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Reisestornierung Kanada wegen Corona

09.06.2020 10:14 |
Preis: ***,00 € |

Reiserecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Wir haben im Februar 2020 eine Pauschalreise (Flug + Mietwagen) bei Canusa für Juli 2020 gebucht. (Rocky Mountains + Vancouver Island)
Im März kam dann die Info, dass aufgrund von Corona derzeit ein Einreise Stopp gilt, aber dies den Zeitraum Juli nicht betrifft. Somit sollten wir unsere Reise antreten und es gab vom Veranstalter keine Stornierung.
Wir haben auch unsere Anzahlung (15% des Reisepreises) pünktlich im März bezahlt.
Die Restzahlung wäre Ende Mai fällig gewesen.
In Kanada gilt seit März ein kompletter Einreise Stopp, der nicht auf ein Datum beschränkt ist.
Wahrscheinlich dürfen keine Touristen in 2020 einreisen.
Derzeit sind die Grenzen weiterhin geschlossen.
Wir ab Mitte April versucht Canusa diverse Male telefonisch + per E-Mail zu erreichen. Leider erfolglos.
Aufgrund dessen haben wir am beschlossen, dass wir von uns aus am 21.4.20 die Reise stornieren. Wir haben gleich die Begründung angebracht, dass wir davon ausgehen, das die Reiseleistung von Canusa wegen der Einreisebestimmungen nicht erbracht werden kann.
Und dass wir unsere Stornogebühren zurück erstattet haben möchten.

In den AGB von Canusa steht 15% bei einer Stornierung von mehr als 60 Tagen.

Canusa hat uns von einer Stornierung abgeraten.
Am 3.6.20 kam dann endlich die Stornierung mit einer Anforderung von 15% des Reisepreises (Verrechnung der Anzahlung) zzgl. 220 € für die Stornierungskosten des Fluges.
Wir haben gleich geantwortet, dass wir die 220 € erst nach einer Prüfung des Anwalts bezahlen.

Müssen wir die Restzahlung leisten?
Bzw. Können wir die Anzahlung / Stornogebühren zurück verlangen?
Wie sollen wir uns jetzt verhalten?

Freundliche Grüße

09.06.2020 | 11:02

Antwort

von


(464)
Alte Schmelze 16
65201 Wiesbaden
Tel: 0611-13753371
Web: http://deutschland-schulden.de
E-Mail:

Sehr geehrte/r Fragesteller/in,

da es sich bei der von Ihnen gebuchten Reise offenbar um eine Pauschalreise handelt und diese aufgrund der Einreisesperre nicht durchführbar ist, steht Ihnen eine komplette Rückerstattung des Reisepreises zu.

Dieser Anspruch besteht nach § 651h BGB III auf komplette Rückerstattung des Reisepreises:

Zitat:
§ 651h
Rücktritt vor Reisebeginn
(1) ....
(2).....
(3) Abweichend von Absatz 1 Satz 3 kann der Reiseveranstalter keine Entschädigung verlangen, wenn am Bestimmungsort oder in dessen unmittelbarer Nähe unvermeidbare, außergewöhnliche Umstände auftreten, die die Durchführung der Pauschalreise oder die Beförderung von Personen an den Bestimmungsort erheblich beeinträchtigen. Umstände sind unvermeidbar und außergewöhnlich im Sinne dieses Untertitels, wenn sie nicht der Kontrolle der Partei unterliegen, die sich hierauf beruft, und sich ihre Folgen auch dann nicht hätten vermeiden lassen, wenn alle zumutbaren Vorkehrungen getroffen worden wären.


Die Flüge sind bei einer Pauschalreise grundsätzlich Teil der Gesamtleistung, hier trägt der Veranstalter das Risiko. Ein Verweis auf die Eigenverantwortlichkeit der Fluglinien ist nicht vorgesehen, ebensowenig die Geltendmachung irgendwelcher Stornokosten oder sonstigen Phantasiepauschalen. Wenn die Reise storniert wird, müssen auch die Flugkosten entsprechend erstattet werden, durch irgendwelche AGB-Klauseln kann hier auch nicht davon abgewichen werden, warum dies im Fall von canusa nicht gelten soll, ist nicht ersichtlich.

Es kann hier auch nicht geltend gemacht werden, dass Sie die Stornierung bereits lange im Voraus erklärt haben und zu diesem Zeitpunkt das Einreiseverbot nicht ersichtlich gewesen wäre. Ansonsten würde die Wirksamkeit von Stornierungen willkürlich davon abhängen wann von Seiten der jeweiligen Regierungen entschieden wird, es kommt vielmehr auf die objektive Lage und die Erklärung des Kunden an, beides ist in Ihrem Fall gegeben.

Nach § 651 V BGB ist nach der Stornierung die Anzahlung innerhalb von 14 Tagen zurückzuerstatten und damit überfällig.

Sie sollten canusa letztmalig eine Frist von 10 Tagen setzen und direkt mit der Beauftragung einen Anwalts drohen, erfolgt keine Zahlung sollten Sie dann einen Rechtsanwalt vor Ort mit der Wahrnehmung Ihrer Interessen beauftragen.

Ich hoffe damit Ihre Fragen zufriedenstellend beantwortet zu haben und wünsche Ihnen noch einen schönen Tag.

Mit freundlichen Grüßen,
RA Fabian Fricke


ANTWORT VON

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