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Online-Shop, sehr niedriger Preis, keine Lieferung


31.07.2007 16:03 |
Preis: ***,00 € |

Kaufrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Christian Mauritz



Ich habe bei einem Online-Shop 2 Monitore zu einem sehr niedrigen Preis bestellt, die Zahlung sollte per NN erfolgen.
Am selben Tag erhielt ich eine Bestellbestätigung mit den Preisen und den Versandkosten.
Auf eine Anfrage an den Verkäufer bezüglich des Liefertermins wurde mir mitgeteilt, dass die Preise ein Irrtum seien, die Bestellung storniert wurde und mein Kundenkonto gelöscht wurde.

Kann ich auf die Lieferung der Ware zu dem Angebotenen Preis, auch wenn dieser sehr gering ist, bestehen?

Vielen Dank für eine Antwort.

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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Frage möchte ich anhand der vorliegenden Informationen wie folgt beantworten:

1.
Wer sich bei Abgabe einer Erklärung über deren Inhalt im Irrtum befindet, oder wer sich schlicht verspricht, verschreibt oder vertippt, dem steht grds. ein Anfechtungsrecht zu. Tippt z.B. der Verkäufer im Rahmen seines Online-Shops statt 100,- € versehentlich 10,- € ein und wird die Ware dann für 10,- € statt für 100,- € verkauft, stellt dies einen Irrtum dar, der den Verkäufer zur Anfechtung berechtigt.

Mit der Anfechtung kann sich der Verkäufer vom Vertrag lösen, muss also die versehentlich zu billig ausgezeichnete Ware nicht liefern.

Die Anfechtung muss allerdings unverzüglich erfolgen. Lässt sich der Verkäufer nach Kenntnis aller Umstände, die eine Anfechtung rechtfertigen, zu lange Zeit, kann sein Anfechtungsrecht aus diesem Grund verwirkt sein.

Der Anfechtende macht sich allerdings gegenüber seinem Vertragspartner schadensersatpflichtig. Er muss ihm den Schaden ersetzen, den dieser dadurch erleidet, dass er auf die Gültigkeit des Vertrages vertraut hat, so z.B. aufgewandte Kosten oder Nachteile durch das Nichtzustandekommen eines möglichen anderen Geschäftes.

2.
Handelt es sich allerdings um einen verdeckten Kalkulationsirrtum, dann steht dem Verkäufer kein Anfechtungsrecht zu. Ein solcher Irrtum ist dann gegeben, wenn der Kaufpreisauszeichnung eine fehlerhafte, für den Kunden nicht einsehbare, Berechnung zugrunde liegt (Bsp.: der Verkäufer vertippt sich bei der Berechnung des Kaufpreises mit dem Taschenrechner).

3.
Welcher dieser beiden Irrtümer hier vorlag, kann von hier aus nicht beurteilt werden. Grds. muss der Verkäufer beweisen, dass ein zur Anfechtung berechtigender Irrtum vorlag. Sie können den Verkäufer daher zur Lieferung zum ausgezeichneten Preis auffordern, müssen aber ggf. damit rechnen, dass dem Verkäufer der Beweis, dass er anfechten durfte, gelingt.

Sofern also ein ersatzfähiger Schaden besteht, den Sie durch das Vertrauen auf das Zustandekommen des Kaufvertrages erlitten haben (Bsp.: Sie hätten die Monitore gewinnbringend weiterverkaufen können), wären Sie vermutlich besser damit beraten, die Anfechtung gelten zu lassen und stattdessen Ihren Schaden einzufordern.

Beachten Sie: Sofern der Preis erkennbar unverhältnismäßig niedrig war und sich Ihnen geradezu aufgrängen musste, dass hier offensichtlich ein Fehler vorlag, kann auch ein solcher Schadensersatzanspruch ausgeschlossen sein.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen einen hilfreichen ersten Überblick verschaffen. Bei Unklarheiten nutzen Sie bitte die kostenlose Nachfragefunktion.

Mit freundlichen Grüßen

Christian Mauritz
Rechtsanwalt
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