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Schwerbehindertenrecht: Widerspruch gegen Feststellung des GdB durch Versorgungsamt

15.03.2011 18:03 |
Preis: ***,00 € |

Sozialrecht


Hallo,

meine Mutter hat beim Versorgungsamt nach Rücksprache mit Ihrem Hausarzt die Feststellung eines GdB von 50% beantragt. Nun hat Sie den Bescheid bekommen und das Versorgungsamt hat alle Erkrankungen berücksichtigt und bestätigt (sogar solche, die nicht im Antrag standen). Es wurde ein GdB von 30 mit dauerhafter Beeinträchtigung der körperlichen Bewegungsfähigkeit festgestellt.

Meiner Meinung nach ist der festgestellte GdB zu niedrig. Erkrankungen sind:

1. Psychovegetative Störungen, Funktionelle Organbeschwerden, Funktionelle Störung des Dickdarms (Colon irritabel):

Meine Mutter hat ständig wechselnden Stuhldrang, der oftmals mit starken Durchfällen und Schmerzen (tilweise auch Nachts) verbunden ist. Sie hat z.B. von Ihrem Arbeitplatz bis nach Hause eine Strecke von 700 m, trotzdem hat Sie in letzter Zeit es manchmal nicht mehr geschafft und in die Hose gemacht. Ein Einkaufen und Teilnahme am normalen Leben ist fast nicht mehr möglich, weshalb Sie psychisch stark darunter leidet. Nach den "Durchfallattacken" ist sie oftmals dermaßen ausgelaugt und erschöpft, das sie sich nur noch hinlegen kann. Sie hat in den letzten Jahren auch stark abgenommen, da sie kaum noch etwas essen mag.

2.Schwerhörigkjeit beidseitig, Ohrgeräusche (Tinnitus), Gleichgewichtsstörungen:

Meine Mutter muss ständig Ohrstöpsel tragen, die Geräusche rausfiltern, weil sie eine starke Überempfindlichkeit gegen hohe Töne hat (bei Ihrem Job als Kindergärtnerin ist das ziemlich übel). Alle Orte, an denn Geräusche auftreten sind somit tabu, Fernsehen und Musik zu Hause ebenfalls. Zusätzlich kommen teils starke Schwindelgefühle bei Bewegungen hinzu, seit sie einen Hörsturz hatte.

3. Chronische Magenschleimhautentzündung: Stand nicht im Antrag, ist aber seit Jahren bekannt.

4. Funktionsbehinderung der Wirbelsäule: Verursacht permanent leichte Rückenschmerzen, teilweise auch mal Tage, an denen jede Bewegung schmerzt.

Meine Einschätzung: Meine Mutter hat mittlerweile kaum noch Freude am Leben, sie quält sich den ganzen Tag auf Arbeit durch die Geräuschkulisse, muss ständig in "Sichtweite" einer Toilette leben und ist durch die Darmgeschichten körperlich und psychisch total ausgelaugt. Sie hat auch sehr stark abgenommen in den letzten Jahren.

Macht es Sinn, gegen den Bescheid Widerspruch einzulegen? Der Hausarzt hat dies empfohlen, da seiner Meinung nach, das Gesamtbild nicht ausreichend berücksichtigt wurde.

Wie sind die Aussichten auf Erfolg?

Danke im Voraus!

Viele Grüße

Sehr geehrter Fragesteller,

unter Berücksichtung Ihrer Angaben kann ich Ihnen folgende Antwort geben.

1. Ein Widerspruch ist gegen den Bescheid möglich. Der Widerspruch muss innerhalb eines Monats bei dem Versorgungsamt eingegangen sein. Er muss nicht, sollte aber begründet werden.
Bei einer Verschlimmerung des Zustandes kann zudem jederzeit ein neuer Antrag („Verschlimmerungsantrag") gestellt werden.

2. Die Erfolgschancen hängen von den festgestellten Graden der Schädigung/Behinderung ab. Diese werden an Hand der Versorgungsmedizinverordnung und deren Teil B, Tabelle der Schädigungsgrade, bewertet. Für die von Ihnen mitgeteilten Beeinträchtigungen sind dort folgende Werte abzulesen, die je nach ärztlich festgestellter Schwere angenommen werden:

a) 1. Psychovegetative Störungen, Funktionelle Organbeschwerden, Funktionelle Störung des Dickdarms (Colon irritabel):
GdB 0-10/20

b) 2.Schwerhörigkjeit beidseitig, Ohrgeräusche (Tinnitus), Gleichgewichtsstörungen:
Die Schwerhörigkeit muss gemessen werden, deshalb so nicht zu klären, insgesamt ein GdB von 0-30

c) 3. Chronische Magenschleimhautentzündung: Stand nicht im Antrag, ist aber seit Jahren
GdB 0-10

d) 4. Funktionsbehinderung der Wirbelsäule: Verursacht permanent leichte Rückenschmerzen,
GdB 0-20

Die Werte werden nicht zusammengerechnet, sondern der höchste Einzelwert unter Berücksichtigung aller anderen Werte angemessen erhöht.
Konkret heißt das für Ihren Fall, dass ein Gesamtgrad der Schädigung von 30 vertretbar erscheint. Eine genaue Erfolgsabwägung für einen Rechtsstreit ist damit kaum möglich, da nach Ihren Angaben keine Schädigungen vorliegen, die insgesamt einen GdB von 50 erwarten lassen.

Es kann Ihnen deshalb nur angeraten werden, auf jeden Fall Widerspruch einzulegen mit einer eingehenden Begründung und Schilderung aller Beschwerden. Sie sollten dann auf einer Nachbegutachtung bestehen.

Ich hoffe, Ihnen mit diesen Ausführungen etwas Klarheit gegeben zu haben. Bitte beachten Sie, dass gerade die Einschätzung eines GdB immer eine Abwägung und vor allem eine medizinisch Begutachtung erfordert, die im Einzelfall zu einer abweichenden Einschätzung kommen kann.

Mit freundlichen Grüßen

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