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Unterschlagung und Betrug

29.08.2010 22:01 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Ja was soll ich sagen.
lebe getrennt und bin in total finanzielle Schwierigkeiten geraten durch nicht Zahlung meines Ex Mannes. Habe dann im Zeitraum von Oktober 2009 bis Februar 2010 meinem Arbeitgeber Geld unterschlagen. Vielleicht 25000 Euro. Er kündigte mich Ende Februar 2009 aber aus ganz anderen Gründen. Ich weiss nicht ob er überhaupt Anzeige erstattet hat oder nicht. Ich habe keine Ahnung. Ich habe jedenfalls seit Februar 09 weder von ihm noch von der Polizei etwas gehört.

Aber Angst habe ich trotzdem. Muss dazu sagen ich bin schwer depressiv und auch in Behandlung, so das ich mir über die Konsequenzen gar keine Gedanken gemacht habe. Bedingt schuldfähig? ich habe die verkaufte Ware nicht eingebongt sondern eben das Geld behalten. Keine grosse Firma. Bin nicht vorbestraft. was kann mir passieren? Hätte ich nach 7 Monaten dann schon etwas hören sollen? Strafmass??

Sehr geehrter Fragensteller,

nach Ihrer kurzen Schilderung könnten Sie sich entweder des Diebstahls nach § 242 StGB oder der Unterschlagung nach § 246 StGB strafbar gemacht haben. Welche der beiden Taten letztendlich begangen wurde, hängt von den genaueren Umständen ab und müsste im Falle eines Strafverfahrens am konkreten Fall geprüft werden. Der Strafrahmen der Unterschlagung reicht von Geldstrafe bis 3 Jahre Haft, der des Diebstahls von Geldstrafe bis 5 Jahre Haft.

Ist Ihnen ein besonders schwerer Fall des Diebstahls nach § 243 StGB vorzuwerfen - etwa weil Sie aufgrund einer gewissen Regelmäßigkeit sowie der Schadenshöhe gewerbsmäßig gehandelt haben könnten (§ 243 Abs. 1 S. 2 Nr.3 StGB) - reicht der Strafrahmen von 3 Monaten bis zu 10 Jahre Haft.

Da Sie nicht vorbestraft sind, hätten Sie grundsätzlich mit einer Strafe im jeweils unteren Bereich der vorgenannten Strafrahmen zu rechnen. In Ihrem Fall kommt jedoch strafschärfend hinzu, dass der Schaden von 25.000,- EUR recht hoch ist. Das zu erwartende Strafmaß hängt aber auch von mehreren Faktoren ab: Umstände der Tatbegehung, Schadenshöhe, Ihr Verhalten gegenüber den Ermittlungsbehörden sowie dem Gericht, Ihre Geständigkeit und Kooperation, Ihre Reue bzw. Einsicht hinsichtlich des begangenen Unrechts und nicht zuletzt - und dies ist keinesfalls zu unterschätzen - die Einstellung des Richters. Wie Sie sicher selbst erkennen können, ist eine seriöse Vorhersage der zu erwartenden Strafe daher leider nicht möglich. Ich wage jedoch die unverbindliche Prognose, dass Sie hier schon mit einer Haftstrafe rechnen müssten, die eventuell noch zur Bewährung ausgesetzt werden könnte.

Ihre Erkrankung könnte zur verminderten Schuldfähigkeit führen bzw. geführt haben. Dies wäre jedoch durch ein ärztliches Gutachten zu beurteilen. Würde ein solches Gutachten eine verminderte Schuldfähigkeit bestätigen, wäre das Strafmaß entsprechend herabzusetzen. Ob hier eine verminderte Schuldfähigkeit vorliegt, ist aber letztlich eine medizinische Frage, die ich Ihnen leider nicht beantworten kann.

Die Tatsache, dass Sie seit 7 Monaten nichts in der Angelegenheit gehört haben, ist zunächst ohne Bedeutung. Sicherlich könnten Sie Glück haben, dass Ihre Tateventuell verborgen bleibt. Andererseits tritt die Verfolgungsverjährung bei der Unterschlagung erst nach 3 bzw. 5 Jahren, beim einfachen Diebstahl erst nach 5 Jahren ein. Bei einem besonders schweren Fall des Diebstahls tritt die Verjährung sogar erst nach Erst 10 Jahren ein. Nach Eintritt der Verfolgungsverjährung kann die Tat nicht mehr verfolgt und damit auch nicht mehr bestraft werden. Theoretisch müssen Sie also bis zum Ablauf der Verjährungsfristen weiterhin mit einem Strafverfahren rechnen.

Ich hoffe, Ihnen mit meiner Antwort eine erste Orientierung gegeben zu haben.

Für eine Nachfrage stehe ich Ihnen selbstverständlich zur Verfügung.

Erlauben Sie mir abschließend noch folgenden Hinweis:
Die Beantwortung Ihrer Frage erfolgt auf Grundlage der von Ihnen bereitgestellten Informationen. Meine Antwort dient lediglich einer ersten rechtlichen Orientierung, da das Weglassen oder Hinzufügen von Details zu einer anderen rechtlichen Beurteilung führen kann. Eine endgültige Einschätzung der Rechtslage ist nur nach umfassender Sachverhaltsermittlung möglich. Die Beantwortung Ihrer Frage im Rahmen dieser Plattform kann daher nicht die Beratung durch einen Rechtsanwalt vor Ort ersetzen.

Nachfrage vom Fragesteller 29.08.2010 | 23:19

Aber auf Grund dessen das er mich wegen Gründen gekündigt hat, die noch nichtmal annähernd der Wahrheit entsprachen kann man sich teilweise darauf berufen?

Und hätte ich falls er es schon weiss wovon ich ausgehe, wenigstens schon etwas hören müssen? Wenigstens eine Anzeige? Oder ähnliches?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 29.08.2010 | 23:53

Sehr geehrte Fragenstellerin,

gerne beantworte ich Ihre Nachfragen.

Eine unbegründete Kündigung des Arbeitsverhältnisses rechtfertigt keine Straftat zu Lasten des Arbeitgebers. Insofern wird sich die Kündigung sicherlich nicht strafmildernd auswirken.

Sie hätten dann schon etwas hören müssen, wenn Ihr ehemaliger Arbeitgeber bereits vor einigen Monaten Strafanzeige gegen Sie erstattet hat. Wurde erst vor kurzem Strafanzeige erstattet, müssen Sie noch nicht zwangsläufig darüber informiert sein, denn die Bearbeitung und Ermittlung einer solchen Angelegenheit zieht sich häufiger eine gewisse Zeit hin. Wie bereits oben ausgeführt, werden Sie leider erst endgültige Gewissheit haben, wenn die Verfolgungsverjährung eingetreten ist.

Ich hoffe, Ihnen mehr Klarheit gegeben zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

Maurice Mornac
Rechtsanwalt

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