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Kann leiblicher Vater die Vaterschaft anfechten?

8. September 2022 20:50 |
Preis: 30,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von


08:20

Hallo,
und zwar hätte ich zu folgender Sache eine Frage:

Ich bin seit 10 Jahren verheiratet und wir haben ein gemeinsames Kind.
Nun hatte ich mich letztes Jahr November von meinem Ehemann getrennt. Ich habe jemanden kennengelernt und bin schwanger geworden von diesem Mann,aber mit ihm nicht zusammen.

Nun bin ich seit 2 Monaten wieder mit meinem Ehemann zusammen,wir leben als Familie mit unserem Sohn wieder zusammen und wir haben auch nicht vor uns scheiden zu lassen oder ähnliches.
Inzwischen bin ich im 8.Monat schwanger mit dem 2.Kind und bei der Geburt wäre mein Mann rechtlich gesehen ja der Vater und würde automatisch als Vater eingetragen werden und auch das Sorgerecht bekommen.
Er möchte sich auch um das Kind kümmern,Verantwortung übernehmen und möchte die Vaterschaft auch nicht anfechten.

Nun wäre meine Frage,ob der leibliche Vater des Kindes,die Möglichkeit hat die Vaterschaft gerichtlich anzufechten oder ob das eher ausgeschlossen ist?

( Da im Internet folgendes zu finden ist: Das Anfechtungsrecht des biologischen Vaters besteht gemäß § 1600 Abs. 2 BGB jedoch nicht, wenn eine sozial-familiäre Beziehung des Kindes zum rechtlichen Vater besteht (BGH 06.12.2006 - XII ZR 164/04). Dieser Ausschluss des Anfechtungsrechts ist verfassungsgemäß (BVerfG 13.10.2008 - 1 BvR 1548/03).

Gemäß § 1600 Abs. 4 BGB besteht eine sozial-familiäre Beziehung, wenn der (rechtliche) Vater für das Kind tatsächliche Verantwortung trägt. Eine Übernahme tatsächlicher Verantwortung liegt danach in der Regel vor, wenn der Vater mit der Mutter des Kindes verheiratet ist oder mit dem Kind längere Zeit in häuslicher Gemeinschaft zusammengelebt hat.)

Vielen Dank im Voraus.

8. September 2022 | 21:34

Antwort

von


(839)
Stedinger Str. 39a
27753 Delmenhorst
Tel: 04221-983945
Web: http://www.drseiter.de
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Von einer Bindung des Kindes kann erst ausgegangen werden, wenn das Kind älter ist, Fechtet der Vater im Babyalter an, wird dem Antrag wohl mangels Bindung stattgegeben werden.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwältin Dr. Corina Seiter
Fachanwältin für Familienrecht, Fachanwältin für Strafrecht

Rückfrage vom Fragesteller 9. September 2022 | 07:30

Hallo,
vielen Dank für Ihre Antwort.
Wieso steht denn überall u.a. im BGB,das es alleine schon ausreicht von einer sozial-familiären Bindung auszugehen,wenn die Mutter und der rechtliche Vater verheiratet sind?
Demnach dürfte es doch eigentlich schwer bis unmöglich sein,das der biologische Vater die Vaterschaft anfechten kann?

"Die seit 2004 bestehende Gesetzeslage sorgt dafür, dass Vaterschaftsanfechtungen leiblicher Väter selten Erfolg haben.
Ihnen obliegt es darzulegen und zu beweisen, dass zwischen ihrem Kind und dem rechtlichen Vater keine sozial-familiäre Bindung besteht (§ 1600 BGB).

Mit sozial-familiärer Bindung ist gemeint, dass der soziale Vater für das Kind tatsächlich Verantwortung trägt und sich wirklich um das Kind kümmert. Eine reine Zahlvaterschaft genügt nicht.

Das Gesetz vermutet diese Verantwortung allerdings schon dann, wenn der rechtliche Vater mit der Mutter des Kindes verheiratet ist.
(BGH, Beschluss v. 18.10.2017, XI ZB 525/16)"

MfG

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 9. September 2022 | 08:20

Bei allen Belangen wird auf das Kindeswohl geachtet - das wird bei einem Säugling schwerer festzustellen sein als bei einem älteren Kind. Grundsätzlich ist natürlich es eher dem Kindeswohle dienlich, wenn das Kind von Baby auf bei dem rechtlichen Vater aufwächst. Dies wird man sicher nicht mehr am Ende der 2-Jahresfrist anfechten können, bei einem Baby kommt es darauf an, wie sich der Biologosche Vater kümmern kann und auch will, d.h. Was er für ein Konzept hat, sich um das Kind zu sorgen und eine Bindung aufzubauen. Sicher gibt es den Beschluss des BGH aber a) steht im Internet viel Blödsinn und n) ist jeder (!) Fall individuell zu betrachten. Es wird bei jeder Familie auf den Einzelfall abgestellt.

Also eine 100tige Sicherheit kann Ihnen keiner geben, dass der biologische Vater nicht doch eine Rolle spielen will und wird. Daher sollten Sie sich einigen, ein Umgangskonzept aufstellen und. Alle 3 für das Kind da sein.

ANTWORT VON

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