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Vaterschaft im Nachhinwein aberkennen


11.02.2006 17:38 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Stefan Steininger



Hallo!

Ich bin daran interessiert, als Kind eines Vaters, die Vaterschaft, rein rechtlich für die Zukunft zu lösen.
Ich möchte damit bezwecken, dass erbliche, pflegerische und weitere ggf. nötige Verpflichtungen gegenseitig damit geklärt sind.

Hintergrund:

Mein Vater hat sich nie um mich bemüht,
in grossen Teilen auch nie für mich bezahlt, wärend ich bei meiner Mutter lebte.
Auch die Kontaktsuche vor einiger Zeit (unter 18) war nicht von Erfolg gekrönt.


Nun meine Frage:

Gibt es hier eine Möglichkeit?
Und wenn ja mit welchem Administrativen- und Kostenaufwand muss man hier rechnen?

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Sehr geehrte Fragestellerin,
sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage, diese möchte ich an Hand Ihrer Angaben wie folgt beantworten:

Zunächst ist die Frage, ob Ihr „rechtlicher“ Vater auch der biologische ist.

Wenn dem nicht der Fall sein sollte, käme eine Anfechtung der Vaterschaft (auch durch Sie als Kind) in Betracht. Diese ist durch Klage innerhalb von 2 Jahren ab Kenntnis der Unstände, bei Kindern erst ab Volljährigkeit, zu erheben.

Ist dem aber nicht der Fall, haben Sie leider keine große Chance, jetzt bereits etwas zu klären, denn leider gilt auch für Sie § 1601 BGB:

Verwandte in gerader Linie sind verpflichtet, einander Unterhalt zu gewähren.

Danach wären Sie Ihrem leiblichen Vater – vorausgesetzt die weiteren gesetzlichen Voraussetzungen sind erfüllt – zum Unterhalt verpflichtet. Auch die sonstigen Verpflichtungen bleiben bestehen.

Eine Erbausschlagung können Sie zum jetzigen Zeitpunkt nicht wirksam abgeben, vgl. § 1946 BGB.

Es bleibt Ihnen dann nur im konkreten Fall die Möglichkeit, eigenes Erbe auszuschlagen. Weiterhin sollten Sie – wenn relevant – den Vater testamentarisch enterben. U. U. kommt in engen Grenzen eine Erbunwürdigkeit in Betracht, so dass nicht einmal der Pflichtteil vererbet werden wird. Dies wäre aber genauer auf tatsächlicher Ebene zu prüfen. Allerdings sind die Hürden hier relativ hoch.

Auch beim evtl. Unterhalt kommt § 1611 BGB in Betracht:

" [...] hat er seine eigene Unterhaltspflicht gegenüber dem Unterhaltspflichtigen gröblich vernachlässigt oder sich vorsätzlich einer schweren Verfehlung gegen den Unterhaltspflichtigen oder einen nahen Angehörigen des Unterhaltspflichtigen schuldig gemacht, so braucht der Verpflichtete nur einen Beitrag zum Unterhalt in der Höhe zu leisten, die der Billigkeit entspricht. Die Verpflichtung fällt ganz weg, wenn die Inanspruchnahme des Verpflichteten grob unbillig wäre. "

Ob dies in Ihrem Fall ausreichen wird, ist ebenfalls Tatfrage und kann hier nicht abschlie0ßend beantwortet werden.

Gröbliche Vernachlässigung könnte grundsätzlich in Betracht kommen. Ansonsten ist Unterhalt nicht vom Wohlverhalten des Berechtigten abhängig (OLG Ffm FamRZ 1993, 1241), mit Ausnahme schwerer Verfehlungen. Hier sind z.B. tiefe Kränkungen, tätliche Angriffe, Bedrohungen, Prozessbetrug zu nennen.

Momentan sehe ich aber keine konkrete Handlungsmöglichkeit.

Ich hoffe, Ihre Frage umfassend und zu Ihrer Zufriedenheit beantwortet zu haben. Für das entgegengebrachte Vertrauen bedanke ich mich recht herzlich. Für Rückfragen stehe ich gerne zur Verfügung.


Mit freundlichen Grüßen


Stefan Steininger
Rechtsanwalt

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