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Praktikum in England, Kindergeld, Freiberufler, wie versteuern?

30.07.2012 00:46 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Ein Student, bei dem die Eltern vom Staat Kindergeld beziehen, arbeitet nebenberuflich ein halbes Jahr als selbstständiger Freiberufler, mit Einkünften von ca. 6.000 bis 7.000€, d.h. der Steuerfreibetrag dürfte relativ ausgeschöpft sein.
Gegen Ende des Jahres wird dieser Student als Angestellter für 3.5 Monate ein Praktikum bei einem Unternehmen in England machen, und dort einen Lohn von ca. 3.000€ netto (pro Monat) beziehen. Er wird seine Wohnung in Deutschland halten, sprich sowohl in UK als auch in Deutschland eine Postadresse haben, sich aber in England aufhalten. Das Studium läuft "nebenher" weiter.
Wo / Wie muss dieser Lohn versteuert werden? Landet dieser Student hierdurch dann in einer höheren Steuerklasse? Können die Eltern weiter Kindergeld beziehen? Wie viel bleibt brutto übrig?

Sehr geehrter Fragesteller,

Anhand des von Ihnen geschilderten Sachverhaltes (insbesondere der angegebenen Aufenthaltsdauer in England) beantworte ich Ihre Frage wie folgt:

1) Wo und Wie muss das in England erzielte Gehalt versteuert werden ?

Das in England erzielte Gehalt muss in England versteuert werden. Es spielt in diesem Fall keine Rolle, dass der Aufenthalt in England weniger als 183 Tage beträgt, da die Tätigkeit bei einem englischen Unternehmen in England ausgeübt wird.

Geregelt ist dies in Art. 11 (2) und (3) des Doppelbesteuerungsabkommens (DBA) zwischen Großbritannien und Deutschland. Art. 18 (2)des DBA regelt ferner, dass das in England versteuerte Gehalt nicht noch einmal in Deutschland versteuert werden muss.

Allerdings hat Deutschland das Recht, die so ausgenommenen Einkünfte bei der Festsetzung des Steuersatzes für die in Deutschland zu versteuernden Einkünfte zu berücksichtigen (Progressionsvorbehalt). Auf diesen Punkt werde ich unter Ziff. 2) noch gesondert eingehen.

Die Einkommensteuer in England wird von dem Arbeitgeber einbehalten und an das Finanzamt abgeführt. Auch das britische Steuersystem gewährt einen steuerlichen Grundfreibetrag von GBP 8,105, der Ihnen als EU-Bürger zumindest anteilig zustehen müsste. Das müssen Sie vor Ort persönlich, über einen Steuerberater oder über Ihren Arbeitgeber mit dem Finanzamt (HMRC) klären. Der nicht unter den Freibetrag fallende Gehaltsanteil wird gemäß HMRC-Tabelle mit 20% besteuert (Einkommen bis GBP 35,000).

2) Veränderung der Steuerklasse

Ich gehe davon aus, dass mit der Frage nicht die Änderung der Steuerklasse (diese ändert sich durch das in England erzielte Einkommen nicht) sondern eine Erhöhung der Progressionszone gemeint ist. Momentan liegen Ihre Einkünfte in Deutschland noch innerhalb des Grundfreibetrages, der EUR 8.004,- beträgt. § 32 b des Einkommensteuergesetzes regelt den Progressionsvorbehalt. Unter Abs. 1 Ziff. 3 dieser Vorschrift unterliegen Einkünfte, die aufgrund des DBA in Deutschland steuerfrei sind, dem Progressionsvorbehalt.

Ihr Einkommen aus England wird zwar in Deutschland nicht versteuert, `verbraucht´ aber den Grundfreibetrag in Deutschland. Ihr Einkommen aus freiberuflicher Tätigkeit wäre daher in der Progressionszone 1 und zum Teil in der Progressionszone 2 zu versteuern. Eine genaue Berechnung ist hier nicht möglich. Ich gehe von einem Steuersatz zwischen 20-24 % aus.

3) Kindergeldbezug
Da der Auslandsaufenthalt innerhalb der EU stattfindet und darüber hinaus nur für 3 1/2 Monate andauern soll, vermag ich keinen Grund zu erkennen , der einer Fortsetzung des Kindergeldbezuges entgegensteht. Auch sind seit 2012 die Einkommens- und Bezügegrenzen entfallen, allerdings nur sofern das Kind weder eine Berufsausbildung noch ein Studium abgeschlossen hat.

4) Eine genaue Berechnung, welcher Betrag Ihnen nach Abzug aller Steuern übrig bleibt (Nettobetrag), kann ich Ihnen nicht erteilen, verweise aber insofern auf meine Ausführungen zu Ziff. 1) und 2) und der dort aufgeführten Steuersätze.

Ich hoffe, Ihnen eine erste hilfreiche Orientierung ermöglicht zu haben.

Mit freundlichen Grüßen


Katrin Alegren-Benndorf
Rechtsanwältin

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