Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Teilkaskoschaden bei Einbruchschaden -Abrechnung per Gutachten?

19.06.2013 16:12 |
Preis: ***,00 € |

Verkehrsrecht


Beantwortet von


Zusammenfassung:

Es geht um die Kostendeckungspflicht eines Teilkaskoversicherers im Falle von Einbruchs- und Diebstahlschäden am Pkw.

Sehr verehrte Damen und Herren,

folgende Frage zu einem Einbruchschaden an einem Fahrzeug (Teilkasko Fall):

Man hat versucht, versch. Bauteile an einem Fahrzeug nach Einbruch in das Fahrzeug zu entwenden.

Offensichtlich wurde der Einbrecher gestört, sodass zwar Bauteile ausgebaut wurden, diese aber im Fahrzeug liegengeblieben sind. Das Fahrzeug könnte vom Halter -unter Mithilfe befreundeter KFZ Mechaniker- wieder ertüchtigt werden.

Durch den unfachmännischen Ausbau der Teile wurden Blenden von z.B. Navi bzw. das Armaturenbrett beschädigt.

Die Begutachtung des Fahrzeuges durch einen von der Versicherung bestellten Gutachter hat Oberflächenbeschädigungen festgestellt und
„Pauschalsätze" für nicht vom Hersteller vorgesehene Smart Repairs eingesetzt (z.B. Armaturenbrett, Navi etc.).

Eine Vertragswerkstatt des Fahrzeugherstellers ist der Auffassung, dass eine Smart Repair des Armaturenbretts immer irgendwie zu sehen ist und
keine Beseitigung des wirklichen Schadens darstellt.

Die Smart Repairs der Kunststoffteile wurden vom Gutachter mit 150-250€ bewertet, der Austausch dieser Teile und Versetzung in den Zustand vor dem versuchten Diebstahl würden –wenn man in einer Fachwerkstatt reparieren lassen würde- aber tatsächlich ca. mehrere tausend € kosten.

Der Fahrzeughalter würde –unter Umständen- mit Kratzern und Macken auf Kunststoffteilen leben können und per Gutachten abrechnen wollen-jedoch nur unter Berücksichtigung bei der Gutachtenhöhe von Teileersatz und nicht der wesentlich billigeren Smart Repairs.

Welche Möglichkeiten hat der geschädigte Fahrzeughalter (Gegengutachten, Rechtsanwalt etc.) bzw. müssen Smart Repairs bei Teilkaskoschäden mit Abrechnung auf Gutachtenbasis akzeptiert werden?


Gerne kann man ggf. auch über eine Mandantschaft reden.

Vielen Dank für Ihre Antwort

19.06.2013 | 20:33

Antwort

von


(175)
Ginsterweg 1D
31582 Nienburg
Tel: 05021-6071434
Tel: 0160-91019085
Web: http://www.rechtsanwalt-pilarski.de
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegeben Informationen verbindlich wie folgt beantworten:


Eingangs teile ich mir, dass es in Ihrem Fall besonders auf den Inhalt Ihres Vertrags mit der Versicherung ankommt. Ohne die Kenntnis der Klauseln und des Wortlauts ist eine abschließende Beurteilung Ihrer Sach- und Rechtslage nicht möglich.

Grundsätzlich ist in Ihrem Vertrag und den dazugehörigen allgemeinen Versicherungsbedingungen geregelt, welche Schäden Ihr Versicherungsgeber trägt, welches Risiko also abgesichert ist, wann der Versicherungsfall eintritt und in welchem Umfang. In erster Linie deckt eine Teilkaskoversicherung Naturereignisse wie Blitz, Sturm, Feuer, Hagel und Zusammenstöße mit Haarwild ab. Ebenso sind in der Regel der Einbruch und Diebstahl sowie durch fremde Personen verursachte Schäden umfasst und damit ersatzfähig. Reine Vandalismusschäden und selbst verursachte Schäden sind grundsätzlich ausgeschlossen. In letzterem Fall gibt es bei der Versicherungsgebern häufig Angebote, die solche selbst verursachten „Kleinschäden" in dem von Ihnen genannten Smart-Repair-Verfahren ersetzen. Darunter fallen Dellen, Kratzer beim Ein- und Ausparken und Punktschäden. Die Kostendeckung in diesen Fällen der selbst verursachten Schäden bieten die Versicherungsgeber allerdings nur an, wenn sich die Schäden im Smart-Repair-Verfahren beheben lassen, also ohne den aufwendigen Austausch von Karosserieteilen durchgeführt werden können.

Ein Versicherungsgeber wird regelmäßig einen Sachverständigen beauftragen, der zu seinen Gunsten die Schadenshöhe niedrig beurteilt, da gerade so die Deckungspflicht des Versicherungsgebers gering ausfällt.

Grundsätzlich können Sie natürlich einen eigenen Gutachter mit der Bewertung der Schäden beauftragen. Allerdings ist dabei zu beachten, dass dies enorme Kosten entstehen lässt und Sie auf diesen Kosten unter Umständen sitzen bleiben, selbst wenn Sie im Rechtsstreit obsiegen, da Gerichte dazu neigen, die Kosten für privat in Auftrag gegebene Gutachten als nicht erforderlich anzusehen und nicht zu erstatten, sondern lediglich eine Kostentragungspflicht des Gegner bei gerichtlich bestellten Sachverständigen bejahen. Außerdem decken sogar die Rechtsschutzversicherungen, falls Sie über eine verfügen, die Kosten für Privatgutachten häufig nicht.

Von Bedeutung ist wirklich der genaue Inhalt Ihres Vertrags. Den sollten Sie sich noch einmal anschauen. Ist vereinbart, dass Schäden bei Einbruch und Diebstahl vollständig beseitigt werden, dann bestünde für Ihren Versicherungsgeber eine Deckungspflicht. Beinhaltet die Vereinbarung, dass in derartigen Fällen lediglich im Smart-Repair-Verfahren vorgegangen wird, dann dürften Sie an diese Vereinbarung wohl gebunden sein. Hier wäre dann die Frage der Wirksamkeit einer solchen Beschränkung zu klären. Sie müssten also nachschauen, in welchem Umfang und unter welchen Voraussetzungen die Einbruch- und Diebstahlschäden kostenmäßig gedeckt werden. In den allgemeinen Versicherungsbedingungen wird möglicherweise auch etwas zur Übernahme der Kosten für Beseitigung von Schäden durch eine Vertragswerkstatt stehen.

Ich würde dem Fahrzeughalter folglich empfehlen, einen Rechtsanwalt mit der Durchsicht und Prüfung der Unterlagen und insbesondere des Vertrags und der dazugehörigen allgemeinen Versicherungsbedingungen zu beauftragen. Erst dann kann abschließend beurteilt werden, ob der Versicherungsgeber zur Deckung der für eine fachmännische Beseitigung durch eine Vertragswerkstatt verpflichtet ist. Ob die dem Fahrzeughalter entstandenen Teilkaskoschäden bei einer Abrechnung auf Gutachtenbasis nur im Rahmen des Smart-Repair-Verfahrens kostenmäßig gedeckt werden, dürfte sich also unmittelbar aus dem Teilkaskoversicherungsvertrag ergeben.

Gerne kann ich Ihnen anbieten, abhängig vom Streitwert auch gegen Anrechnung der Erstberatungsgebühr, den Vertrag durchzuschauen und so dann bei Bedarf ein Aufforderungsschreiben zur Kostendeckung an den Versicherungsgeber zu verfassen, falls Sie mich direkt beauftragen.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen bei der Entscheidung hinsichtlich Ihres weiteren Vorgehens eine Hilfe sein. Nutzen Sie gerne die einmalige kostenlose Nachfragefunktion, falls Unklarheiten bestehen, damit ich diese beseitigen kann.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Michael Pilarski, Rechtsanwalt


Rechtsanwalt Michael Pilarski

ANTWORT VON

(175)

Ginsterweg 1D
31582 Nienburg
Tel: 05021-6071434
Tel: 0160-91019085
Web: http://www.rechtsanwalt-pilarski.de
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Arbeitsrecht, Vertragsrecht, Kaufrecht, Internet und Computerrecht, Zivilrecht
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,7 von 5 Sternen
(basierend auf 91533 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Vielen Dank Herr RA Otto für die schnelle Bearbeitung und Ausführliche Beantwortung! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Sehr ausführliche Antwort. Lies keine Fragen offen. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Ausführlich genug, verständlich, freundlich. Gerne wieder. Besten Dank! ...
FRAGESTELLER