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Pauschalreise Tunesien + Mängel + Reisepreisminderung

19.09.2012 10:26 |
Preis: ***,00 € |

Reiserecht


Vom 08.09.2012-15.09.2012 war ich mit meiner Freundin in einem 5 Sterne Hotel in der Türkei der Urlaub hat für uns zusammen 1152 Euro gekostet.
Gebucht hatten wir außerdem extra ein Doppelzimmer mit Meerblick

Samstag 08.09.2012

Ankunft planmäßig um ca 14.00 im Hotel.
Bitte des Rezeptionisten doch kurz Platz zunehmen er würde unser Zimmer fertig machen.
Nach mehrmaligen Nachfragen und weiterem Warten wurde uns gegen 17.00 Uhr mitgeteilt das leider unserer Gewünschtes Zimmer nicht mehr frei wäre, da das Hotel voll ausgebucht sei.
Stattdessen wurden wir gebeten doch für 1 Nacht in eine Suite zu ziehen und am Nächsten Morgen unserer gebuchtest Zimmer zu bekommen.
Dieses nahmen wir dan auch an, da wir einfach froh waren nachdem wir den Ganzen Nachmittag noch nichts unternehmen konnten ein Zimmer für die Nacht zu haben.

Sonntag der 09.09.2012

Am Nächsten Morgen gegen 11 Uhr sind wir zusammen mit der Reiseleitung zur Rezeption gegangen um unserer gebuchtest Zimmer zu bekommen.
Der Rezeptionist meinte das wir unser Zimmer um 12 beziehen können.
Als wir um 12 unseren Schlüssel abhohlten und das Zimmer aufsperrtten war dort nichts geputzt (Gebraucht Handtücher, Müll usw vom Vorbenutzer noch im ganzen Zimmer.) außerdem hatte das Zimmer nur Meerblick, wenn ich mich mit meinem Kopft über den Balkon gebäugt hatte.
Also sind wir zurück zur Rezeption und haben um ein anderes Zimmer gebeten.
Daraufhin haben wir ein neues Zimmer "nur mal zum anschauen" bekommen, welches bis 13.30 bezugsfertig sein sollte. Diese hatte unseren Vorstellungen und der gebuchten Kategorie entsprochen. Nur Leider konnten wir es auch erst gegen 17 Uhr beziehen und mussten wieder warten.
Als wir das Zimmer um 17 Uhr bezogen stank es wirklich bestialisch darin.( schätzungsweiße war die Klimaanlage defekt also haben wir sie ausgemacht und erst einmal versucht durchzulüfte und das Zimmer verlassen.
Dies hat Leider nichts gebracht und somit schliefen wir halt die 1 Nacht darin da wir wirklich am späten Abend keine Lust mehr darauf hatten mit der Rezeption zu diskutieren.

Montag der 10.09.2012

Um 10.30 sind wir dann mit der Reiseleitung und er Gouvernante in das Zimmer ( beiden wurde augenblicklicht übel) um das zimmer zu besichtigen.
Daraufhin hatt die Reiseleitung wieder einen Zimmerwechsel veranlasst.
Wiedereinmal hatt es geheißen das wir unserer neues Zimmer gegen 13 uhr beziehen sollten.
Dies Passierte bis 16.30 leider auch nicht den da wurde uns dan mitgeteilt, dass Sie unseren Zimmerwechsel vergessen hätten und wieder kein Zimmer mehr frei sei und wir jetzt als Geschenk doch bitte in 1 Stunde wieder eine Suite beziehen sollten.

Diese Suite hatte Leider kein Licht im Hauptraum was wir der Putzfrau auch am Nächsten Tag gemeldet hatten aber bis zum Ende des Urlaubes nicht behoben wurde.
Auch Tropfte eine von 2 Klimaanlagen stark.


Bis Donnerstag den 13.09.2012 ging auch alles Gut.

Ich brauchte geschlagene 2 Stunden und musste 3 mal zur Rezeption am Abend und mich beschweren, da unere alten Handtücher zwar in der Früh von der Putzfrau mitgenommen wurde aber eine Zimmerreinigung den Ganzen Tag nicht erfolgt ist und wir somit weder Handtücher zum Duschen noch Toilletenpaier hatten was umso ärgerlicher war, da wir und viele andere Gäste Magenkrämpfe und Durchfall bekommen hatten.


In wie Weit kann man hier nachträgich den Reisepreis mindern und was muss ich hierzu genau machen?

Mit freundlichen Grüßen



Sehr geehrter Ratssuchender,

gerne beantworte ich Ihre Frage aufgrund Ihrer Sachverhaltsschilderung wie folgt:

Nach Ihrer Schilderung könnte durchaus eine Minderung des Reisepreises in Betracht kommen. Nach § 651 d Abs. 1 BGB kommt eine Minderung in Betracht, wenn die Reise mangelhaft war.

Dies setzt allerdings voraus, dass nach § 651 d Abs. 2 BGB eine unverzügliche (= ohne schuldhaftes Zögern) Mängelanzeige gegenüber dem Reiseveranstalter vor Ort erfolgte. Durch diese unverzüglich nach Feststellung der Mängel erfolgte Anzeige ist dem Veranstalter die Chance zu geben, den Mangel zu beseitigen (Führich, Reiserecht Rn 168).

Ihrer Schilderung entnehme ich, dass Sie hinsichtlich der Problematik der Zimmer bzw. Zimmerwechsel gemeinsam mit dem Reiseveranstalter die Rezeption aufgesucht haben, so dass ich davon ausgehe, dass Ihrerseits eine Mängelanzeige gegenüber einem Reiseveranstalter erfolgte.

Sofern Sie hinsichtlich der weiteren Punkte (Meerblick, Handtücher, fehlendes Licht, tropfende Klimaanlage in der Suite) diese Mängel dem Reiseveranstalter nicht angezeigt haben sollten, wäre eine Minderung nach § 651 d Abs. 2 BGB bereits aus diesem Grunde ausgeschlossen. Dies kann ich Ihrer Sachverhaltsschilderung leider nicht entnehmen.

Nach der Rechtsprechung stellt zumindest der Zimmerwechsel innerhalb des Hotels grundsätzlich einen Reisemangel i. S. d. § 651 c Abs. 1 BGB dar. So hat das LG Kleve u. a. entschieden, dass für einen aufgrund eines mangelhaften Zimmers erforderlichen Umzugs der Reisende die Rückerstattung des auf einen halben Urlaubstag entfallenden Reisepreises verlangen kann (LG Kleve, NJW-RR 2002, 634). Ähnlich hat dies auch das AG Köln entschieden, wonach der Aufwand für das Ein- und Auspacken und den Umzug selbst etwa mit einem halben Urlaubstag zu veranschlagen ist (AG Köln, NJW-RR 2004, 488).

Sollten Sie Ansprüche gegenüber dem Reiseveranstalter geltend machen wollen, müssten diesen über die Mängel schriftliche in Kenntnis zu setzen und unter Fristsetzung zur Minderung aufzufordern.

Bitte beachten Sie, dass nach § 651 g Abs. 1 S. 1 BGB diese Anmeldung innerhalb eines Monats nach der vertraglich vorgesehenen Beendigung der Reise (in Ihrem Fall wohl einen Monat nach Rückkehr am 15.09.2012) gegenüber dem Reiseveranstalter geltend zu machen sind.

In Ihrem Fall empfiehlt es sich einen im Reiserecht tätigen Rechtsanwalt mit der Wahrnehmung Ihrer Interessen zu beauftragen. Dieser könnte insoweit nach Rücksprache und Sichtung der Reiseunterlagen Ihre Ansprüche beziffern und gegenüber dem Reiseveranstalter geltend machen. Gerne stehe ich Ihnen insoweit zur Verfügung. Dies sollte im heutigen modernen Zeitalter der Übermittlung via eMail und Fax auch auf größere Entfernung kein Problem darstellen.

Ich hoffe, Ihnen einen ersten Überblick verschafft zu haben.

Ich weise abschließend darauf hin, dass es durch Hinzufügen und Weglassen wesentlicher Umstände im Sachverhalt durchaus zu einer komplett anderen rechtlichen Bewertung kommen kann.

Mit freundlichen Grüßen

Daniel Neubauer
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 19.09.2012 | 12:19

Vielen Dank erst mal für die Wirklich Gute Antwort.

Leider haben wir die die Fehlenden Handtücher, Tropfende Klimaanlage, Fehlendes Licht nur der Rezeption gemeldet somit sollte sich das Thema leider erledigt haben wenn ich das richtig Verstanden habe.

Kann man für die Wartezeit auf ein Zimmer am Anreisetag etwas geltend machen. ( Die Reiseleitung hat gesagt das laut ihrem Vertrag die Zimmer ab 14.00 Uhr bezugsfertig zu sein haben.)

Das wir eine Suite anstatt einem Doppelzimmer mit Meerblick hatten ist mit sicherheit auch kein Reisemangel.

Somit kann ich auf alle Fälle schon mal eine Tagesreisepreis Minderung wegen Zimmerumzügen am Sonntag und Montage geltend machen.




Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 19.09.2012 | 12:56

Sehr geehrter Ratssuchender,

gerne beantworte ich Ihre Nachfrage wie folgt:

Adressat der Mängelanzeige ist grundsätzlich die in den AGB des Reiseveranstalters angegebene Stelle bzw. die örtliche Reiseleitung oder Repräsentant des Veranstalters. Eine Mängelanzeige gegenüber dem Hotel ist nur dann ausreichend, wenn das Hotel ausdrücklich als Empfänger bezeichnet ist (Führich, Reiserecht Rn 169).

Aufgrund der Tatsache, dass die Suite höherwertiger als ein einfaches Doppelzimmer sein dürfte, dürfte hierin auch kein Reisemangel zu sehen sein.

Sofern Ihnen am Anreisetag ab spätestens 14:00 Uhr durch die Reiseleitung ein Zimmer zugesichert war, könnte auch hierin ein Reisemangel zu sehen sein. Insoweit haben Sie nach Ihrer Schilderung drei Stunden Wartezeit aufgewandt. Ob dies letztlich als Reisemangel ausreicht, kann ich pauschal nicht beurteilen, da dies teilweise auch noch als "Unannehmlichkeit" zu werten sein könnte. Zudem müssten Sie diese Zusicherung des Reiseveranstalters im Zweifel darlegen und beweisen.

Mit freundlichen Grüßen

Daniel Neubauer
Rechtsanwalt

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