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Muss er sich die Tilgung in Höhe von 240,00 € bzw. die Differenz Miete /Belastung in Höhe von 200,00


08.11.2007 20:38 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Karin Plewe



Hallo,
könnte mir jemand bei der Beantwortung folgender Frage behilflich sein.
Mein Exmann wohnt mit meiner 17-jährigen Tochter im Wohnhaus, was zur Hälfte mir gehört.
Er hat die Belastung in Höhe von 920,00 € übernommen. Davon zahlt er meinen Tilgungsanteil in Höhe von 240,00 € und Zinsen in Höhe von 220,00 €. Hauskosten und Instandhaltung betragen ca. 80,00 €. Sein Tilgungsanteil beträgt ebenfalls 240,00 €. (4 % seines Bruttogehalts sind bereits als Altersvorsorge ausgeschöpft.) Eine monatliche Miete ist in Höhe von € 1.200,00 für 187 qm Wohn und 150 qm Nutzfläche realistisch.
Meine Frage: Muss er sich die Tilgung in Höhe von 240,00 € bzw. die Differenz Miete /Belastung in Höhe von 200,00 € als Wohnwert auf sein Einkommen anrechnen lassen?
Vielen Dank für die Hilfe.

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Sehr geehrte Fragestellerin,

der Wohnvorteil, der durch mietfreies Wohnen in eigenen Haus entsteht, ist unterhaltsrechtlich wie Einkommen zu behandeln. Allerdings liegt nur insoweit ein Wohnvorteil vor, als der Wohnwert (fiktive Miete) die berücksichtigungsfähigen Belastungen übersteigt. Dazu gehören Schuldzinsen, Instandhaltungskosten und verbrauchsunabhängige Kosten. Die Tilgung gehört nicht dazu, weil damit Vermögen gebildet wird.

Mit freundlichen Grüßen

Karin Plewe
Rechtsanwältin

info@kanzlei-plewe.de

Nachfrage vom Fragesteller 10.11.2007 | 09:28

Kann ich also davon ausgehen, dass meine 50 % der Belastung 460,00 €, seine Zinsen 220,00 € und die Instandhaltungskosten 80,00 € von den der fixtiven Miete 1.200,00 € abgezogen werden und sich somit ein Betrag von 440,00 € auf sein Einkommen anrechnen lassen?
Nochmals vielen Dank für Ihre super schnelle Antwort..

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 12.11.2007 | 09:40

Sehr geehrte Fragestellerin,

Ihr Tilgungsanteil wird beim Wohnwert nicht abgezogen, weil Ihr Exmann damit Vermögen (für Sie) bildet. Dies müsste jedoch anderweitig berücksichtigt werden. Er müsste Ihnen eigentlich eine fiktive Entschädigung dafür zahlen, dass er in "Ihrer Haushälfte" wohnt. Diese Entschädigung müsste mit diesem Tilgungsanteil verechnet werden. Das hängt auch davon ab, wie hoch die Schuldenbelastung insgesamt ist, ob also bereits ein Teil der Schulden abbezahlt ist und somit als gebundenes Kapital von ihm genutzt wird.

Mit freundlichen Grüßen

Karin Plewe
Rechtsanwältin

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