Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.463
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Vermögensstreit


27.04.2007 15:02 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht



Vermögensauseinandersetzung nach Scheidung und Wiederheirat der Ex-Frau

1. Trennung im August 2000

Die von mir geschiedene Frau zog mit unseren 2 Kindern aus dem gemeinsamen Anwesen aus. Schreiben von RA dass die Scheidung beantragt würde. Danach gab es verschiedene Verhandlungen zwischen den Parteien bezüglich Unterhalt während der Trennungsphase bis zur Scheidung.


2. Erste Stundungen der Bankraten bei der DB April 2001- Juli 2001

Es kam zu weiteren finanziellen Problemen mit der DB, so dass eine Versteigerung des Anwesens in dem damaligen Zustand des Anwesens bevorstand.

3. Termin beim AG September 2001

- Ehegattentrennungsunterhalt -

Es wir festgehalten, dass kein Ehegattentrennungsunterhalt gezahlt werden kann, da ich die Baufinanzierungskosten weiter bediene und den KiUh für die beiden Kinder zahle.

Vermerk:
Es wurde in nicht vereinbart, dass dies grundsätzlich zeitlich über die gesamte Finanzierungsdauer gehen soll und als Ehegattenunterhalt später (ggf. auch nach der Scheidung) verrechnet werden soll !!!
Dies wäre absoluter Nonsens, da dass ein Freibrief für eine spätere Ehe für die von mir geschiedene Frau mit zusätzlichem Ehegattenunterhalt in Form von Eigentumsansparung durch mich wäre, welches ich über viele Jahre zahlen würde. Diese Annahme entbehrt jeglichem gesunden Menschenverstand!

4. Scheidung unserer Ehe im Januar 2002


08.03.2002 Abgetrennte Unterhaltsverhandlung

Bei der Verhandlung wurde bezüglich der finanziellen Verhältnisse Bezug genommen auf das Trennungsverfahren vom September 2001. Insbesondere wegen des Rechtskostenzuschusses für beide Parteien. Es wurde ein neuer Vergleich vereinbart, indem eindeutig festgelegt wurde, dass beide Parteien auf nachehelichen Unterhalt verzichten, auch im Falle der Not. Es wurden keine weitere Bedingungen über nachehelichen Ehegattenunterhalt bestimmt oder dass ich dafür nach der Scheidung die Hausfinanzierung unbeschränkt, anstelle von nachehelichem Ehegattenunterhalt übernehme, zumal in dieser Zeit wie oben schon erwähnt durch finanzielle Probleme die Zwangsversteigerung durch die Deutsche Bank Saar zu erwarten war.

5. Umfinanzierungsplanung des Anwesens (Notaranfrage)

Nach gemeinschaftlicher Vereinbarung gab es bereits im Februar 2002 eine gemeinschaftliche Vorsprache beim Notar zwecks Anfrage wegen Übertrag des Anwesens und Übertrag der alleinigen Haftung auf meinen Namen. Man teilte uns mit, dass dies nur mit Einverständnis der Deutschen Bank geht. Vorerst könne man da sonst nichts machen.


6. Umfinanzierung des Anwesens (Vorsprache bei DB)

Es lief wegen der finanziellen Engpässe durch die Trennung und Scheidung immer mehr auf eine Zwangsversteigerung durch die Deutsche Bank hinaus, was in dem damaligen Zustand des Anwesens höchstwahrscheinlich zu einem Verlustgeschäft für beide Parteien geführt hätte. Für den Fall, dass ich als Einkommensbezieher die Schulden hätte alleine übernehmen müssen, hätte dies ggf. Unterhaltsminderung beim nachehelichen Unterhalt bedeutet.
Ein Vorgespräch schon vor der Scheidung mit der von mir geschiedenen Frau führte dazu, dass sie bereit war mich als alleiniger Eigentümer zu akzeptieren, wenn ich die Finanzierung und Schulden alleine übernehme und sie komplett aus der Haftung befreie.

Um die von mir geschiedene Frau aus der Haftung des Darlehens zu entlasten sollte eine Umfinanzierung auf mich durch die Deutsche Bank Saar erfolgen. Die Deutsche Bank Saar stimmte dem allerdings nicht zu und wollte die von mir geschiedene Frau nicht aus der Haftung entlassen. Eine Umfinanzierung wurde abgelehnt. Wegen nach wie vor anstehender finanzieller Probleme als Folge der Trennung, hätte der Fortbestand der Finanzierung bei der Deutschen Bank in den Folgemonaten zwangsläufig zur Zwangsversteigerung geführt.

.
7. Suchen nach einer neuen Bank für eine Umfinanzierung

In persönlichen Gesprächen stimmte die von mir geschiedene Frau einer Übertragung des Anwesens zu, insofern ich alle Schulden, die auf dem Anwesen lasten, übernehme und sie aus der Haftung befreit wird. Um die von mir geschiedene Frau Gress nun aus der Haftung des Darlehens zu entlasten suchte ich in den folgenden Monaten verstärkt nach einer Bank. Eine Finanzberatung unterstütze mich dabei. Im Juli 2002 erhielt ich die Mitteilung, dass die HVB bereit sei das Darlehen auf meinen Namen umzuschulden und die von mir geschiedene Frau Gress aus der Haftung des Darlehens zu entlassen, wenn diese sich schriftlich verpflichtet, danach beim Notar die Übertragung zu vollziehen. Diese schriftliche Erklärung wurde von der von mir geschiedenen Frau im Juli 2002 unterschrieben und an die HVB übermittelt. Resultierend aus dieser schriftlichen Zusage wurde die gesamte Finanzierung bei der DB von der HVB abgelöst und die von mir geschiedene Frau aus der Haftung des Darlehens entlassen. Sie wirkte sowohl bei der Ablösung bei der DB, als auch bei der HVB mit!
Ich hatte somit meinen Teil der Vereinbarung erfüllt und sie war mit Bezug auf das Anwesen mit einem Schlag schuldenfrei.

Der Kaufpreis des Anwesens betrug gemäß Notarvertrag 178000,00 DM = 91009,95 €. Die Umfinanzierungssumme betrug 220030,87 DM = 112500,00 €.

HINWEIS !!!
Es wurden 42030,87 DM = 21490,04 € mehr umfinanziert als der Kaufpreis zu Beginn war. Gründe hierfür waren Überträge von verschiedenen Darlehen und Girokontoverschuldung auf dieses Darlehen im Jahre 1998, als die erste Folgefinanzierung bei der Deutschen Bank nach Ablauf der ersten Zinsfrist durchgeführt wurde.

8. Sonstige Übernahme von gemeinsamen Darlehen aus der gemeinsamen Ehezeit

Während der Trennungszeit und nach der Scheidung wurden von mir ebenfalls noch zusätzliche private Darlehen aus der gemeinsamen Ehezeit bei der Bank 1 Saar getilgt:
Darlehen 1: 5681,54 €
(nach Trennung bzw. Scheidung)
Darlehen 2: 9338,45 €
(nach Trennung bzw. Scheidung)

Die Summe beider Darlehen der Bank 1 Saar betrugen 15019,99 €

Der Ablösebetrag bei der DB für Umschuldung (Vergleich)
betrug 1500,00 €
Zusammen war die Belastung von den Darlehen Bank 1 Saar und der Ablösebetrag DB zur HVB insgesamt 16519,99 €


9. Planung von Notargang Ende 2003 wegen beruflicher Belastung

Von Mitte 2002 bis Ende 2003 war ich beruflich sehr stark eingespannt und schob den Notartermin vor mir her. Auf meinen Vorschlag zum getrennten Notargang wegen meiner beruflichen Belastung erhielt ich von der von mir geschiedenen Frau im September 2003 noch mal die Bestätigung (per email), dass dies kein Problem sei.

Die von mir geschiedene Frau war zu diesem Zeitpunkt wieder verheiratet. (2005 wieder geschieden)

Ich plante also den Notargang gegen Ende 2003, da dann die beruflichen Belastung abklingen würde.

Ohne ersichtlichen Grund erhielt ich im November 2003 eine Forderung zur Zahlung von 30000,00 € für die Unterschrift beim Notar oder die von mir geschiedene Frau würde die Versteigerung des Anwesens beantragen.


Zu diesem Zeitpunkt war die von mir geschiedene Frau wieder verheiratet!!!

Nachdem ich nicht bereit war diese Zahlung zu leisten, entgegen der schriftlichen Vereinbarung gegenüber mir und der HVB, beantragte sie die Versteigerung beim Amtsgericht St. Ingbert.
Da sie laut Rechtspflegerin vom AG ihren geforderten Vorschuss nicht zahlte, blieb die Sache beim AG liegen. Dies beruhte wohl darauf, dass sie hierfür keinen Rechtskostenzuschuss erhielt und selbst diesen Vorschuss wahrscheinlich nicht zahlen wollte.

Nachdem die von mir geschiedene Frau nicht zur Unterschrift, gemäß der Vereinbarung, bereit war, beauftragte ich meinen damaligen (ersten) Anwalt mit der Klage.



10. Termin beim Amtsgericht im August 2004

Es kam zunächst zu einer Verhandlung vor dem AG in St. Ingbert, welches aber sofort mitteilte, dass das AG für diesen Fall nicht zuständig sei. Warum der damalige Anwalt vor dem AG klagte, entzieht sich meiner Kenntnis. Einwirkungen und ausdrückliche Hinweise bezüglich anfallender Kosten von einem Prozess in diesem Umfang an die von mir geschiedene Frau, durch den Richter, brachten kein Ergebnis, so dass er abbrach und an das Landgericht Saarbrücken verwies.

11. Anwaltswechsel im März 2005

Nachdem der damalige RA nun unmittelbar nach dem AG Termin eine Rückabwicklung der Schulden vorschlug, bzw. einen Einstieg in die Versteigung den die von mir geschiedene Frau beantragte und das Verfahren beim LG Saarbrücken ohne meine Einwilligung zum Ruhen brachte, ohne dabei meinen Zinsschaden bei der HVB von über mehr als 10 Jahren zu berücksichtigen, war ich gezwungen den Anwalt zu wechseln.
Im März 2004 übergab ich einem anderen Anwalt den Fall. Nach Rücksprachen und verschiedenem Schriftverkehr mit der generischen Anwältin teilte er mir mit, dass die Gegenpartei nach wie vor nicht bereit sei gemäß der Vereinbarung beim Notar zu unterschreiben. Unmittelbar nach Ausarbeitung der Klagschrift für das LG in Saarbrücken verstarb dieser RA auf tragische Weise.

12. Anwaltswechsel im September 2005

Ich übergab den Fall zur weiteren Bearbeitung wiederrum an einen anderen Anwalt, welcher mir von einem Bekannten empfohlen wurde.

13. Haftung gegenüber der Bank

Ich bin seit Juli 2002 der allein haftende Darlehensnehmer für das umgeschuldete Darlehen.

14. Instandsetzungsarbeiten und Kosten seit Darlehensübernahme am Anwesen

Seit der Übernahme wurden von mir und meiner jetzigen Ehefrau in vielen hunderten von Stunden Arbeit das Anwesen in einen vernünftigen Zustand gebracht. Hierzu gehörten Verputzarbeiten, Renovierung, Geländerneukonstruktion und Fensterwechsel u.v.m. dazu. Weiterhin war eine komplett neue Umzäunung des Anwesens notwendig. Sämtliche notwendige Reparaturarbeiten wurden von mir ausgeführt. Die von mir geschiedene Frau hatte sich grundsätzlich nie an diesen Arbeiten bzw. Kosten beteiligt, obwohl diese Kosten von allen Eigentümern zu tragen sind.
Das Erkennen des neuen Zustandes von dem Anwesen bewog sie im November 2003 wohl zu Ihrem Handeln, weil sie sich als „Nochmiteigentümer“ einen Gewinn beim Verkauf erhofft, ohne Rücksicht darauf, welcher Schaden mir aus ihrem treuwidrigem Verhalten entstehen wird.

15. Resume

Hätte die von mir geschiedene Frau gleich zu Beginn die Forderungen gestellt, so wäre eine Zwangsversteigerung des Anwesens durch die Deutschen Bank die Folge gewesen.
Ich hätte niemals eine Geldforderung erfüllen und auch nicht akzeptieren können. Es hätte keine Umschuldung gegeben und keine Haftungsentlassung von ihr. Beide Parteien hätten zu gleichen Anteilen Verluste tragen müssen. Sämtliche Arbeiten und damit verbundene Kosten und Arbeiten an dem Anwesen wären damit auch nicht angefallen.
Sie hätte zwar bei der Scheidung auf Ehegattenunterhalt bestehen können, aber den Verlust aus der dann evtl. resultierenden Zwangsversteigerung zuzüglich Zinsschaden (6 Jahre Restlaufzeit der Finanzierung) bei der Deutschen Bank Saar hätten sehr wahrscheinlich nur mich belastet. Somit wäre Ehegattenunterhalt bis zur Begleichung all dieser Verpflichtungen nicht angefallen.
Ab August 2003 wäre ggf. der nacheheliche Ehegattenunterhalt sowieso wegen ihrer Heirat entfallen und ggf. hätte ich ab dieser Zeit dann Forderungen über die hälftigen Verbindlichkeiten stellen können, wäre die Zwangsversteigerung durch die Deutsche Bank Saar eingetreten. Dies hätte auch die beiden privaten Restdarlehen der Bank1 Saar betroffen, weil auch da beide geschiedenen Parteien die Haftung übernommen hatten.

Eine Auflösung des Darlehens oder Versteigerung würde zu einem sehr hohen Zinsschaden für mich bei der HVB führen, den ich nur dadurch erleiden würde, weil die von mir geschiedene Frau ihre Vereinbarung nicht mehr einhalten will. Derzeit beliefe sich der Zinsschaden gem. der vom BGH geforderten Abzinsungstechnik auf insgesamt ca. 15000,00 € .



16. Klageänderung Nov. 2004 von meinem neuen,
dritten Anwalt

Wegen des treuwidrigen Verhaltens der von mir geschiedenen Frau Gress wurde Klageantrag über meinen Anwalt auf Gesamtschuldnerausgleich gestellt, weil man, wie ich nun auch weiss die notarielle Unterschrift, trotz ihrer schriftlichen Zusage für mich und die Bank, nicht oder nur sehr schwer erwirken kann!

Die Klage auf Gesamtschuldnerausgleich wurde vom LG am 21.02.1006 abgewiesen!!!

Gründe dazu waren, dass sie ja eigentlich Anspruch auf Ehegattenunterhalt gehabt hätte und im Trennungsvergleich wäre die Zahlung der Hausraten auch unterhaltsmindert berücksichtigt worden. Es wurde von der Richterin am LG „konkludent“ angenommen, dass dies nach der Scheidung weiterhin gilt, obwohl bei der Scheidung, wie oben schon erwähnt, Unterhaltsverzicht vereinbart wurde, auch für den Fall der Not. Bereits bei dieser Verhandlung war sie nach mir wieder verheiratet und schon wieder geschieden, was die Richterin noch nicht einmal in ihrer Klageabweisung erwähnte. Mein Anwalt hatte allerdings auch nicht explizit darauf hingewiesen.

Empfehlung meines Anwaltes noch am Tag des Urteils:
Beim OLG in die Berufung zu gehen!

Gründe dazu waren, dass sie ja eigentlich keinen Anspruch auf Ehegattenunterhalt gehabt hätte und der Trennungsvergleich nicht automatisch für den nachehelichen Unterhalt gilt und schon gar nicht wenn sie wieder verheiratet ist. Mittlerweile ist sie sogar nach mir zum 2. mal wieder verheiratet und immer noch Miteigentümer.


Berufungsverhandlung beim OLG am 24. April 2007!

Grundsätzlich stellte man beim OLG fest, dass der Anspruch auf Gesamtschuldnerausgleich besteht. Man empfahl mir allerdings eine Ablösesumme von 10000,00 € an sie zu zahlen, dass sie beim Notar unterschreibt und die Eigentumsübertragung vollzogen werden kann. Da ich derzeit nicht zahlen kann, schlug man mir seitens des Gerichtes sogar vor nach Ablauf der Finanzierung erst zu zahlen, was bedeuten würde, dass in dem Jahr in dem ich erstmals Rente beziehe diesen Betrag zahlen müsste. Also zum Start der Rente nicht nur ihren Versorgungsausgleichsbetrag in Höhe von ca. 200,00 € zahlen müsste, sondern vielleicht auch noch ein Darlehen von monatlich 200,00 € über mindestens 6 Jahre lang, d.h. von meiner Rente gehen gleich schon mal 400,00 € ab. Dies zu akzeptieren fällt mir schwer, da ich dann selbst wohl schon in Richtung Sozialhilfeniveau abfalle würde. Wenn mir dann was passiert, träfe es meine Ehefrau, die dann nicht zahlen könnte, ein minderjähriges Kind erziehen müsste und das Haus wäre wegen dieser 10000,00 € weg.

Was mich allerdings mehr erschreckt, ist, dass sogar mein Anwalt, welcher nun über 2 Jahre den Gesamtschuldnerausgleich in zwei Gerichtsverhandlungen betrieben hatte und das Ziel verfolgte, einen richterlichen Titel zu erhalten, damit sie ihre Hälfte als von mir geschiedener und wiederverheirateter Eigentümer zahlen muss. Würde sie das nicht tun, dann könnte in ihr Eigentum gepfändet werden. Genau das war bis zur Berufungsverhandlung die von meinem Anwalt vorgeschlagene Strategie. Ich verließ mich auf diesen Rat.
Das Angebot zur Zahlung von von 10000,00 € hätte ich ihr auch aussergerichtlich machen können ohne dass dazu eine Verhandlung beim LG und beim OLG notwendig gewesen wäre und ich hätte mir wohl diese Rechtskosten ersparen können!

Wenn ich nämlich jetzt diesen Vergleich eingehe stehen die Kosten für die beiden Verhandlungen für mich an und die belaufen sich summiert noch mal auf ca. 8000,00 € !

Ich habe derzeit eine Parallele zu meinem ersten Anwalt, auch der hatte eine klare Klagestrategie und am Tag der Verhandlung überlegte er sich wieder anders.

Kann ich eigentlich von einem Anwalt nicht erwarten, dass er für mich das beste Ergebnis erzielt. Es kann doch nicht sein, dass 2 Jahre der Gesamtschuldnerausgleich das optimale Ziel war und nun innerhalb von Minuten vom Tisch kommt.

Auf mich würde eine Belastung von 10000,00 € zuzüglich Zinsen über 10 Jahre und LG + OLG Kosten in Höhe von ca. 8000,00 € zukommen. Der Schaden dürfte sich wohl weit über 20000,00 € belaufen.

Auf Rückfrage bei meinem Anwalt wegen der Rechtskosten, erhielt ich die Mitteilung, dass man der ersten Anwalt dafür in Schadensersatz nehmen sollte. (Weil dieser auch wegen der seiner 2004 eingereichten falschen Klage vor dem falschen Gericht (AG) nun eine Klage von 2650,00 € gegen mich eingereicht hatte)

Den Vorschlag finde ich natürlich besonder „gut“, weil hier noch mal bestimmt 10000,00 € hinzu kommen und nichts anderes als ein Vergleich am Ende raus kommt, bei dem ich wiederrum meinen Anwalt zu den schon vorhandenen Gerichtskosten + neue Gerichtskosten bezahlen darf, vorrausgesetzt ich verliere nicht, dann wird’s noch mehr.

Gibt es denn überhaupt noch Anwälte, denen man Vertrauen kann und was kann ich jetzt in dieser Lage von meinem Anwalt erwarten. Für beide Alternativen würde ich erwarten, dass er mir eine klare Kostenauflistung der Ergebnisse vorlegen kann und was es an Risiko abzuschätzen gibt. Vor dem Hintergrund, dass er auch Steuerberater ist, sollte dies kein Problem sein. Ein Vergleich scheint aber wohl für ihn, wie auch für die Richter die angenehmste Lösung zu sein, denn schliesslich hat er ja Anspruch auf Zahlung nach Brago und ich kann sehen wo ich mit meiner heutigen Familie bleibe, wenn auch die Kosten für die beiden Gerichtsverhandlungen dazu kommen.

Leider konnte der gesamte Vorgang nicht kürzer dargelegt werden, sonst könnte man ihn nicht bewerten.


Ich brauche einfach nur mal eine ehrliche Auskunft was ich in meiner Situation machen sollte.


Vielen Dank!!!

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrter Fragesteller,

grundsätzlich muß man zwischen einem Anspruch auf Zugewinn und der Auseindandersetzung der Miteigentümerstellung unterscheiden. Nach Ihren Angaben handelte es sich um das gemeinsame Anwesen, Sie sind also gemeinsam mit Ihrer Frau Miteigentümer. Eine Verpflichtung zur Übertragung des Eigetums an einem Grundstück ist formbedürftig. Diese Form wurde im Zeitpunkt der Haftungsentlassung Ihrer Frau nicht beachtet. Als Miteigentümerin konnte Ihre geschiedene Frau auch tatsächlich die Teilungsversteigerung beantragen.

Der Gesamtschuldnerausgleich nach § 426 BGB würde voraussetzen, dass eine Gesamtschuld besteht. Nach Ihrer alleinigen Schuldübernahme sind aber Sie alleiniger Schuldner. Insoweit ist die Argumentation des Gerichtes nachvollziehbar, weil dieses offenbar auf den Zeitpunkt vor der Umschreibung des Darlehens abstellt.

Es ist ohne Kenntnis der Schriftsätze des Kollegen nicht möglich die Anspruchsgrundlage zu prüfen. Tatsächlich sieht es aber wohl so aus, dass Ihnen bzw. Ihrem Anwalt keine andere Möglichkeit blieb, als zu versuchen, den durch Sie bezahlten Schuldanteil Ihrer Ehefrau einzuklagen, weil Sie anteilig eine fremde Schuld getilgt haben.

Der "Fehler" in dieser ganzen Angelegenheit lag darin, die Übertragung des Miteigentumsanteils nicht in der vorgeschriebenen notariellen Form beurkunden zu lassen. Der Versuch über die für die Übertragung unzureichende Erklärung einen Gesamtschuldnerausgleich (wohl im Wege des SchE oder nur analog) zu erreichen ist grds. kein Weg mit einem geringen Prozessrisiko, allerdings kann ich hierzu ohne die komplette Verfahrensakte nichts sagen. Es kommt sozusagen auf jedes Detail an. Da das OLG aber nach Ihrer Schilderung einen Gesamtschuldnerausgleich bestätigte, war das Vorgehen Ihres Anwaltes wohl richtig.

Es ist nun zu errechnen, ob bei Durchführung dieses Gesamtschuldnerausgleiches ein Betrag erzielt wird, welcher sich günstiger darstellt als das Vergleichsangebot des Gerichts. Die Verfahrenskosten sind hierbei natürlich zu berücksichtigen.

Es könnte sein, dass der Ausgleichsbetrag wenig ist, als der Miteigentumsanteil abzüglich des vorgeschlagenen Vergleichsbetrages. Dann wäre das Vergleichsangebot günstig, weil Sie den Miteigentumsanteil dann sozusagen unter Wert erhalten.

Nur für den Fall, dass von Anfang an klar war, dass das erste Angebot Ihrer geschiedenen Ehefrau zur Leistung der Unterschrift günstiger gewesen wäre, als der Gesamtschuldnerausgleich, könnte eine unvollständige oder fehlerhafte Beratung des/der Anwälte in Betracht kommmen.

Bei Streitigkeiten dieser Art können Sie sich an die Rechtsanwaltskammer wenden.

Aus Ihrer Schilderung heraus ist kein Anwaltsfehler erkennbar.

Ich hoffe meine Antwort kann Ihnen zu einer ersten Orientierung dienen. Sie ersetzt nicht die persönliche Beratung durch einen Rechtsanwalt, weil bei Überprüfung des Sachverhaltes, insbesondere anhand der zu prüfenden Unterlagen sich Umstände ergeben, können die zu einer abweichenden Beurteilung führen.


Mit freundlichen Grüssen

Oliver Martin
Rechtsanwalt


Nachfrage vom Fragesteller 27.04.2007 | 17:36

Hallo,
nach Auskunft meiner Bank wäre die schriftliche Vereinbarung von meiner Ex-Frau für die Übertragung der Darlehen und deren Haftung in sachrechtlicher Form nicht anzufechten, diese Vereinbarung würde aber eine schuldrechtliche Form darstellen, aus der ich, bei Nichteinhaltung Schadensersatz ableiten könnte.

Ist das richtig ?

und macht es überhaupt Sinn gegen die Klage meines damaligen Scheidungsanwaltes Widerklage einzulegen (was mein jetziger Anwalt schon getan hat), weil dieser, so wie es sich jetzt darstellt, bei der Scheidung versäumt hatte, einen Gesamtschuldnerausgleich durchzuführen, bzw. zu veranlassen? Dass dies erforderlich gewesen wäre, um hinterher Ärger zu ersparen hätte er mir doch zumindest auch mitteilen müssen.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 29.04.2007 | 14:28

Sehr geehrter Fragesteller,

wenn eine Vereinbarung nicht der gesetzlichen Form entspricht, aber trotzdem eine Schadenerstzpflicht begründen würde, wäre faktisch die Formvorschrift ausgehebelt. Deshalb kann sich ein Schadenersatzanspruch nur aus anderen Teilen der Erklärung ergeben.

Die Frage, ob Ihr erster Anwalt sich schadenersatzpflichtig gemacht hat, hängt nicht zuletzt von dessen Mandatierungsumfang ab. Wenn er lediglich die Scheidung mit Folgesachen abzuwickeln hatte, war die Auseinandersetzung wohl nicht Gegenstand seines Mandates. Die Beantwortung Ihrer Frage setzt Kenntnis der vollständigen Korrespondez voraus. Ein augenscheinlicher Beratungsfehler kann aus Ihren Schilderungen nicht entnommen werden.

Ihre Angelegenheit ist ohne exakte Kenntnis des gesamten Sachverhaltes nicht eindeutig zu beantworten. Gerade wenn eine Widerklage zu erheben ist, muss der zuständige Kollege alle Unterlagen eingehend prüfen. Da dies nach Ihrer Schilderung bereits geschehen ist, und auch Widerklage eingelegt wurde, hat der Kollege vermutlich einen Ansatzpunkt für eine anwaltliche Fehlleistung gefunden, die auch beweisbar ist. Aus Ihrer Schilderung kann dieser Angriffspunkt nicht klar entnommen werden, die Frage der Beweisbarkeit kann überhaupt nicht beantwortet werden.

Mit freundlichen Grüssen

Oliver Martin
Rechtsanwalt

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60176 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Kompetent und verständlich besten Dank ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Besten Dank!!! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Vielen herzlichen Dank für die ausführliche Beantwortung meiner Frage! ...
FRAGESTELLER