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130% Schaden - Abrechnung auf fiktiven Reparaturkosten

22.05.2012 15:29 |
Preis: ***,00 € |

Verkehrsrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Wir hatten einen unverschuldeten Unfall mit unserem Auto und haben augrund des nicht unerheblichen Schadens einen Gutachter eingeschaltet. Dieser hat ohne Rücksprache mit uns das Gutachten fertiggestellt und heute in die Post gegeben.

Er stellte folgendes fest:
- Auto Mercedes A Klasse Baujahr 12/2006 104.000km
- Reparaturkosten 7.000€
- Wiederbeschaffungswert 9.900€ (Grundlage seiner Reparaturkosten sind die mittleren Stundensätze also nicht die Stundenssätze von Mercedes)
- Sofern er Mercedesstundensätze angibt, befinden sich die Reparaturkosten oberhalb des Wiederbeschaffungswertes jedoch noch in der 130% Schadensregelung.

Meine Absicht ist es
1. vom Gutachter zu verlangen, dass er die realistischen Stundensätze einer Vertragswerkstatt zur Grundlage macht.
2. Anschliessend entsprechend des Gutachtens zur reparieren, jedoch nicht von einer Vertragswerkstatt, sondern einer Werkstatt meines Vertrauens.
3. und anschliessend den Schaden auf Grundlage der fiktiven Reparaturkosten des Gutachtens (die ja dann über dem Wiederbeschaffungswert liegen) abzurechnen.

Dem Ganzen liegt die Hoffnung zugrunde, dass ich das Auto komplett reparieren kann und am Ende noch etwas Geld über ist.

Fragen:

Kann ich im Falle eines 130% Schadens fiktiv abrechnen, also ohne Vorlage einer Reparaturrechnung, sondern nur mit einer Bescheinigung, dass alles gemäß Gutachten repariert wurde?

Ist es rechtens, dass der Gutachter einfach Stundensätze annimmt, die nicht einer Vertragswerkstatt von Mercedes entsprechen? Oder kann ich von ihm verlangen Mercedessätze zur Grundlage zu nehmen?



22.05.2012 | 16:28

Antwort

von


(1235)
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50226 Frechen-Königsdorf
Tel: 02234-63990
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Sehr geehrter Fragesteller,

zu Ihrer Anfrage nehme ich wie folgt Stellung:

1.

Grundsätzlich können Sie von dem Sachverständigen verlangen, daß er die Stundensätze einer Mercedes Vertragswerkstatt zugrundelegt. Insoweit dürfte es empfehlenswert sein, den Sachverständigen zu bitten, in seinem Gutachten die Stundensätze anzugeben, die die örtliche Mercedes Vertragswerkstatt berechnet und das Gutachten entsprechend zu korrigieren.

2.

Grundsätzlich können Sie das Fahrzeug nach den Vorgaben des Gutachtens in einer Werkstatt Ihrer Wahl reparieren lassen. Dabei darf es sich aber nicht um eine bloße Billig- oder Notreparatur handeln, vielmehr muß das Fahrzeug so wiederhergestellt sein, wie es sich aus dem Gutachten ergibt.

3.

Gegenüber dem Haftpflichtversicherer müssen Sie den Nachweis der Instandsetzung führen. Dies kann entweder durch die Vorlage einer Reparaturkostenrechnung erfolgen oder durch die Vorlage einer Bestätigung des Sachverständigen. Im letztgenannten Fall müßten Sie das Fahrzeug nach der durchgeführten Reparatur dem Sachverständigen zur Prüfung vorführen. Der Sachverständige wird dann Fotos vom wiederhergestellten Fahrzeug fertigen und schriftlich festhalten, daß das Fahrzeug ordnungsgemäß entsprechend den Vorgaben im Gutachten repariert worden ist.

4.

Fraglich ist aber, ob der Haftpflichtversicherer des Fahrzeugs des Unfallgegners dieses „Spiel" mitmacht. Grundsätzlich gilt im Schadenrecht, daß man Anspruch darauf hat, daß der ursprüngliche Zustand wiederhergestellt wird. Sie wollen jedoch mehr: Sie wollen Wiederherstellung des ursprünglichen Zustands und gleichzeitig an dem Unfall „verdienen". Diese Absicht ist nicht im Sinne des Schadenrechts.

Der gegnerische Haftpflichtversicherer wird voraussichtlich die Stundensätze der Vertragswerkstatt kürzen und Ihnen eine alternative Werkstatt benennen. Im Hinblick auf das Alter und die Laufleistung des Fahrzeugs ist diese Verfahrensweise wohl auch nicht zu beanstanden. Zwar gibt es höchstrichterliche Rechtsprechung, die besagt, daß der Unfallgeschädigte Anspruch auf die Reparatur durch die Markenvertragswerkstatt habe. Dies gilt aber nur für neuere Fahrzeuge, bei denen es noch Gewährleistungsansprüche und ggf. Kulanzregelungen geben kann. Das ist hier nicht der Fall. Wenn Sie bei der gegnerischen Haftpflichtversicherung „durchdrücken", daß Sie die Kosten einer Instandsetzung durch die Vertragswerkstatt übernimmt, wird die Versicherung ggf. auch verlangen, daß Sie eine Rechnung der Vertragswerkstatt vorlegen.

5.

Ihr beabsichtigtes Vorgehen läuft im Ergebnis darauf hinaus, daß Sie sich unberechtigt bereichern wollen. Deshalb rate ich Ihnen davon ab, so vorzugehen, wie Sie es angedacht haben.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Gerhard Raab, Rechtsanwalt


ANTWORT VON

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