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Muss Vermieter Nachmieter akzeptieren - bei Jobwechsel?

16.04.2020 15:28 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von


Guten Tag,

die Situation stellt sich folgendermaßen dar:

Die Wohnung wurde von meinem Mann und mir zum 01/2016 (mit 3 Jahren Mindestmietdauer) angemietet und Ende 03/2020 regulär mit Dreimonatsfrist gekündigt.

Mein Mann hat zuvor nach Abschluss seiner Promotion ein Jobangebot ab 05/2020 (in über 500 km Entfernung) bekommen. Wir informierten unseren Vermieter hierüber und über die deshalb bevorstehende schriftliche Kündigung. Ich habe eine geeignete Nachmieterin gefunden (solvent, verbeamtet und sowohl einverstanden mit einer Mieterhöhung, die der Vermieter angekündigt hat als auch mit der Mindestmietdauer), die sogar in 05/2020 einziehen wollte - was für uns perfekt gewesen wäre, da wir somit keine doppelten Mietkosten hätten tragen müssen. Die entsprechenden Unterlagen von ihr erhielt unser Vermieter umgehend. Dieser ließ eine Woche vergehen, in der Zwischenzeit besichtigte dessen Tochter die Wohnung, die sich dann jedoch dagegen entschied. Somit sprang die Mietinteressentin ab, da sie keine sichere Zusage von uns hatte.

Anschließend habe ich erneut ideale Nachmieter gefunden, die die Wohnung ebenfalls kurzfristig ab 05/2020 nehmen wollen. Hierüber habe ich unseren Vermieter letzten Freitag informiert. Dieser meldete sich erst diesen Dienstag mit eigenen Interessenten, die die Wohnung auch nehmen wollen - allerdings erst zum 06/2020. Damit zahle ich einen Monat länger Miete, als ich es getan hatte, wenn der Vermieter einen meiner vorgeschlagenen Nachmieter akzeptiert hätte.
Ein weiterer Vorteil für mich wäre gewesen, dass „meine" Nachmieter die Wohnung nehmen wollen, wie sie ist. Die Nachmieter meines Vermieters wollen dazu noch alles neu gestrichen haben.

Gibt es nun irgendeine Option für mich?
danke im Voraus :-)

16.04.2020 | 19:06

Antwort

von


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Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich gerne unter Berücksichtigung Ihrer Sachverhaltsangaben wie folgt beantworte:


Streitigkeiten bei der Stellung bzw. Ablehnung eines Nachmieters kommen in verschiedenen Varianten vor.

Inwieweit durch die Ablehnung eines Nachmieters Ansprüche des Mieters entstehen hängt von folgenden Faktoren ab:

Zunächst könnte ein Anspruch entstehen, wenn Sie einen vertraglichen Anspruch laut Mietvertrag haben, einen Nachmieter zu stellen.

Weiterhin könnte es einen Anspruch geben, falls der Vermieter einen bestimmten Nachmieter bereits akzeptiert hat und dann nachträglich ablehnen will.

Diese beiden Varianten liegen nach ihrer Darstellung anscheinend nicht vor.


Ansonsten betont die Rechtsprechung, daß ein gesetzlicher Anspruch auf vorzeitige Entlassung aus dem Mietvertrag nicht besteht.

Der BGH macht von diesem Grundsatz eine Ausnahme falls ein berechtigtes Interesse an dem Ortswechsel - etwa aus beruflichen Gründen besteht – und der Mieter einen geeigneten und zumutbaren Nachmieter stellt.

Allerdings betont die Rechtsprechung, daß das berechtigte Interesse des Mieters umso schwerer wiegt, je länger die restliche Vertragszeit noch dauert.

Daher wird generell ein berechtigtes Interesse des Mieters von der Rechtsprechung abgelehnt, soweit es um eine Abkürzung der gesetzlichen Kündigungsfrist von 3 Monaten geht.


In ihrem Fall handelt es sich lediglich um eine Verkürzung der Kündigungsfrist von einem Monat.

Nach den vorgenannten Grundsätzen der Rechtsprechung wäre daher ein berechtigtes Interesse an der vorzeitigen Entlassung abzulehnen.

Falls Sie also keinen vertraglichen Anspruch haben, oder alternativ der Vermieter nachweislich bereits einen der Nachmieter akzeptiert hatte, können Sie daher keinen Anspruch auf vorzeitige Beendigung des Mietvertrags geltend machen.


Ich bedaure, Ihnen kein anderes Ergebnis mitteilen zu können.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen.

Mit freundlichen Grüßen


Thomas Mack
Rechtsanwalt







ANTWORT VON

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