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Ebay Betrug & Mietwagen Unterschlagung

| 26.09.2008 14:13 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von


Guten Tag!
Zu meinem persönlichen Hintergrund:
Ich bin z.Z. noch verheiratet und habe 3 Kinder aus dieser Ehe. Ferner möchte ich anfuegen das ich in den letzten Jahren an Depression erkrankt bin und diesbezueglich Medikamente einnehme und dringend eine Therapie benötige, u.a. auch weil ich seit der Scheidungseinreichung meiner Frau einige Male die Absicht hatte mir das Leben zu nehmen.

Ich bin 2002 wegen Ebay Betruges in 41 Fällen, damaliger Gesamtschaden rund 25.000 Euro zu einer 2-jährigen Freiheitstrafe zur Bewährung verurteilt worden. Die Bewährungszeit endete 2006. Nachdem meine Frau zu Beginn des Jahres die Scheidung eingereicht hatte bin ich in ein tiefes Loch gefallen. Resultierend daraus bin ich wieder rueckfällig geworden und habe in 3 verschiedenen Ländern (Deutschland, Schweden, Finnland) Betrugsdelikte begannen. Alle resultierend aus vorgetäuschten Online Auktionen. Die Schadenssummen betragen fuer Deutschland etwa 8,000 Euro, fuer Finnland rund 16,000 Euro und fuer Schweden rund 13,000 Euro.

Erschwerend hinzu kommt die Tatsache das ich, zwecks Flucht aus Deutschland, Anfang Juni ein Wohnmobil angemietet und fuer eine Woche bezahlt habe plus hinterlegter Kaution in Höhe von 1,000 Euro. Dieses Wohnmobil befindet sich immer noch, nunmehr seit Rund fast 4 Monaten in meinem Besitz. Bezahlt habe ich aber nur die eine Woche.

Es ist also davon auszugehen das die betroffene Firma zwischenzeitlich eine Strafanzeige wegen Unterschlagung oder Diebstahl gegen mich gestellt hat.

Ich möchte ferner erwähnen das ich zudem spielsuechtig bin und einen grossteil der "Einnahmen" in diversen Casinos verzockt habe.

Nachdem nun begruendete Hoffnung besteht das sich zwischen mir und meiner Frau eine dauerhafte Beilegung der Streitigkeiten abzeichnet und wir beide konkret ueber eine gemeinsame Zukunft, auch der Kinder zu liebe, nachdenken, möchte ich mich nun den deutschen Behörden stellen um ein und allemal mit meinem kriminellen Leben abzuschliessen.

Nun zu meinen konkreten Fragen:

Ist es denkbar das ich (unter der Voraussetzung das ich mich den Behörden stelle und alles mir zu Last gelegte eingestehe) mit einer Bewährungsstafe davon komme? Selbsverständlich wuerde das auch die Zurueckgabe des Wohnmobils (Wert rund 55.000 Euro) beinhalten.Sozusagen als letzte chance? Wie sähe ein möglicher Strafrahmen hier aus?

Ferner, sollte ich eine Freiheitsstrafe absitzen muessen, ist es möglich das ich später dann nach Absitzung der Strafe nach Schweden und/oder Finnland ueberstellt werde um auch dort noch mögliche Haftstrafen abzusitzen? Könnte es also im schlimmsten Fall sein das ich 6 Jahre oder mehr insgesamt absitzen muss unter Beruecksichtigung der unterschiedlichen Länder.

Ist es wahrscheinlich das gegen mich ein EU-Haftbefehl erlassen wird falls den deutschen Behörden bekannt wird das ich auch in Schweden und Finnland gesucht werde? Heute waren 2 uniformierte Polizeibeamte bei meiner Mutter um nach mir zu fragen, die haben auch erwähnt das sie vor haben eine Interpol Abfrage zu machen um zu sehen ob andere Länder gegen mich ermitteln.

Weiter, ist es möglich mich in eine Klinik zwecks Therapie einzuweisen, anstelle einer Inhaftnahme?

Nochmals,
Ich bin psychisch sehr instabil, bin wie erwähnt vor rund 3 Jahren an Depressionen erkrankt und leide zudem unter Spielsucht und Kaufzwang.

Ich habe meiner Mutter gesagt das sie den Beamten nicht aussagepflichtig ist und keine Angaben zu meinem Aufenthaltsort machen muss, das stimmt doch, oder?

Bitte helfen Sie mir in meinem komplizierten Fall, ich hätte auch Interesse daran, Sie als Verteidiger in einem möglichen Prozess zu beauftragen. Ggfls. könnten Sie auch Akteneinsicht erwirken!?

Ich danken Ihen fuer Ihre Hilfe!

26.09.2008 | 16:00

Antwort

von


(115)
Am Kabutzenhof 22
18057 Rostock
Tel: 0381-25296960
Web: http://www.mv-recht.de
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Sehr geehrter Fragesteller,

gern beantworte ich Ihre Frage unter Berücksichtigung des geschilderten Sachverhaltes sowie des Einsatzes wie folgt:

Ob in Ihrem Fall noch einmal eine Bewährungsstrafe in Betracht kommt, lässt sich seriös nur nach Akteneinsicht und Kenntnis des gesamten Falles sagen.
Nur exemplarisch daher Kriterien zur Beurteilung:
Dagegen spricht das Ausmaß des Schadens und z.B. ihre einschlägige Vorverurteilung
Dafür spräche ein Geständnis, ein gefestigter sozialer Hintergrund, die Wiedergutmachung (Wohnmobil) und die Erkrankung

Der Strafrahmen für Betrug und veruntreuende Unterschlagung liegt zwischen Geldstrafe und Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren.

Bezüglich der Überstellung in das EU-Ausland kann ich mitteilen, dass die Praxis eher anders herum verfährt. Nach einem sog. Transferübereinkommen mit Ausführungsgesetz sowie dem Vollstreckungsübereinkommen können im Ausland verurteilte Deutsche in den einheimischen Strafvollzug überstellt werden. Dieses Verfahren teilt sich in zwei Abschnitte. Nach einem Antrag des Verurteilten prüft die Staatsanwaltschaft als Vollstreckungsbehörde, ob die Belange der Rechtspflege eine Überstellung in das Heimatland zulassen, also z. B. ob nicht nach dem jeweiligen ausländischen Recht mit einer sofortigen Freilassung zu rechnen ist Der Verurteilte hat einen Anspruch auf ermessensfehlerfreie Entscheidung über seinen Antrag (BVerfG StV 1997, 646 ).

Es wäre ohnehin zu klären, ob nicht auch für die Taten, die ihren Niederschlag im Ausland gefunden haben, die deutsche Gerichtsbarkeit zuständig ist und somit eine Verurteilung auch für jene Taten in Deutschland erfolgen würde.

Das die weiteren beteiligten Staaten einen EU-Haftbefehl beantragen werden ist wahrscheinlich.

Eine Einweisung in eine Klinik bringt Ihnen voraussichtlich nichts, da auch in Haftanstalten die meisten Krankheiten ausreichend versorgt werden können. Sollte es um eine mögliche Schuldunfähigkeit bzw. eine verminderte Schuldfähigkeit gehen, so ist dies ein längeres Verfahren, welches nach Ihren Ausführungen zwar in Erwägung gezogen werden sollte, jedoch die U-Haft eher nicht berühren dürfte.

Ihre Mutter muss den Aufenthaltsort nicht verraten.

Abschließend möchte ich Ihnen dringend dazu raten, einen Anwalt zu kontaktieren. Dieser wird Einsicht in die Ermittlungsakte nehmen und damit am besten einschätzen können, was Ihnen konkret vorgeworfen wird und mit welchen Konsequenzen Sie zu rechnen haben.
___

Gern können Sie mich bei Rückfragen oder einer gewünschten Interessenvertretung kontaktieren. Nutzen Sie hierzu die kostenlose Nachfragefunktion, die persönliche Beratungsanfrage oder die kanzleieigenen Kontaktmöglichkeiten. Beachten Sie bitte, dass im Rahmen der kostenlosen Nachfragefunktion nur Fragen beantwortet werden können, die den Regeln dieses Forums entsprechen.

An dieser Stelle sei der Hinweis erlaubt, dass diese Internetplattform eine eingehende, rechtliche Beratung nicht ersetzen kann, sondern vielmehr der ersten rechtlichen Orientierung dienen soll.
Das Hinzufügen oder Weglassen von Informationen kann das Ergebnis der juristischen Bewertung beeinflussen und sogar zu einem völlig gegensätzlichen Ergebnis führen. Die hier gegebene Antwort basiert vollständig auf Ihren eigenen Angaben.


Mit freundlichen Grüßen

Mirko Zieger
-Rechtsanwalt-



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Rechtsanwalt Mirko Ziegler

Rückfrage vom Fragesteller 26.09.2008 | 17:04

Sehr geehrter Herr Ziegler!
Vielen Dank fuer Ihre rasche Antwort. Bei 2 Punkten wuerde ich gerne nochmal "nachhaken".

1.Wäre es denn denkbar, bzw. möglich das ich nach einer möglichen Verurteilung in Deutschland nach Schweden und /oder Finnland ausgeliefert werden könnte und dort tatsächlich weitere Jahre absitzen muesste? Ich habe die Taten in den jeweiligen Ländern auch begannen, sprich von dort und auch dort die Gelder auf mein Konto bekommen.

2. ist meine Mutter generell nicht aussagepflichtig, d.h. kann sie die Beantwortung der Fragen gegen mich komplett verweigern? Oder ist das nur auf die gezielte Frage nach meinem Aufenthalstort beschränkt. Ihr wurde ferner untersagt etwaige Pakete von mir nicht anzunehmen und die Polizisten fragten ferner nach meinem Vater und wo man ihn finden könnte. Weiter wundert mich das es nur Streifenpolizisten waren und keine Kripobeamte in zivil. Vielen Danke! Ich werde Sie möglicherweise bald um ein Mandatsersuchen bitten. Mfg

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 26.09.2008 | 19:34

Sehr geehrter Fragesteller,

1.Zunächst zieht eine Verurteilung im Ausland eine Vollstreckung der Strafe dort nach sich. Allerdings bietet sich in der Antwort oben beschriebenes Verfahren an, um die Überstellung in den deutschen Vollzug zu bewerkstelligen. In der Praxis sind diese Verfahren eher selten.

2.Niemand ist gezwungen gegenüber der Polizei Angaben zur Sache zu machen, Ihre Mutter selbstverständlich eingeschlossen.

Mit freundlichen Grüßen

M. Ziegler
-Rechtsanwalt-

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hätte mir ein wenig mehr substanz in den Antworten gewuenscht. Insgesamt etwas oberflächlich gerade mit Bezug auf eine mögliche Bewährungsstrafe und Auslieferung. Meines Wissens gibt es sogar ein Grundsatzurteil des BGH das grundsätzlich kein Bundesbuerger ausgeliefert werden darf.

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hätte mir ein wenig mehr substanz in den Antworten gewuenscht. Insgesamt etwas oberflächlich gerade mit Bezug auf eine mögliche Bewährungsstrafe und Auslieferung. Meines Wissens gibt es sogar ein Grundsatzurteil des BGH das grundsätzlich kein Bundesbuerger ausgeliefert werden darf.


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