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Steuern und Kindesunterhalt


05.08.2006 03:26 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von



Guten Tag !
Mein Mann zahlt Kindesunterhalt an zwei Kinder aus erster Ehe und wurde als Mangelfall eingestuft, da er in der Steuerklasse III nur ca. 1650 Euro netto verdient. Wir haben noch ein gemeinsames Kind, geb. 2002. Der Kindesunterhalt wurde vom Jugendamt im Jahre 2004 errechnet.
Da ich nach meinem "Erziehungsurlaub" 2002 bis 2004 im Jahre 2005 wieder mehr verdiene - ca. 900 Euro netto als selbständig Tätige, haben wir laut Steuerbescheid eine Nachzahlung in Höhe von 3000 Euro für 2005 zu bezahlen. Mein Mann hat in 2005 lediglich 1000 Euro an Steuern vorausgezahlt, von mir wurden keine Vorauszahlungen entrichtet.
Meine Frage wäre, wie sich bei der Berechnung des Kindesunterhalts diese Steuernachzahlung auswirkt. Muß ich die Steuerlast alleine tragen oder wird sie anteilig auf mich und meinen Mann abhängig vom Einkommen umgelegt ?
Welche Steuerklasse ist vor diesem Hintergrund für meinen Mann zu empfehlen - III oder IV ? Wahrscheinlich wird der KU Ende diesen Jahres neu berechnet. In der Steuerklasse IV hätte er ein Nettoeinkommen von 1350 Euro.
Mir persönlich geht es darum, daß ich die Steuerlast nicht alleine tragen kann, da ich selbst ein minderjähriges Kind habe, dem ich zum Unterhalt verpflichtet bin.
Danke im Voraus für Ihre sachkundigen Beiträge.

Mit freundlichen Grüßen
R.K.
06.08.2006 | 12:15

Antwort

von


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Sehr geehrte Fragestellerin,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich wie folgt beantworten möchte:

Entscheidend für die "Aufteilung" der Steuernachzahlung ist, wie Sie veranlagt werden. Ich gehe davon aus, daß Sie die Zusammenveranlagung gewählt haben. Die ganz genaue Aufteilung kann eigentlich nur ein Steuerberater errechnen. Ich kann Ihnen nur das Grundprinzip darstellen: Es ist für jeden Ehegatten getrennt das zu versteuernde Einkommen zu ermitteln. Hiervon wird ermittelt, wieviel Steuern jeder Ehegatte bei getrennter Veranlagung zu zahlen hätte. Man erhält so das Ergebnis bzw. den Betrag, den jeder bei getrennter Veranlagung zu zahlen hätte. Nun liest man aus dem Steuerbescheid die gemeinsame Steuerschuld ab, die tatsächlich ( also bei gemeinsamer Veranlagung) besteht und ermittelt die Ouoten der beiden Ehegatten. Von dieser Ouote ist abzuziehen, was die Ehegatten bereits während des Jahres an Steuervorauszahlungen geleistet haben.
Dieser ermittelte Betrag kann dann bei der Unterhaltszahlung berücksichtigt werden.Dieser Betrag kann aber nur für das Jahr ( hier 2006) berücksichtigt werden, in dem die Zahlung auch angefallen ist. Sie müßten daher möglichst schnell eine "Angleichung" der Unterhaltszahlung bewirken.
Zu der Frage der Steuerklasse kann ich Ihnen nur mitteilen, daß es üblich ist die Klasse IV zu wählen, wenn beide Partner in etwa gleich verdienen. Sobald ein Partner deutlich mehr verdient als der andere wählt der Besserverdienende die Steuerklasse III. Er erhält dadurch höhere Freibeträge und bekommt ein entsprechend hohes Nettogehalt. Dafür wird dem geringerverdienenden Partner mit der Steuerklasse V weniger ausbezahlt.
Eine "Verringerung" des Nettoeinkommens durch die Wahl einer "schlechteren" Steuerklasse ist für den unterhaltspflichtigen Partner nicht möglich. Der Unterhaltsverpflichtete ist verpflichtet, steuerliche Vorteile, die ihm möglich sin, auch wahrzunehmen. Er muss daher Steuerfreibeträge, die ihm zustehen, auch eintragen lassen. Wenn er dies nicht tut, wird er einfach so behandelt als hätte er die Freibeträge eintragen lassen ( fiktive Besteuerung wird vorgenommen). Der Unterhaltsverpflichtete muss in einer neuen Ehe mindestens die Steuerklasse IV wählen. Er darf nicht Steuerklasse V wählen. Da Sie auch unterhaltspflichtig sind, kommt somit für Sie beide nur die Aufteilung IV / IV in Frage. Danach müssen Sie aber im Ergebnis nicht mehr Steuern zahlen, sondern nur höhere Vorauszahlungen leisten ( und bekommen dann eine höhere Steuererstattung).
Meine Ausführungen können lediglich eine Orientierungshilfe sein, da für eine genauere Auskunft das Sichten von Unterlagen erforderlich ist, sowie auch eine Einschätzung eines Steuerberaters angeraten wird.

Ich hoffe Ihnen soweit geholfen zu haben und verbleibe
mit freundlichen Grüßen

Diana Wollinger
Rechtsanwältin


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