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Stornierungsgebühren bei Reiserücktritt

| 23.11.2009 20:26 |
Preis: ***,00 € |

Reiserecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Robert Hotstegs, LL.M.


Sehr geehrte Damen und Herren,

am 12.08.2009 haben wir eine USA-Reise im Internet bei CANUSA-TOURISTIK aufgrund eines positiven Angebotes zu einem Gesamtreisepreis von 3.456 € gebucht. Die Reise soll am 31.03.2010 von 4 Personen (2 Erwachsene, 2 Kindern) angetreten werden.

Da die durch den Anbieter gebuchte Flugverbindung nicht der Angebotenen entsprach und auch mit unseren Vorstellungen nicht vereinbar war, entschlossen wir uns die Buchung am 07.09.2009 zu stornieren (199 Tage vor Reiseantritt).

Wir stützen uns dabei auf folgenden Text auf der Webseite (Sparte Reisebedingungen):
"CANUSA TOURISTIK steht bei Rücktritt des Reisekunden vom Vertrage unter Verlust des Anspruchs auf den vereinbarten Reisepreis eine angemessene Entschädigung gem. § 651 i. BGB zu. Deren Höhe bestimmt sich nach dem vereinbarten Reisepreis unter Abzug des Wertes der von CANUSA TOURISTIK ersparten Aufwendungen sowie dessen, was CANUSA TOURISTIK durch anderweitige Verwertung der Reiseleistungen erwerben kann.

Bis 120 Tage vor Reiseantritt erhält Canusa Touristik maximal Euro 100,– pro Person, sollte diese Stornierung 120 bis 90 Tage vor Reiseantritt erfolgen, erhöht sich dieser Betrag auf Euro 150,-.

CANUSA TOURISTIK kann diesen Entschädigungsanspruch gemäß § 651 i Abs. 3 BGB pauschalieren. Sofern CANUSA TOURISTIK diesen Anspruch pauschaliert, betragen die „Rücktrittsgebühren“ nach dem 90. Tag vor Reisebeginn:

bis zum 60. Tag vor Reisebeginn 15% des Reisepreises
dann bis zum 31. Tag vor Reisebeginn 20% des Reisepreises
dann bis zum 15. Tag vor Reisebeginn 50% des Reisepreises
und ab dem 14. Tag vor Reisebeginn 85% des Reisepreises."

Wir gingen daher von Stornogebühren in Höhe von 100 € pro Person (also 400 € aus).
Mit Eingangsbestätigung teilte uns CANUSA-TOURISIK per Mail mit, dass die Stornogebühren derzeit 150 € pro Person betragen.
In der Stornobestätigung/Rechnung vom 16.10.2009 wurden dann 800 € (200 € pro Person) in Rechnung gestellt. Diese Rechnung schickten wir aufgrund der Rechnungssumme zu unserer Entlastung zurück.

Kann CANUSA Stornogebühren von 800 € verlangen, obwohl in den AGB´s 100 € genannt werden?

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Sehr geehrte Fragestellerin, sehr geehrter Fragesteller,

herzlichen Dank für Ihre Anfrage und die darin übermittelten ersten Angaben zu Ihrem Sachverhalt.

Das Gesetz ist in diesem Punkt eindeutig. § 651i BGB regelt:

"(1) Vor Reisebeginn kann der Reisende jederzeit vom Vertrag zurücktreten.

(2) Tritt der Reisende vom Vertrag zurück, so verliert der Reiseveranstalter den Anspruch auf den vereinbarten Reisepreis. Er kann jedoch eine angemessene Entschädigung verlangen. Die Höhe der Entschädigung bestimmt sich nach dem Reisepreis unter Abzug des Wertes der vom Reiseveranstalter ersparten Aufwendungen sowie dessen, was er durch anderweitige Verwendung der Reiseleistungen erwerben kann.

(3) Im Vertrag kann für jede Reiseart unter Berücksichtigung der gewöhnlich ersparten Aufwendungen und des durch anderweitige Verwendung der Reiseleistungen gewöhnlich möglichen Erwerbs ein Vomhundertsatz des Reisepreises als Entschädigung festgesetzt werden."

Von diesen Regelungen darf nicht zum Nachteil des Reisenden abgewichen werden (§ 651m BGB).

Sie haben nach eigenen Angaben von dem Rücktrittsrecht Gebrauch gemacht. Der Reiseveranstalter hat auch bereits den Eingang bestätigt. Daher besteht kein Anspruch mehr auf den Reisepreis.

199 Tage vor Reiseantritt ist grundsätzlich zu erwarten, dass der Reiseveranstalter die Reiselesitungen auch an einen anderen Reisenden verkaufen kann. Das hierdurch ersparte muss der Reiseveranstalter sich vollständig anrechnen lassen. Im Idealfall verbliebe dabei nur eine reine Verwaltungspauschale. Diese wird sicherlich weit unter 200,- € / Person liegen.

Auch nach den eigenen Allgemeinen Reisebedingungen kann der Reiseveranstalter diese Summe nicht von Ihnen fordern. Der Buchende muss davon ausgehen, das Forderungen von maximal 100,- € / Person auf ihn und seine Mitreisenden zukommen. Auch hiervon wären Ersparnisse noch abzuziehen. Die Gesamtforderung läge weit unter der Ihnen in Rechnung gestellten Summe.

Überdies ist im Streitfall auch zu überprüfen, ob die Allgemeinen Reisebedingungen überhaupt wirksam sind und wirksam in Ihren jeweiligen Reisevertrag einbezogen wurden. Dies überschreitet die Möglichkeiten der vorliegenden online-Rechtsberatung. Je nach Modus des Vertragsabschlusses könnte es sein, dass die gesamte pauschalierte Stornogebühr unwirksam ist.

Sollte der Reiseveranstalter an der überhöhten Forderung festhalten, ist nach derzeitiger Lage eine streitige Auseinandersetzung nicht zu scheuen. Bitte beachten Sie nur, dass Sie bei einer förmlichen Mahnung durch ein Mahngericht (Mahnbescheid) rechtzeitig tätig werden müssen, um Ihre Rechte zu verteidigen. Es ist eine Vertretung durch einen Rechtsanwalt zu empfehlen. Darüber hinaus bestehen auch für Bereiche des Reiserechts Möglichkeiten, Schiedsstellen und online-Schiedsstellen in Anspruch zu nehmen. Diese vermitteln oft sehr kurzfristig zwischen Reiseveranstalter und Reisenden.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit diesen ersten Antworten bereits weiterhelfen. Diese online-Beratung kann eine anwaltliche Erstberatung nicht ersetzen, aber Sie soll Ihnen einen ersten Eindruck von der Rechtslage vermitteln.

Mit freundlichen Grüßen,

Robert Hotstegs
Rechtsanwalt


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