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Pflichtteil Berliner Testament

05.11.2008 01:15 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Wolfram Geyer


Grüß Gott,
folgender Sachverhalt liegt zu Grunde. Person A ist verstorben. Zum Zeitpunkt des Todes war Person A verheiratet mit Person B und lebte in ehelicher Zugewinngemeinschaft. Person A hat eine "Berliner Testament" hinterlassen in welchen er Person B als Alleinerbe einsetzt.Der gemeinsame Sohn ist als Nachfolgeerbe eingesetzt. Desweiteren existiert ein Sohn aus erster Ehe der nicht berücksichtigt wurde und nun Anspruch auf seinen gesetzlichen Pflichtteil in Höhe von 1/8 erhebt. Es ist ein Haus + Grundstück vorhanden sowie Barvermögen auf gemeinsamen Konten. Laut Grundbuch gehört das Haus zur je 1/2 Person A + Person B.
1. Ist es richtig, dass für die Berechnung des Pflichteils nur die Hälfte des Hauses + Grundstücks herangezogen wird,da die andere Hälfte Person B gehört ? Gleiche Frage für die gemeinsamen Konten von Person A und Person B.
2. Gibt es einen rechtlichen Anspruch auf Erstellung eines Vermögensverzeichnis aller Sach -und Geldwerte für den Sohn aus erster Ehe+ gehört ein Inventarverzeichnis des Hauses dazu (mittlere Innenausstattung, nichts Wertvolles ca. 10 Jahre alt aber gut erhalten)
3.Muss der Pflichtteil in Form von Bargeld ausgezahlt werden oder können auch Sachwerte übereignet werden
4.Person B hat vor 2 Jahren selbst Barvermögen geerbt , welches ein Großteil des Barvermögens auf den gemeinsamen Konten von Person A+B ausmacht, kann dieses Vermögen aus der Plichtteilsberechnung ausgenommen werden, da es nur an Person B vererbt wurde ?
5.Ist es richtig, dass der Sohn aus erster Ehe durch den Pflichtteil einen Eigentumsanteil am Haus erwirbt in Höhe von 1/8, wenn das ganze Haus oder in Höhe von 1/16, falls nur das halbe Haus bei der Plichteilsberechnung berücksichtigt wird.Wie kann man diesen Eigentumsanteil finanziell bewerten? Ist er gleichzusetzen mit1/8 oder 1/16 vom Wert des Hauses ?
6.Ein kleines Auto ist vorhanden, wird hier der Verkaufswert oder der Einkaufswert laut Berwertungslisten wie Schwacke oder DAT
für die Plichtteilsberechnung berücksichtigt.
Ich bedanke mich im Vorraus für die ausführliche und sachliche Bearbeitung meiner Anfrage.

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Sehr geehrte Ratsuchende,

1.
Nachdem Alleinerbe B bereits vor dem Ableben seines Ehegatten A nach Ihren Angaben zur Hälfte an dem bebauten Grundstück sowie an dem gemeinschaftlichen Barvermögen beteiligt war, steht im ersten Erbfall nur noch die andere Hälfte dem Nachlass zur Verteilung an die Erbberechtigten zur Verfügung. Somit hat auch der pflichtteilsberechtigte Sohn in der Tat nur einen Anspruch in Höhe von 1/8 des ererbten Vermögens, wozu eben nur die Hälfte des ursprünglich beiden Ehegatten gehörenden beweglichen und unbeweglichen Vermögens gehort.

2.
Ja. Der Sohn hat umfassende Auskunfts- und Wertermittlungsansprüche aus § 2314 BGB, die auch die Aufstellung eines Nachlassverzeichnisses umfassen.

3.
Der Pflichtteilsanspruch ist auf die Zahlung eines Geldbetrages gerichtet (§§ 2303 Abs. 1 Satz 2, 2317 BGB). Dies bedeutet, dass der Pflichtteilsberechtigte nicht die Übereignung bestimmter Nachlassgegenstände verlangen kann, dass andererseits der Erbe zur Befriedigung des Gekdanspruchs gezwungen werden kann, den Nachlass insoweit zu verwerten.

4.
Wenn die von B anderweitig ererbten Vermögenswerte gemeinschaftliches Vermogen der Ehegatten geworden sind (was zu klären wäre), können diese nicht von der Pflichtteilsberechnung ausgenommen werden.

5.
Nein, siehe oben. Der Sohn erhält keinen Anteil an der Immobilie, sondern nur einen Zahlungsanspruch gegenüber dem Alleinerben. Der Anspruch beläuft sich auf 1/8 des Nachlasses gemäß §§ 1371, 1924, 1931 BGB.

6.
Das Auto kommt mit dem Wert zum Ansatz, der bei einem Verkauf erzielbar ware.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen die Rechtslage in der gebotenen Kürze verständlich machen. Sollte noch Etwas unklar oder offen geblieben sein, können Sie gerne rückfragen.

Die hier zitierten Rechtsvorschriften finden Sie unter dem nachfolgend benannten Link:

http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/index.html

Mit freundlichen Grüßen

Wolfram Geyer
Rechtsanwalt

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