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Verkehrsunfall - Rückwärtsfahrt des Unfallgegners Versicherung lehnt Regulierung ab


15.12.2017 17:50 |
Preis: 35,00 € |

Verkehrsrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Sehr geehrte Damen und Herren,

im September diesen Jahres kam es zu einem Verkehrsunfall, welcher mit einem wirtschaftlichen Totalschaden an meinem Fahrzeug endete.

Das ganze spielte sich einer 30er Zone ab, falls dies für den Fall wichtig ist.

Zu diesem Fall habe ich bereits einen Anwalt kontaktiert, wollte jedoch über diese Plattform mal eine zweite Meinung einholen zwecks Aussicht auf Klageerfolg da die Versicherung die Regulierung bisher abgelehnt hat mit der Begründung, dass ich als Wartepflichtiger Verkehrsteilnehmer der aus dem ruhenden Raum in den fließenden Vekehr einfahren möchte, besondere Vorsicht walten lassen muss.

Mein Fahrzeug stand auf einem Parkplatz und die augenscheinliche Verursachererin stand vom Fahrersitz gesehen aus etwas links, halb auf der Straße und halb in der Zufahrt der Wohngebäude (es handelt sich um eine Feuerwehrzufahrt für die dort angrenzenden Wohnblöcke). Sie können es sich wie eine T-Kreuzung vorstellen. Die Unfallverursachererin stellte dort ihr Auto ab und blieb mit leuchtenden Bremslichtern im Fahrzeug sitzen und schaute die ganze Zeit Richtung Wohnblock da sie vermutlich auf eine Person wartete o.ä.

Ich saß mit meiner Freundin im Auto, die Unfallverursachererin saß allein im Auto.

Ich startete mein Auto und schaltete das Licht an, ich fuhr langsam bis abgesenkten Bordsteinkante des Parkplatz vor und schaute nochmals zum anderen Fahrzeug, weiterhin musste ich mich vergewissern ob evtl. vorbeifahrender Querverkehr nicht gefährdet wird.

Die Verursacherein stand immer noch mit leuchtenden Bremslichtern an der selben Stelle. Ich fuhr also langsam bis zur Bordsteinkante vor und vergewisserte mich mehrmals, ob die Verursacherein das Fahrzeug in Bewegung setzte.

Ich fuhr dann mit Schrittgeschwindigkeit in den "fließenden Verkehr" ein um für eine eventuelle Kollision bremsbereit zu sein.

Erst als ich mit meiner Fahrertür auf der Höhe des Hecks des anderen Fahrzeuges war, leuchteten plötzlich die Rückfahrscheinwerfer auf und das Fahrzeug setzte unmittelbar zurück. Wir versuchten noch, die Fahrerein mittels Hupen vor einer Kollision zu warnen, jedoch war der Aufprall dann schon geschehen. Meiner Meinung nach hätte die Unfallverursacherein das Fahrzeug in ihren Außenspiegel und spätestens im Rückspiegel beim zurücksetzen sehen müssen.

Wir riefen dann die Polizei wobei die Fahrerein gleich noch vor Ort wegen Tatbestand "109649" verwarnt wurde. Auf dem Unfallbericht der Polizei wurde auch eingetragen, dass sie verwarnt wurde.

Meine Fragen

1. Wie schätzen Sie die Schuldfrage ein? Gern kann ich Ihnen eine Unfallskizze senden um den Sachverhalt besser einzuschätzen!

2. Wie hoch ist die Aussicht auf einen Erfolg vor Gericht?

3. Trage ich eine eventuelle Mitschuld da ich als "ruhender Verkehr" wartepflichtig bin?

4. Der ganze Sachverhalt zögert sich nun schon drei Monate heraus. Kann man die Versicherung dafür in Regress nehmen? Gibt es bei einfach gelagerten Haftpflichtschäden eine Höchstbearbeitungszeit für solche Sachen?

Ich danke Ihnen vorab rechtherzlich für Ihre Antwort!

Freundliche Grüße
15.12.2017 | 18:52

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

1.
Grundsätzlich ist schon richtig, dass man beim Einfahren in den fließenden Verkehr zu besonderer Vorsicht verpflichtet ist. Nach Ihrer Schilderung könnten Sie sich jedoch entsprechend vorsichtig verhalten haben.

Auch und erst recht beim Rückwärtsfahren ist besondere Vorsicht erforderlich. Hier spricht der Beweis des ersten Anscheins für ein Verschulden der Unfallgegnerin.

Wie die Polizei den Unfallhergang beurteilt hat und dass die Unfallgegnerin verwarnt wurde, ist zivilrechtlich unerheblich.

Beie einem Verkehrsunfall geht es nicht nur um die Schuldfrage, sondern es gent auch um die Gefährdungshaftung (§ 7 StVG). Meist erfolgt daher eine Haftungsverteilung.

2.
Wie gross Ihre Erfolgsaussichten vor Gericht sind, kann im Rahmen dieses Forums seriös leider nicht eingeschätzt werden.

3.
Sie trifft möglicherweise eine Mithaftung, wofür ggf. die Gefährdungshaftung ausreicht.

4.
Sie können grundsätzlich Klage erheben und dort auch Verzugszinsen geltend machen.

Eine " Höchstbearbeitungszeit" gibt es aber auch bei einfach gelagerten Unfallhergängen aber nicht.

Manche Kfz-Haftpflichtversicherer taktieren sogar, ob der Unfallgegner Klage erhebt oder nicht.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Reinhard Moosmann

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