machen, wenn die beiden bezüglich der Überweisung des Mietanteils nur eine mündliche Abmachung haben?

Ihr Sohn und sein Mitbewohner sind gegenüber dem Vermieter sog. Gesamtschuldner. Beide haften demgemäß zu gleichen Teilen (voll) gegenüber dem Vermieter im sog. Außenverhältnis. Befriedigt nun einer der Gesamtschuldner die Forderung, so hat er im Innenverhältnis einen Ausgleichsanspruch gegen den anderen Teil, denn beide Gesamtschuldner sind gem. § 426 Abs. 1 S. 1 BGB untereinander zu gleichen Teilen verpflichtet, sofern nicht etwas anderes vereinbart ist. Einer zusätzlichen Abrede (ob mündlich oder schriftlich) bedarf es für diesen gesetzlichen Ausgleichsanpruch nicht.

Der Mitbewohner Ihres Sohnes dürfte daher einen durchsetzbaren Anspruch gegen Ihres Sohn haben.

3.
So traurig das ist, das mein Sohn sein Vertrauen ausgenutzt hat, hätte der Mitbewohner denn nicht selbst auch besser aufpassen müssen?

Nein. In rechtlicher Hinsicht hat dies keinerlei Auswirkungen auf den oben dargestellten Ausgleichsanspruch. Der Mitbewohner wird seines Ausgleichsanspruchs nicht dadurch verlustig, weil er es versäumt hat regelmäßig Zahlungseingänge auf seinem Konto zu prüfen.

4.
Und wie verhalte ich mich am besten in dieser Situation?

Der Mitbewohner Ihres Sohnes dürfte keine rechtliche Handhabe gegen Sie haben, wohl aber gegen Ihren Sohn. Im Falle eines Rechtsstreits entstünden freilich zusätzliche Anwalts- und Gerichtskosten zu Lasten Ihres Sohnes. Wenn Sie Ihren Sohn davor bewahren möchten, könnten Sie den Mitbewohner zu Meidung einer Klage auszahlen bzw. die Vereinbarung unterzeichnen. Sie selbst dürften hingegen keine rechtlichen Konsequenzen zu befürchten haben.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen. Bei weiteren Fragen oder wenn Sie bei diesem Fall anwaltliche Unterstützung benötigen sollten, stehe ich Ihnen selbstverständlich jederzeit gern zur Verfügung, da meine Kanzlei auf bundesweite Mandate ausgerichtet ist. Die von Ihnen entrichtete Beratungsgebühr würde im Falle einer Beauftragung vollständig angerechnet werden.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Mikio Frischhut

Nachfrage vom Fragesteller 20.08.2015 | 16:36

Herzlichen Dank schon mal für diese Antwort.

Also halten Sie es für sinnvoll, dass ich, wie vom Mitbewohner gefordert, die Zahlungen leiste (mein Sohn wiederum an mich)?

Das widerstrebt mir, da ich als Mutter nun mal der Meinung bin (auch wenn mein Sohn "erwachsen" ist, mein Sohn soll selbst eine Vereinbarung unterschreiben und seine Schulden an seinen ehemaligen Mitbewohner abzahlen. Sozusagen als Lerneffekt.

Ich bin ja bereit, wie erwähnt für 5 Monate das Kindergeld an den Mitbewohner zu überweisen, mehr aber auch nicht, wenn es sich vermeiden lässt.


Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 20.08.2015 | 16:42

Sehr geehrte Fragestellerin,

Ihre Nachfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Rein juristisch, besteht für Sie keinerlei Anlass für den Abschluss einer Vereinbarung oder die Vornahme irgend einer Zahlung an den Mitbewohner. Ihrem Sohn droht hingegen bei Zahlungsverweigerung eine Klage.

Es steht Ihnen daher völlig frei ob und wie Sie Ihrem Sohn in der Sache helfen.

Ich hoffe, Ihre Nachfrage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen.

Mit freundlichen Grüßen

Dipl.iur. Mikio A. Frischhut
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 20.08.2015 | 16:48

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"ielen Dank, Herr Frischhut.
In Anbetracht des für mich persönlich doch sehr vertrackten Sachverhalts haben Sie mir wirklich kompetent und sachlich geantwortet.
Ich bin nun in rechtlicher Hinsicht aufgeklärt und kann somit besser entscheiden, wie ich weiter vorgehe."
Stellungnahme vom Anwalt:
Mehr Bewertungen von Rechtsanwalt Mikio Frischhut »
BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 20.08.2015
5/5,0

ielen Dank, Herr Frischhut.
In Anbetracht des für mich persönlich doch sehr vertrackten Sachverhalts haben Sie mir wirklich kompetent und sachlich geantwortet.
Ich bin nun in rechtlicher Hinsicht aufgeklärt und kann somit besser entscheiden, wie ich weiter vorgehe.


ANTWORT VON

(276)

Hopfengartenweg 6
90451 Nürnberg
Tel: 091138433062
Web: http://www.frischhut-recht.de
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Miet und Pachtrecht, Arbeitsrecht, Vertragsrecht, Kaufrecht, Baurecht
Jetzt Frage stellen