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Reiserücktritt Stornogebühren

| 13.02.2015 08:58 |
Preis: ***,00 € |

Reiserecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Guido Matthes


Guten Tag

Ich habe ab 15.01 eine Pauschalreise im Oktober 2015 gebuch, die ich direkt am 17.01 Storniert habe,da ich aus persönlichen Gründen nicht an der Reise teilnehmen kann.Leider habe ich auch keine Reiserücktrittsversicherung dazu gebucht. Jetzt soll ich 60% des gesamten Reisepreises bezahlen als Stornogebühren. Der gesamte Reisebetrag beträgt 1653,98 €. Ca. 997 % sind die 60 %. Ich habe viel im Internet darüber gelesen und auch mit anderen Reiseveranstalltern gesprochen. Es steht das die Veranstalter nicht mehr als 20 % Stornogebühren verlangen dürfen und dies haben mir auch einige der anderen Veranstaltern gesagt. Jetzt weiß ich nicht mehr wie ich weiter vorgehen soll.
Muss ich die 60 % Stornogebühren bezahlen?
Ich habe auch direkt per email mit dem Reiseveranstallter Kontakt aufgenommen. Nach deren Forderung von 60 % habe ich Ihnen geschrieben das ich diese doch ziemlich hoch finde. Anschließend habe ich mich informiert bei anderen Veranstaltern und im Internet und habe denen schon mehr als 4 email's geschrieben und habe noch immer keine Antwort erhalten. Bei der Rufnummer die in der email enthalten ist geht auch niemand dran. Die sieht wohl deren Hotline.
Ich kopiere Ihnen noch ein teil aus den AGB's. Ich hoffe Sie können mir weiterhelfen.

Gebucht habe ich online bei Ab-in-den-Urlaub.de.
Der Reiseveranstalter ist Ab-in-den-Urlaub.de Spezial by Urlaubstours.


Mit freundlichen Grüßen
Selich


6. Rücktritt durch den Kunden

6.1. Sie können jederzeit vor Reisebeginn von der Reise zurücktreten. Der Rücktritt muss unter Angabe Ihrer Buchungsnummer erklärt werden. In Ihrem eigenen Interesse und zur Vermeidung von Missverständnissen empfehlen wir Ihnen dringend, den Rücktritt schriftlich zu erklären.

6.2. Treten Sie vom Reisevertrag zurück oder treten Sie die Reise nicht an (z.B. wegen verpasster Anschlüsse), können wir angemessenen Ersatz für die getroffenen Reisevorkehrungen und unsere Aufwendungen verlangen. Die Höhe der Entschädigung wird pauschal bemessen und richtet sich dabei nach dem Reisepreis, wobei die gewöhnlich ersparten Aufwendungen sowie das, was durch anderweitige Verwendung der Reiseleistungen gewöhnlich erworben werden kann, Berücksichtigung findet.

6.3 Die Rücktrittspauschalen, die wir im Falle Ihres Rücktritts von der Reise fordern müssen, betragen jeweils in Prozent vom Reisepreis bei Reisen der

Kategorie A:
bis 22 Tage vor Reiseantritt: 20 %
21 bis 15 Tage vor Reiseantritt: 30 %
14 bis 7 Tage vor Reiseantritt: 45 %
ab 6 Tage vor Reiseantritt: 55 %
am Tag des Reiseantritts oder bei Nichterscheinen: 75%

Kategorien B und C:
bis 30 Tage vor Reiseantritt: 60 %
29 bis 22 Tage vor Reiseantritt: 65 %
21 bis 15 Tage vor Reiseantritt: 70 %
14 bis 7 Tage vor Reiseantritt: 80 %
ab 6 Tage vor Reiseantritt: 90 %
am Tag des Reiseantritts oder bei Nichterscheinen: 100%
(jeweils gerundet auf volle Euro).

6.4. Sofern bei Angeboten und Sonderleistungen abweichende Stornierungs- und Umbuchungsbedingungen genannt sind, gehen diese vor.

6.5. Es bleibt Ihnen der Nachweis unbenommen, dass die Entschädigung bei Berücksichtigung des Reisepreises unter Abzug des Wertes der von uns ersparten Aufwendungen sowie dessen, was wir durch anderweitige Verwendung der Reiseleistungen erwerben können, niedriger ist als in den vorstehenden Pauschalen ausgewiesen oder überhaupt nicht entstanden ist.

6.6. Wir behalten uns vor, in Abweichung von den vereinbarten Pauschalbeträgen eine konkrete Entschädigung zu fordern, welche nicht über den geschuldeten Reisepreis hinausgeht. In diesem Fall sind wir verpflichtet, die geforderte Entschädigung unter Berücksichtigung der ersparten Aufwendungen und einer etwaigen, anderweitigen Verwendung der Reiseleistungen konkret zu beziffern und zu belegen.

6.7. Falls Reiseunterlagen, insbesondere Linienflugscheine, Bahnfahrkarten oder Fährtickets, bereits ausgehändigt wurden, erfolgt ein

Sehr geehrte Fragestellerin,

zu Ihrer Frage nehme ich wie folgt Stellung.

Es erscheint mir bedenklich, ob die von Ihnen zitierten Klauseln der Allgemeinen Geschäftsbedingungen tatsächlich wirksam sind.

Stornopauschalen entsprechen nur dann der Regelung des § 651i Abs. 3 BGB, wenn sie ihrer Höhe nach die gewöhnlich ersparten Aufwendungen und die gewöhnlich anderweitige Verwertung hinreichend berücksichtigen. Der Reiseveranstalter ist dafür darlegungs- und beweisbelastet, dass er die Stornopauschalen unter Beachtung dieser Kriterien des Gesetzes berechnet hat (MünchKomm-Tonner, BGB. 6. Auflage 2012, § 651 i, Rz. 20).

Dementsprechend hat z.B. das OLG Düsseldorf mit Urteil vom 13.11.2014, Az. I-6 U 76/14 die Klausel eines Reisevertrages mit dem Wortlaut "Die pauschalierten Rücktrittskosten betragen: Bis zum 15. Tag vor Reisebeginn 40 % des Reisepreises,14. Tag bis 8. Tag vor Reisebeginn 60 % des Reisepreises,ab 7. Tag vor Reisebeginn 70% des Reisepreises,am Tag des Reiseantritts oder bei Nichtantritt der Reise 90 % des Reisepreises" für unwirksam erachtet.

Ähnlich entschieden hat auch der Bundesgerichtshof mit Urteil vom 19.12.2014, X ZR 85/12. Laut Pressemitteilung des BGH waren "auch die Klauseln betreffend die Rücktrittspauschalen unwirksam, da die beklagten Reiseveranstalter nicht ausreichend dargelegt haben, dass gewöhnlich Stornierungskosten in der behaupteten Höhe anfallen." Der Volltext der BGH-Entscheidung ist bis dato leider noch nicht veröffentlicht.

Sie sollten daher den Anbieter auffordern, die Entschädigung konkret zu begründen; dies insbesondere, da der Mindestsatz mit vorliegend 60 % noch über den Mindestsätzen des zitierten OLG-Urteils liegt. Maßgeblich ist dann die gesetzliche Regelung des § 651i BGB.

Sofern der Anbieter nicht reagiert, kann es sinnvoll sein, anwaltlich Hilfe in Anspruch zu nehmen, um Ihren Einwendungen Nachdruck zu verleihen.

Ich hoffe, Ihre Frage abschließend erfasst zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

Matthes
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 13.02.2015 | 13:43

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