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Arbeitnehmer in der Probezeit kündigen

04.12.2012 12:05 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Arbeitnehmer war eine Woche krankgeschrieben, dann folgte die nächste Krankschreibung, aber zwischendrin fehlen 3 Tage! Er ist in der Probezeit, ist das ein Grund um fristlos zu kündigen??

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Sehr geehrter Ratssuchende,

gerne beantworte ich Ihre Frage aufgrund Ihrer Sachverhaltsschilderung wie folgt:

Soweit Sie mitteilen, Ihr Arbeitnehmer habe zwischen zwei Krankschreibungen drei Tage an seinem Arbeitsplatz gefehlt, so kann hieraus durchaus der Schluss gezogen werden, dass der Arbeitnehmer unentschuldigt seiner Arbeit ferngeblieben ist.

In der Rechtsprechung ist anerkannt, dass unentschuldigtes Fehlen des Arbeitnehmers an sich geeignet ist, einen wichtigen Grund zur außerordentlichen Kündigung gemäß § 626 Abs. 1 BGB darzustellen. Zur Wirksamkeit einer derartigen fristlosen Kündigung ist jedoch - aufgrund des Verhältnismäßigkeitsgrundsatzes - erforderlich, dass der Arbeitgeber den Arbeitnehmer zuvor zumindest einmal einschlägig, erfolglos abgemahnt hat (LAG Rheinland-Pfalz, Urteil vom 18.01.2006, 10 Sa 575/05).

Sollten Sie Ihren Arbeitnehmer in der Vergangenheit aufgrund eines gleichgelagerten Verhaltens (unentschuldigtes Fernbleiben) nicht abgemahnt haben, wäre eine außerordentliche Kündigung wegen Fehlens einer vorherigen Abmahnung wohl unwirksam.

Aufgrund der Tatsache, dass sich Ihr Arbeitnehmer jedoch offensichtlich noch in der Probezeit befindet, könnten Sie diesen gemäß § 622 Abs. 3 BGB mit einer Frist von zwei Wochen und ohne Angaben von Gründen kündigen, sofern im Arbeits- oder Tarifvertrag hiervon keine abweichenden Regelungen vereinbart wurden.

Im Ergebnis bleibt festzuhalten, dass eine etwaige außerordentliche Kündigung mangels vorheriger einschlägiger Abmahnung unwirksam sein dürfte. Im Rahmen der vereinbarten Probezeit können Sie jedoch das Arbeitsverhältnis fristgerecht kündigen.

Ich hoffe, Ihnen insoweit einen ersten Überblick verschafft zu haben.

Ich weise abschließend darauf hin, dass es durch Hinzufügen und Weglassen wesentlicher Umstände im Sachverhalt durchaus zu einer komplett anderen rechtlichen Bewertung kommen kann.

Mit freundlichen Grüßen

Daniel Neubauer
Rechtsanwalt

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