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Betrug und Unterschlagung

| 27.09.2008 13:37 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Guten Tag!
Zu meinem persönlichen Hintergrund:
Ich bin z.Z. noch verheiratet und habe 3 Kinder aus dieser Ehe. Ferner möchte ich anfuegen das ich in den letzten Jahren an Depression erkrankt bin und diesbezueglich Medikamente einnehme und dringend eine Therapie benötige, u.a. auch weil ich seit der Scheidungseinreichung meiner Frau einige Male die Absicht hatte mir das Leben zu nehmen. Ferner leider ich unter Zwangsverhalten (Kaufzwang/Gambling)

Ich bin 2002 wegen Ebay Betruges in 41 Fällen, damaliger Gesamtschaden rund 25.000 Euro zu einer 2-jährigen Freiheitstrafe zur Bewährung verurteilt worden. Die Bewährungszeit endete 2006. Nachdem meine Frau zu Beginn des Jahres die Scheidung eingereicht hatte bin ich in ein tiefes Loch gefallen. Resultierend daraus bin ich wieder rueckfällig geworden und habe in 3 verschiedenen Ländern (Deutschland, Schweden, Finnland) Betrugsdelikte begannen. Alle resultierend aus vorgetäuschten Online Auktionen. Die Schadenssummen betragen fuer Deutschland etwa 8,000 Euro, fuer Finnland rund 16,000 Euro und fuer Schweden rund 13,000 Euro.

Erschwerend hinzu kommt die Tatsache das ich, zwecks Flucht aus Deutschland, Anfang Juni ein Wohnmobil angemietet und fuer eine Woche bezahlt habe plus hinterlegter Kaution in Höhe von 1,000 Euro. Dieses Wohnmobil befindet sich immer noch, nunmehr seit Rund fast 4 Monaten in meinem Besitz. Bezahlt habe ich aber nur die eine Woche.

Es ist also davon auszugehen das die betroffene Firma zwischenzeitlich eine Strafanzeige wegen Unterschlagung oder Diebstahl gegen mich gestellt hat.

Nachdem nun begruendete Hoffnung besteht das sich zwischen mir und meiner Frau eine dauerhafte Beilegung der Streitigkeiten abzeichnet und wir beide konkret ueber eine gemeinsame Zukunft, auch der Kinder zu liebe, nachdenken, möchte ich mich nun den deutschen Behörden stellen um ein und allemal mit meinem kriminellen Leben abzuschliessen.

Nun zu meinen konkreten Fragen:

Ist es denkbar das ich (unter der Voraussetzung das ich mich den Behörden stelle und alles mir zu Last gelegte eingestehe) mit einer Bewährungsstafe davon komme? Selbsverständlich wuerde das auch die Zurueckgabe des Wohnmobils (Wert rund 55.000 Euro) beinhalten.Sozusagen als letzte chance? Wie sähe ein möglicher Strafrahmen hier aus?

Ferner, sollte ich eine Freiheitsstrafe absitzen muessen, ist es möglich das ich später dann nach Absitzung der Strafe nach Schweden und/oder Finnland ueberstellt werde um auch dort noch mögliche Haftstrafen abzusitzen? Könnte es also im schlimmsten Fall sein das ich 6 Jahre oder mehr insgesamt absitzen muss unter Beruecksichtigung der unterschiedlichen Länder.

Ist es wahrscheinlich das gegen mich ein EU-Haftbefehl erlassen wird falls den deutschen Behörden bekannt wird das ich auch in Schweden und Finnland gesucht werde? Heute waren 2 uniformierte Polizeibeamte bei meiner Mutter um nach mir zu fragen, die haben auch erwähnt das sie vor haben eine Interpol Abfrage zu machen um zu sehen ob andere Länder gegen mich ermitteln.

Weiter, ist es möglich mich in eine Klinik zwecks Therapie einzuweisen, anstelle einer Inhaftnahme?

Ich habe meiner Mutter gesagt das sie den Beamten nicht aussagepflichtig ist und das sie generell die Aussage verweigern kann, das stimmt doch, oder?

Bitte helfen Sie mir in meinem komplizierten Fall, ich hätte auch Interesse daran, Sie als Verteidiger in einem möglichen Prozess zu beauftragen. Ggfls. könnten Sie auch Akteneinsicht erwirken!?

Ich danken Ihen fuer Ihre Hilfe!

Sehr geehrter Fragensteller,

die Beantwortung Ihrer Frage erfolgt auf Grundlage der von Ihnen bereitgestellten Informationen. Meine Antwort dient lediglich einer ersten rechtlichen Orientierung, da das Weglassen oder Hinzufügen von Details zu einer anderen rechtlichen Beurteilung führen kann. Eine endgültige Einschätzung der Rechtslage ist nur nach umfassender Sachverhaltsermittlung möglich. Die Beantwortung Ihrer Frage im Rahmen dieser Plattform kann daher nicht die Beratung durch einen Rechtsanwalt vor Ort ersetzen.

Zur Sache:
Angesichts Ihrer einschlägigen Vorstrafe - die bereits das Höchstmaß der zur Bewährung auszusetzenden Haftstrafe darstellt - sowie der Schadenshöhe Ihrer jetzigen Taten, dürfte es einiger Überzeugungsarbeit bedürfen, das Gericht von einer weiteren Bewährungsstrafe zu überzeugen. Mit anderen Worten: Eine Haftstrafe ohne Bewährung ist auf den ersten Blick nicht unwahrscheinlich. Der Strafrahmen für die hier in Betracht kommenden Straftatbestände (Betrug <a href="http://dejure.org/gesetze/StGB/263.html" target="_blank" class="djo_link" title="§ 263 StGB: Betrug">§ 263 StGB</a> und Unterschlagung <a href="http://dejure.org/gesetze/StGB/246.html" target="_blank" class="djo_link" title="§ 246 StGB: Unterschlagung">§ 246 StGB</a> ) reicht jeweils von Geldstrafe bis zu 5 Jahren Freiheitsstrafe. Eine seriöse Einschätzung ist aber erst nach erfolgter Akteneinsicht möglich.

Rein theoretisch besteht die Möglichkeit, dass Sie nach einer Veruteilung im jeweiligen Ausland auch dort die ausgesprochene Strafe absitzen müssen. In der Praxis ist jedoch eher davon auszugehen, dass Sie für für alle Taten, also auch für jene, die Sie im Ausland begangen haben, vor einem deutschen Gericht zur Verantwortung gezogen werden. Die Haftstrafe, sollte eine solche ausgesprochen werden, wäre dann in einer deutschen JVA anzutreten. Des Weiteren besteht aber auch die Möglichkeit, dass Sie von der jeweiligen ausländischen Gerichtsbarkeit verurteilt werden und anschließend dem deutschen Strafvollzug überstellt werden.

Mit einem EU-Haftbefehl ist nach Ihrer Schilderung ernsthaft zu rechnen.

Sollte bei Ihnen ein Therapiebedarf festgestellt werden, ist es wahrscheinlicher, dass die Therapie innerhalb der JVA durchgeführt wird. Eine Einweisung in eine Klinik halte ich für unrealistisch.

Familienangehörige haben ein Zeugnisverweigerungsrecht nach <a href="http://dejure.org/gesetze/StPO/52.html" target="_blank" class="djo_link" title="§ 52 StPO: Zeugnisverweigerungsrecht der Angehörigen des Beschuldigten">§ 52 StPO</a> . Beruft sich Ihre Mutter hierauf, ist Sie nicht zur Aussage verpflichtet.

Eine Verteidigung durch mich ist, ebenso wie die Aktenseinsicht, grundsätzlich möglich. Sollte Ihrerseits weiterhin Interesse bestehen, kontaktieren Sie mich bitte unter meiner angegebenen Email-Adresse.

Ich hoffe, Ihnen mit meiner Antwort eine erste Orientierung gegeben zu haben.

Für eine Nachfrage stehe ich Ihnen selbstverständlich zur Verfügung.


Mit freundlichen Grüßen

Maurice Moranc
Rechtsanwalt
<!--dejureok-->

Rückfrage vom Fragesteller 28.09.2008 | 12:09

Vielen Dank fuer Ihre Auskunft und Hilfe!

Könnte man vor der Ueberstellung an die deutsche Justiz einen "deal" aushandeln, das wenn ich mich stellen wuerde mit umfassenden Geständnis, eine Bewährungsstrafe ausgehandelt wird?

Ich hatte gehofft das wenn ich mich der deutschen Justiz stellen wuerde und ein umfassenes Geständnis ablege eine erneute Bewährungsstrafe im Bereich des möglichen wäre. Ich habe die Tatsache das mich meine Frau damals im warsten Sinne des Wortes ueber Nacht aus dem Haus warf nicht verkraftet. Leider hatte ich auch damals bei der Bewährungsstrafe keinen Bewährungshelfer da ich ja nach Finnland zu meiner Familie ging. Wäre es denn denkbar, mit einer entsprechenden Strategie, auch unter Beruecksichting meiner Spielsucht und den aufgetretenen dramatischen Umständen eine Bewährungsstrafe zu erwirken?

Da Sie in Köln ansässig sind wäre ich an eine Mandatsuebernahme Ihrerseits sehr interessiert.

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 01.10.2008 | 20:14

Sehr geehrter Fragensteller,

zunächst bitte ich die verspätete Antwort Ihrer Nachfrage zu entschuldigen. Ich war leider aufgrund meiner 3-tägigen Abwesenheit verhindert.

Ihre Spielsucht wäre, ebenso wie Ihre private Situation, jedenfalls ein Bestandteil der Verteidigungstrategie. Ob dies letztendlich ausreicht, um erneut eine Bewährungsstrafe zu erreichen, ist ohne Akteneinsicht nicht seriös zu beantworten. Auf den ersten Blick dürfte eine Bewährungsstrafe jedoch unter Berücksichtigung der Schadenshöhe und Ihrer einschlägigen Vorstrafe schwer zu erreichen sein.

Ein Deal in der von Ihnen beschriebenen Form ist ebenfalls nicht voraus zu sagen. Eine Bereitschaft der Staatsanwaltschaft zu gewissen Deals, wie sie häufig im Fernsehen dargestellt wird, ist in der Praxis eher selten.

Gerne können Sie mich am Donnerstag unter meiner Kanzleinummer kontaktieren.

Mit freundlichen Grüßen

Maurice Moranc
Rechtsanwalt

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