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Haftpflichtversicherung will nicht alles zahlen - was tun?

16.09.2013 11:50 |
Preis: ***,00 € |

Verkehrsrecht


Zusammenfassung:

Weist man ein besonderes Interesse an der Mangelfreiheit seines Fahrzeuges nach einem Unfall nach, hat man Anspruch auf Reparaturersatz auch über den Widerbeschaffungswert hinaus (bis zu 130 %). Voraussetzung ist die tatsächliche fachgerechte Reparaur und die tatsächliche Nutzung nach derselben.

Sehr geehrte Damen und Herren.
könnten Sie kurzfristig bei einem Verkehrsschaden helfen?
Es geht um einen Unfall, der mir vor wenigen Wochen passiert ist. Die
Schuldfrage ist unproblematisch,- mein Unfall"konrahent" hat mir
eindeutig die Vorfahrt genommen,- das räumt er auch ohne weiteres ein
und hat das auch so seiner Haftpflicht mitgeteilt.
Das Problem ist eben diese Versicherung:
1.
Mein alter VW Golf war nach
Einschätzung des von meiner Frau mithilfe unserer Werkstatt beauftragten
Gutachters 2000 Euro wert. Laut dieses Gutachtens sollte die
Reparatur etwas mehr kosten,- 2200,Euro. So war es denn auch.
Die Versicherung der Gegenseite will aber nur die 2000 Euro zahlen.
2.
Der Wagen stand knapp eine Woche zur Reparatur in der Werkstatt ,meine Frau hat ihn dann abgeholt, da ich mir bei dem Unfall einen Fuss angebrochen habe. Da wir den Wagen da nicht fahren konnten, sollte die Versicherung zahlen
Die Versicherung meint allerdings,kein "Nutzungsausfall",mit dem Gips hätte ich eh nicht
fahren können.Aber das ist doch nicht der Punkt!?
Sehe ich das richtig? Kann ich mich auf einen Streit mit der
Versicherung einlassen?
Dank im voraus für die Hilfe
U.Behr

Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich im Rahmen einer Erstberatung, des gebotenen Einsatzes und aufgrund des von Ihnen geschilderten Sachverhalts wie folgt beantworten möchte:

zu 1.

Die Rechtssprechung erlaubt dem Geschädigten, sein Fahrzeug zu reparieren, wenn der Schaden am Pkw maximal 130% über dem Wiederbeschaffungswert liegt.

Nachweisen müssen Sie dann lediglich ihr "Intergritätsinzeresse", also Ihr Interesse, dass Fahrzeug trotz des schweren Schadens behalten zu wollen. Dieser Nachweis gelingt dann, wenn Sie Ihren Pkw behalten und ihn bis zu einer Grenze von 130 % des Wiederbeschaffungswertes ohne Abzug des Restwertes fachgerecht reparieren lassen. Zudem müssen Sie das Fahrzeug nach der Reparatur mind. 6 Monate nutzen.

Entsprechend steht Ihnen der Intergritätszuschlag (hier 200,00 €) auf Gutachtenbasis grundsätzlich erst nach Durchführung der Reparatur zu.

Alternativ zu einer damit nötigen Vorfinanzierung könnten Sie von der Versicherung eine verbindliche Kostenübernahmeerklärung gegenüber der Werkstatt verlangen.

Ich empfehle, zuächst die 2.000,00 € auszahlen zu lassen, aber mitzeuteilen, dass auf einer Restzahlung nach fachgerechter Reparatur bestanden wird. Ist fachgerecht repariert, sollte dann der Restbetrag angefordert werden.

zu 2.

Anspruch auf die Geltendmachung von Nutzungsausfall besteht, wenn Nutzungswille und Nutzungsmöglichkeit vorliegen.

Sollten Sie krankheitsbedingt nicht in der Lage sein,einen PKW zu nutzen, besteht die
Nutzungsmöglichkeit nicht. Die Nutzungsmöglichkeit liegt jedoch in einem solchen Falle gleichwohl vor, wenn das Fahrzeug gleichermaßen und regelmäßig nach einer vor dem Unfall getroffenen Zweckbestimmung durch einen Dritten, bspw. Ehegatte, Kind oder Freund mitbenutzt wird.

Ist dies der Fall, sollte dies der Versicherung nochmals ausdrücklich mitgeteilt werden, denn dann besteht grundsätzlich ein Ersatzanspruch, der natürlich auch klageweise geltend gemacht werden kann.Die Beweislast für das Vorliegen der Nutzungsmöglichkeit liegt bei Ihnen.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Sebastian Baur, Rechtsanwalt

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