Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Unsicher am Ende der Probezeit

08.01.2012 15:07 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Guido Matthes


Hallo,

wir haben eine Mitarbeiterin im Kindergarten, deren Probezeit am Dienstag nach 6 Monaten ausläuft.
An sich geben wir unbefristete Verträge.
Diese Mitarbeiterin war 4 Monate lang sehr gut, seit 2 Monaten hagelt es Probleme (aber keine "hard facts", sondern eher Probleme im Team, weil die Mitarbeiterin privaten Streit mit ins Team trug etc.) und somit ihrer pädagogischen Arbeit nicht nach kam, weil das Team den ganzen Tag über nicht gesprochen hat.
Es gab deswegen 2 x mehrmals klärende Gespräche.
Letzte Woche hat sie durch eine Äußerung klar gemacht, dass sie im Moment eher gegen uns arbeitet, denn die Ziele des Arbeitgeber und Team verfolgt und unserer Meinung nach führt sie im Moment einen kleinen Machtkampf gegenüber der neuen Leitung aus, die seit 4 Wochen da ist.
Dennoch fällt es mir nicht leicht, einfach eine Probezeitkündigung auszusprechen, da ich gerne noch ein sehr direktes Gespräch führen würde, dass ihre Arbeitsleistung im Moment absolut nicht ausreichend ist. Nur: was tun? Zeit, dass sie sich verbessern kann, bleibt nicht wirklich.
Das Problem für uns ist, dass nicht nur die Stelle nachzubesetzen ist, sondern dass immer alle Kinder und Eltern auch betroffen sind, wenn ein Mitarbeiter geht. Und in diesem Fall hat sich die Mitarbeiterin gegenüber den Eltern in Ordnung verhalten, nur im Team und ihre pädagogische Arbeit weißt starke Mängel auf.

Am Ende des Monats erreichen wir die Grenze von 10 Mitarbeitern, d.h. danach wird es ja noch mal schwieriger, sie zu kündigen, falls es nicht läuft.

Und zu guter Letzt besteht bei uns die Vermutung, dass sie schwanger ist, aber (noch) nichts davon weiß, zumindest wurde noch nichts geäußert.
--> eine gute Mitarbeiterin würde ich gerne während der Schwangerschaft begleiten, da ich selbst Mutter bin. Bei ihr graut es mir etwas davor.

Aber soll ich jetzt einfach "aus Vorsicht" in der Probezeit kündigen, weil ich danach keine Möglichkeiten mehr habe? Freitag hat sie sich krank gemeldet, d.h. wenn ich Glück habe, kommt sie Montag / Dienstag für ein persönliches Gespräch, sonst wird es auch noch ein anonymer Brief...oder habe ich noch eine andere Möglichkeit, die Probezeit zu verlängern etc?
Probezeitkündigung aussprechen und gleichzeitig einen neuen befristeten Arbeitsvertrag ausstellen ist meines Wissens nach nicht rechtens.

Vielen Dank für hilfreiche Antworten.

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegeben Informationen verbindlich wie folgt beantworten:


Eine Verlängerung der Probezeit wäre möglich, bedarf aber in jedem Fall der Zustimmung durch die Mitarbeiterin. Einseitig kann die Probezeit nicht wirksam verlängert werden.

Die Verlängerung der Probezeit wäre allerdings nicht sinnvoll. Wird die Probezeit über sechs Monate hinaus verlängert, greift das Kündigungsschutzgesetz. Sie schreiben insoweit selbst, dass Sie zum Monatsende die Grenze zum Kleinbetrieb überschreiten. In diesem Fall würde voraussichtlich das Kündigungsschutzgesetz greifen und daher trotz Verlängerung der Kündigungsfrist die Kündigung erschwert.

Richtig ist auch, dass nicht gekündigt werden kann, um dann einen neuen befristeten Arbeitsvertrag ohne sachlichen Grund abzuschließen. In diesem Fall stünde § 14 Abs. 2 TzBfG entgegen. Der neue Arbeitsvertrag würde dann als unbefristeter Arbeitsvertrag abgeschlossen. Ein Abschluss eines neuen befristeten Arbeitsvertrages wäre nur sinnvoll, wenn im weiteren ein zulässiger Befristungsgrund gem. § 14 Abs 1 TzBfG vorliegen würde.

Alternative ist, dass Sie mit der Mitarbeiterin vor dem Ablauf der Probezeit entweder einen Aufhebungsvertrag abschließen oder eine Kündigung mit einer längeren Kündigungsfrist aussprechen, in der sich die Mitarbeiterin noch einmal bewähren kann, jeweils verbunden mit der Zusage, die Mitarbeiterin dann wieder einzustellen. Das Bundesarbeitsgericht hat eine entsprechende Gestaltung mit einer Kündigungsfrist von vier Monaten für wirksam erachtet; BAG vom 07.03.2002, Az.: 2 AZR 93/01. Hinsichtlich der Länge der weiteren Erprobungszeit sollten Sie sich an einem Zeitraum orientieren, der sich zwingend unterhalb den längsten gesetzlichen oder in Ihrem Fall anwendbaren tariflichen Kündigungsfristen orientiert.

Die Beendigung des Arbeitsverhältnisses wäre dann bereits vor Ablauf der Probezeit in der Welt wäre. Gleichzeitig hätte die Mitarbeiterin aber noch die Möglichkeit, sich in ihrem Arbeitsverhältnis zu bewähren, um dann die Möglichkeit der Wiedereinstellung zu nutzen.

Sollte die Mitarbeiterin allerdings zum jetzigen Zeitpunkt bereits schwanger sein, ist eine Kündigung ausgeschlossen, sofern Sie diese nicht durch die für den Arbeitsschutz zuständige oberste Landesbehörde oder die von ihr bestimmte Stelle für zulässig erklären lassen. Dies dürfte praktisch bis zum Dienstag allerdings nicht mehr möglich sein. Es bietet sich daher nur die Möglichkeit des Aufhebungsvertrages mit Auslauffrist und wieder Einstellungszusage an, der aber das Einverständnis der Mitarbeiterin vorausgesetzt. Wenn sich die Mitarbeiterin mit dem Aufhebungsvertrag nicht einverstanden erklärt, bleibt Ihnen nur die Möglichkeit, zu kündigen und das Risiko einzugehen, dass diese Kündigung wegen der Schwangerschaft der Mitarbeiterin unwirksam ist, falls die Mitarbeiterin tatsächlich schwanger ist.

Sollten Sie eine Kündigung mit längerer Kündigungsfrist oder einen Aufhebungsvertrag zum Herausschieben des Beendigungszeitpunktes formulieren wollen, empfehle ich Ihnen, in jedem Fall dazu die Hilfe eines Rechtsanwaltes bei der Formulierung in Anspruch zu nehmen. Wenn die Erklärungen falsch formuliert werden, besteht die Gefahr, bis diese unwirksam sind, mit der Folge das Sie mit der Mitarbeiterin in einem unbefristeten Arbeitsverhältnis verbunden bleiben.

Bitte beachten Sie in jedem Fall, dass die Kündigung schriftlich erfolgen muss, auch wenn Sie noch die Möglichkeit haben, die Umstände mit der Mitarbeiterin persönlich zu besprechen. Eine mündliche Kündigung ist nicht möglich, ebenso wenig wie ein mündlich abgeschlossener Aufhebungsvertrag.

Ich hoffe, Ihnen einen ersten hilfreichen Überblick in der Sache verschafft zu haben. Ich weise darauf hin, dass die Beantwortung Ihrer Frage ausschließlich auf Grundlage Ihrer Schilderung erfolgt. Die Antwort dient lediglich einer ersten rechtlichen Einschätzung, die eine persönliche und ausführliche Beratung durch einen Rechtsanwalt in den seltensten Fällen ersetzen kann. Das Weglassen oder Hinzufügen weiterer Sachverhaltsangaben kann möglicherweise zu einer anderen rechtlichen Beurteilung führen. Eine endgültige Einschätzung der Rechtslage ist nur nach umfassender Sachverhaltsermittlung möglich.

Mit freundlichen Grüßen

Matthes
Rechtsanwalt

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 70077 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Ich denke, mit der juristischen Einschätzung von RA Braun ist die Einordnung einer Tätigkeit als Immobilienverwalter entweder als sonstige selbstständige Tätigkeit nach § 18 Abs. 1 Nr. 3 oder als gewerbliche Tätigkeit mit der ... ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Vielen Dank für diese erste Hilfe! Hat mir sehr weitergeholfen. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Super Beratung. Trotz kompliziertem Thema alles klar erläutert, sogar mit Rechtsprechung. Danke für die tiefgehende Beratung! ...
FRAGESTELLER