Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Versicherungsbetrug/ Urkundenfälschung, welche Strafe?

3. Juni 2022 04:39 |
Preis: 50,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von


05:30

Meine Frage:
Person A schließt eine Versicherung ab, welche beim eintreffen einer schweren Krankheit in Zahlung tritt. Person A vereinbart eine Auszahlungsumme von 200.000€ sollte eine der vereinbarten Krankheiten eintreffen. Nun ist der Fall, dass bei Person A eine von den bestimmten Krankheiten eingetroffen ist, allerdings schon 2 Jahre vor Versicherungsabschluss. Person A nimmt die damaligen Arztbriefe und fälscht das Datum, mit einem aktuellen, sodass es aussieht das die Krankheit aktuell nach Versicherungsabschluss eingetroffen ist, um die Auszahlung von 200000€ zu erhalten.
Mit welcher Strafe hat Person A zu rechnen, sollte die Auszahlung stattfinden und es wird bemerkt? Oder mit welcher Strafe ist zu rechnen sollte die Auszahlung nicht stattfinden, da es bemerkt wurde?
Zudem ist Person A verschuldet und Glücksspielsüchtig und weiß deswegen keinen Ausweg. Person A befindet sich ebenso in Psychiatrischer Behandlung. Falls dies Strafmildernd sein sollte.
Vielen Dank

3. Juni 2022 | 05:12

Antwort

von


(436)
Gräfelfinger Str., 97a
81375 München
Tel: 089 1222189
Web: http://www.kanzlei-richter-muenchen.de
E-Mail:
Diesen Anwalt zum Festpreis auswählen Zum Festpreis auswählen

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

1. Straftatbestand §263 Abs. 1 und 3 Nr. 2 StGB

Der von Ihnen skizzierte Sachverhalt erfüllt den Tatbestand des Betruges in einem besonders schweren Fall.

(1) Wer in der Absicht, sich oder einem Dritten einen rechtswidrigen Vermögensvorteil zu verschaffen, das Vermögen eines anderen dadurch beschädigt, daß er durch Vorspiegelung falscher oder durch Entstellung oder Unterdrückung wahrer Tatsachen einen Irrtum erregt oder unterhält, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
(2) Der Versuch ist strafbar.
(3) In besonders schweren Fällen ist die Strafe Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren. Ein besonders schwerer Fall liegt in der Regel vor, wenn der Täter

2.
einen Vermögensverlust großen Ausmaßes herbeiführt.

(Ein Vermögensverlust großen Ausmaßes liegt nach überwiegender Auffassung bei einem Schaden vor, der größer/gleich 50 000 € ist).

2. Strafmaß
Als Strafe sieht das Gesetz eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren vor.
Sie sehen, dass der Richter ein großes Ermessen hat bei der Strafzumessung. Dabei werden alle strafmildernden Umstände wie Spielsucht, psychiatrische Behandlung etc. berücksichtigt.
Eine Prognose kann in diesem Rahmen nicht abgegeben werden.

3. Versuch
Sollte die Auszahlung nicht erfolgen, liegt dennoch eine Versuchsstrafbarkeit vor.
Beim Versuch fällt die Strafe zumeist milder aus, aber das liegt ebenfalls im Ermessen des Gerichts..

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rückfrage vom Fragesteller 3. Juni 2022 | 05:25

Vielen Dank für die ausführliche Antwort. Sollte der Vermögensverlust niedriger als 50.000€ sein Bsp. Versicherungssume auf 45.000€ ausgelegt, müsste doch das Strafmaß deutlich geringer ausfallen, da es nicht in besonderes schwerem Fall ist?
Vielen Dank

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 3. Juni 2022 | 05:30

Sehr geehrter Fragesteller,

Genau, ein besonders schwerer liegt dann nicht vor, sondern nur ein einfacher Betrug in Tateinheit mit Urkundenfälschung.

Der einfache Betrug wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

Bei den Stratbeständen in Tateinheit (also Betrug und Urkundenfälschung) werden die Strafmaße nicht addiert, sondern es kommt strafschärfen hinzu.

Beste Grüße.
RA Richter

ANTWORT VON

(436)

Gräfelfinger Str., 97a
81375 München
Tel: 089 1222189
Web: http://www.kanzlei-richter-muenchen.de
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Schadensersatzrecht, Strafrecht, Kaufrecht, Vertragsrecht, Medizinrecht, Arbeitsrecht, Medienrecht, Erbrecht, Verwaltungsrecht, Urheberrecht, Verkehrsrecht, Wirtschaftsrecht
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,7 von 5 Sternen
(basierend auf 96617 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Schnelle, ausführliche Antwort. Danke. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Alles prima. Gerne wieder ...
FRAGESTELLER
3,6/5,0
Zu schreiben mit einer anderen Antwort wäre ich auch nicht zufrieden gewesen finde ich unverschämt ...
FRAGESTELLER