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Kindesunterhalt Berechnung des bereinigten Einkommens

20.02.2015 16:57 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Notarin und Rechtsanwältin Anja Holzapfel


Zusammenfassung: Zur Ermittlung des unterhaltsrechtlich relevanten Nettoeinkommens


Hier die Eckdaten:

• Sohn 7 Jahre alt, lebt bei der Mutter
• Rechtskräftige Scheidung Nov. 2014
• Hauseigentümer (hatte ich vor der Eheschließung)
• Privater PKW – Ich erhalte eine pauschale von 30 Cent/Kilometer vom AG nur für
Geschäftsfahrten
• Homeoffice – Kein Arbeitsweg
• Angestellter

Einnahmen:

Durchschnittliches Nettogehalt: 4.316,53
Mieteinnahme: 364,00
Einkommensteuerrückzahlung: 77,69 (Durchschnitt auf Monat gerechnet)
Wohnwert: ???

Ausgaben:

Grundsteuer: 261,82
Private Krankenversicherung: 508,77
Gebäudeversicherung: 424,88
Kredit: 526,40
Rückführung Girokonto: 200,00
Hypotheken gesamt: 1.173,57

Bemerkungen:

Der Kredit wurde während der Ehezeit aufgenommen und mehrfach aufgestockt. Ich alleine habe den Kredit unterschrieben.
Rückführung Girokonto: Das Girokonto wurde während der Ehe überzogen, da ich keinen weiteren Kredit mehr aufnehmen wollte. Die Summe von 200,00 halte ich bei einer Überziehung von 5.000,-- als angemessen.

Fragen:

• Ich habe ein Zweifamilienhaus, eine Wohnung ist vermietet, in der anderen wohne ich.
Die Mieteinnahme beträgt: 364,-- € entspricht 6,00 € m². Welchen Wohnwert kann ich
hier ansetzten? Sofern dieser überhaupt anzusetzen ist?

• Sind die Kosten für einen Steuerberater abziehbar?

• Die Hypothek ist inkl. Tilgung, muss ich die Tilgung von dem Darlehen abziehen?

• Kann ich berufsbedingte Aufwendungen geltend machen? Wenn ja, in welcher Höhe/
welcher Prozentsatz?

• Kann ich das Arbeitszimmer (Homeoffice) abziehen?

• Ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung abziehbar?

• Kann ich Rechtsanwaltskosten bezüglich der Scheidung und wegen des
Umgangsrechtes abziehen?

• Muss ich die 30 Cent/Kilometer für Geschäftsfahrten dem Einkommen dazurechnen?

• Wie hoch ist der zu zahlende Kindesunterhalt?

• Gibt es weitere Positionen die abzugsfähig sind?


Sofern ich Positionen aufgeführt habe die nicht abzugsfähig sind, bitte um kurze Erläuterung.

Sehr geehrter Fragesteller,



Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen wie folgt beantworten:


• Ich habe ein Zweifamilienhaus, eine Wohnung ist vermietet, in der anderen wohne ich.
Die Mieteinnahme beträgt: 364,-- € entspricht 6,00 € m². Welchen Wohnwert kann ich hier ansetzten? Sofern dieser überhaupt anzusetzen ist?

Der Wohnvorteil wird in Höhe der Kaltmiete, die Sie bei Vermietung erzielen würde, angesetzt. Hier wären nach Ihrer Schilderung 6 € pro Quadratmeter selbstgenutzter Wohnfläche plausibel.


• Sind die Kosten für einen Steuerberater abziehbar?

Ja. Hat der BGH so am 27.5.09 entschieden.


• Die Hypothek ist inkl. Tilgung, muss ich die Tilgung von dem Darlehen abziehen?


Die Zinsen sind abzugsfähig, die Tilgung stellt einen Vermögenszuwachs dar und ist deshalb grundsätzlich nicht abzugsfähig. Als zusätzliche Altersvorsorge kann die Tilgung allerdings mit bis zu 4 % des Vorjahresbruttoeinkommens (pro Jahr) berücksichtigt werden.


• Kann ich berufsbedingte Aufwendungen geltend machen? Wenn ja, in welcher Höhe/ welcher Prozentsatz?

Grundsätzlich 5 % vom Nettoeinkommen.


• Kann ich das Arbeitszimmer (Homeoffice) abziehen?

Nur alternativ zur Pauschale von 5 %. Dann müssten Sie alle Ausgabenpositionen, die mit dem Home-Office verbunden sind, konkret darlegen und ggf. beweisen. Kosten, die Ihnen Ihr Arbeitgeber erstatten, müssten natürlich herausgerechnet werden. Soweit Sie allerdings die Zinsen für die ganze Immobilie absetzen, können diese nicht anteilig noch einmal für das Arbeitszimmer berücksichtigt werden.


• Ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung abziehbar?

Ja.


• Kann ich Rechtsanwaltskosten bezüglich der Scheidung und wegen des
Umgangsrechtes abziehen?

Üblicherweise nicht. Eine Ausnahme kann gelten, wenn hierfür ein Kredit aufgenommen werden musste.


• Muss ich die 30 Cent/Kilometer für Geschäftsfahrten dem Einkommen dazurechnen?

Es ist ein Null-Summen-Spiel, da der Arbeitgeber die Kosten erstattet: Die Kosten entstehen Ihnen, Sie bekommen Sie aber ersetzt. Entweder berücksichtigen Sie die Kosten und die Erstattung in der Einkommensermittlung, oder Sie lassen diese Positionen gleich weg.


• Wie hoch ist der zu zahlende Kindesunterhalt?

Das lässt sich nicht abschließend beurteilen, da die Höhe des Wohnvorteils nicht bekannt ist. Dasselbe gilt für die Aufteilung von Zins und Tilgung und die Höhe der Koten für Ihr Arbeitszimmer, wenn eine konkrete Berechnung der berufsbedingten Aufwendungen erfolgen soll. Problematisch sind auch die insgesamt hohen Kreditkosten incl. Girokonto. Es ist damit zu rechnen, dass Ihnen eine Streckung der Tilgung abverlangt wird.



• Gibt es weitere Positionen die abzugsfähig sind?

Von Ihren aufgeführten Postionen sind Grundsteuer und Gebäudeversicherung nicht abzugsfähig; bei den Krediten habe ich Bedenken, ob diese in voller Höhe berücksichtigt werden. Sollten Sie eine zusätzliche Altersvorsorge (Lebensversicherung, private Rentenversicherung, o. ä.) betreiben, wäre diese insgesamt mit bis zu 4 % des Vorjahresbruttoeinkommens (pro Jahr) abzugsfähig (s. o.), allerdings incl. der Tilgung für die Immobilie.

Die Mieteinnahmen sind grundsätzlich als Einkommen zu werten. Wenn allerdings konkrete Kosten mit der Vermietung einhergehen, z. B. Instandhaltungsmaßnahmen durchgeführt worden sind, können diese Kosten - verteilt auf einen angemessenen Zeitraum - einkommensmindernd geltend gemacht werden.


Im Hinblick auf Ihre komplexen Einkommensverhältnisse sollten Sie einen ortsansässigen, im Familienrecht erfahrenen Anwalt damit beauftragen, den Unterhalt zu ermittelt. Dies ist ohne Kenntnis aller Positionen nicht rechtssicher möglich und übersteigt deshalb die Möglichkeiten einer Online-Beratung.



Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen.



Mit freundlichen Grüßen

Anja Holzapfel
-Rechtsanwältin-
-Fachanwältin für Familienrecht-

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