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Reparatur meines Unfallautos, Ansprüche an Haftpflichtversicherung des Unfallgegners

| 11.05.2015 01:32 |
Preis: ***,00 € |

Verkehrsrecht


Zusammenfassung:

Eine vorschnelle Reparatur des eigenen Kfz nach einem Verkehrsunfall kann zu Beweisschwierigkeiten führen bei der Regulierung des Verkehrsunfalls.

Folgender Sachverhalt:

Am vergangenen Freitag wollte ich an einer Kreuzung links abbiegen, an der der Verkehr
normalerweise durch eine Ampel geregelt wird. Als ich die Kreuzung befuhr, war die
Ampelanlage jedoch ausgefallen, so dass für mich das unter der Ampel befindliche Schild
"Vorfahrt gewähren" galt. Die vorfahrtberechtigte Straße ist eine gut ausgebaute
Bundesstraße mit zwei Fahrstreifen je Fahrtrichtung. Links von mir näherten sich auf dem
rechten Fahrstreifen der vorfahrtberechtigten Straße mehrere Fahrzeuge der Kreuzung,
allerdings nur sehr langsam mit Schrittgeschwindigkeit.
Ich fuhr sehr langsam in die Kreuzung ein und bemerkte dabei zu spät, dass sich auf der
linken Spur der Vorfahrtsstraße ein PKW mit relativ hoher Geschwindigkeit der Kreuzung
näherte. Der Fahrer dieses Autos versuchte noch auszuweichen, rammte mein Auto aber
dennoch vorne links, so dass die komplette Vorderfront meines Autos abgerissen wurde.
Räder, Motor und Lenkung sind allerdings noch intakt, so dass ich annehme, dass es kein
Totalschaden ist. Dennoch vermute ich, dass die Reparatur sehr teuer wird.
Der Unfall wurde von der Polizei aufgenommen, es wurde aber bislang niemand verwarnt.
Die Polizisten teilten mir jedoch mit, dass sich die Verkehrspolizei möglicherweise noch
mit mir in Verbindung setzen wird.
Auf Grund dieses Sachverhalts bin ich mir nun nicht sicher, wer einen wie großen Teil der Unfallschuld zugesprochen bekommt, fürchte jedoch, dass man mir wegen des "Vorfahrt
gewähren" Schildes zumindest eine Mitschuld anlastet.

Ich habe mein Auto zu einer Werkstatt abschleppen lassen und diese mit der Kalkulation
der Reparaturkosten beauftragt. Die Werkstatt will sich demnächst bei mir melden, um mir
das Ergebnis der Kalkulation mitzuteilen und die weitere Vorgehensweise zu besprechen.

Nun will ich einerseits möglichst schnell wieder ein funktionstüchtiges Auto; andererseits
möchte ich aber durch eine schelle Reparatur keine Nachteile bei der Schadensregulierung haben.
Daher meine Frage: Kann ich die notwendigen Reparaturen an meinem Fahrzeug
beauftragen, ohne Nachteile bei der Durchsetzung etwaiger Ansprüche bei der
gegnerischen Haftpflichtversicherung befürchten zu müssen?

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Bevor Sie Ihr Kfz reparieren lassen, sollten Sie zur Sicherheit die unfallbedingten Schäden möglichst beweissicher feststellen lassen, sonst drohen Ihnen bei einer späteren Schadensregulierung mit der gegnerischen Versicherung in der Tat Nachteile, wenn der Umfang des Schadens bestritten werden soll.

Bei einem gravierenden Sachschaden - hiernach klingt es - ist in der Regel die Einholung eines SV-Gutachtens notwendig (häufig "schickt" auch die gegnerische Versicherung ihren eigenen Gutachter los). Bei kleineren Schäden reicht möglicherweise auch ein aussagekräftiger Kostenvoranschlag o.ä.

Sie sollten zumindest Fotoaufnahmen von Ihrem Kfz im verunfallten Zustand machen. Da die Polizei auch Fotoaufnahmen am Unfallort gemacht haben wird, könnten Sie auch mit einem Anwalt an die "Unfallakte" der Polizei mit diesen Aufnahmen zusätzlich kommen; eine Aussage über die Haftungslage wird dann sicherlich auch möglich.

Eine schnelle Reparatur birgt also Gefahren in sich, da im späteren Bestreitensfall durch die gegnerische Versicherung ein Verlust der Beweismöglichkeiten droht, wenn der Schaden nicht bestmöglichst dokumentiert ist.

Wenn Ihr eigener PKW nicht kaskoversichert ist, hängt die Regulierungsfrage allerdings in der Tat ausschließlich an der gegnerischen Versicherung, die nur einstandspflichtig ist, wenn das bei dieser Versicherung versicherte Kfz auch für den Schaden haftet. Bei Ihrer Schilderung könnte es daher auch gut möglich sein, dass Sie im Ergebnis allein für die Unfallschäden haften (das lässt sich allerdings mit hinreichender Präzision mittels "Ferndiagnose" und ohne Akteneinsicht nicht beurteilen), da Sie vermeintlich die Vorfahrt missachtet haben. Wenn der Unfall dann noch für den Gegner ein unabwendbares Ereignis war (ihn also kein Verschulden trifft und auch nicht aus Gründen der sog. Betriebsgefahr gehaftet) wird, müsste mit einer Alleinhaftung von Ihnen gerechnet werden.

Kommt eine Mithaftung des Gegners allerdings in Betracht, so kann daher im Falle einer "vorschnellen" Reparatur im Folgenden tatsächlich ein Problem auftreten. Ist der Schaden trotz einer Reparatur gut und nachvollziehbar dokumentiert, kann das auch ausreichend sein. Vieles hängt also letztendlich vom konkreten Einzelfall und der Handhabung der jeweiligen Haftpflichtversicherung ab (auch unter dem letzteren Gesichtspunkt kann es gravierende Unterschiede geben).


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Bewertung des Fragestellers 17.05.2015 | 14:45

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