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Motorrad durch umfallen in der Werkstatt beschädigt - haftet die Werkstatt?

| 24.06.2020 08:34 |
Preis: 50,00 € |

Schadensersatz


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Zusammenfassung: Eine Werkstatt haftet nicht für Schäden aufgrund einer fehlerhaften Abstellung eines Motorrads durch den Eigentümer auf bzw. neben einer im Rasen eingelassenen Betonplatte auf dem Werksgelände.

Wegen eines anstehenden Reifenwechsels habe ich mein Motorrad in eine Motorradwerkstatt gebracht und dort auf dem (öffentlich zugänglichen) Werksgelände vor dem Eingang in einer Reihe neben anderen Motorrädern abgestellt. Der Boden besteht an der Stelle aus Rasen mit eingelassenen Betonteilen, auf die ich versucht habe, das Motorrad zu stellen. Nach Übergabe der Schlüssel und Erteilung des Auftrags zum Reifenwechsel bin ich dann nach Hause gegangen. Das Motorrad sollte später von Mitarbeitern in die Werkstatt verbracht werden.
Ca. eine Stunde später, als ich bereits zuhause war, wurde ich von der Werkstatt angerufen, das Motorrad sei von alleine umgefallen, weil die linke Stütze des Hauptständers mit der Zeit im Boden so weit versunken sei, dass es schließlich nach links umgekippt ist. Die linke Stütze sei nicht auf einem Betonteil, sondern dem Rasen gestanden, so dass der Boden an der Stelle nachgegeben habe. Dabei ist das Motorrad (Verkleidungsteile, Blinker, Lenker, ..) erheblich beschädigt worden. Zum Glück wurde dabei kein anderes Motorrad getroffen. Nach einer ersten Untersuchung schätzt die Werkstatt den Schaden auf rund 1.800 Euro, was nahezu einem wirtschaftlichen Totalschaden entspricht.
Bei der Internetrecherche habe ich nun unterschiedliche Aussagen und Gerichtsurteile gefunden, was die Haftung einer Werkstatt für Schäden betrifft, die während ihrer Obhut über das Fahrzeug entstehen. Soweit ich das beurteilen kann, ist das Motorrad dort umgefallen, wo ich es abgestellt habe, so dass ich nicht annehme, dass ein Werkstattmitarbeiter direkt dafür verantwortlich ist. Nachweisen könnte ich das ohnehin nicht. Die Werkstatt hat auch Fotos der Schäden und des eingedrückten Bodens gemacht, die ich zwar noch nicht gesehen habe, jedoch auch nicht anzweifle.

Nun meine Frage: haftet die Werkstatt für diese Schäden oder lag das in meiner Verantwortung, weil ich es dort abgestellt habe und besser hätte aufpassen müssen? Falls sie haftet, wie sollte ich weiter vorgehen (Beweissicherung, Reparatur, Gutachten?, Reifenwechsel noch durchführen lassen ..)?

Vielen Dank
24.06.2020 | 09:51

Antwort

von


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Lieber Fragesteller,

Ihre Frage möchte ich auf Grundlage der von Ihnen übermittelten Informationen wie folgt beantworten:

Eine Haftung der Werkstatt für die Schäden Ihres Motorrads kommt nur dann in Betracht, wenn dieser eine Pflichtverletzung nachgewiesen werden kann. In Betracht kommt hier eine Nebenpflichtverletzung dahingehend, dass diese den vorgesehenen Abstellplatz nicht ordnungsgemäß gesichert bzw. geprüft haben. Die Werkstatt hat die vertragliche Pflicht dafür Sorge zu tragen, dass die zum Abstellen vorgesehenen Betonplätze so stabil sind, dass ein Fahrzeug dort dauerhaft stehen kann.

Entscheidend für die Frage der Haftung, dürfte vorliegend die Frage sein, ob Sie Ihr Fahrzeug ordnungsgemäß auf dem Beton oder nicht ordnungsgemäß teilweise auf dem Rasen abgestellt haben.

Nach Ihrer Schilderung stand das Motorrad vermutlich nicht wie vorgesehen auf den Betonteilen, sondern wenn auch teilweise auf dem Rasen. Aus diesem Grund dürfte Sie in einem solchen Fall die alleinige Verantwortung treffen. Aufgrund des Gewichts des Fahrzeugs ist davon auszugehen, dass dieses umkippen kann, solange sie es auf der Stütze teilweise im Rasen abstellen.
Die Werkstatt dürfte sich darauf berufen, dass offensichtlich ausschließlich die Betonteile zum Abstellen der Fahrzeuge gedacht waren und gerade nicht ein teilweises Abstellen der Stütze auf dem Rasen. Insofern kann in diesem Fall der Werkstatt bereits keine Pflichtverletzung nachgewiesen werden, da nicht das dafür vorgesehene Betonteil fehlerhaft war oder eingesunken ist, sondern Sie Ihr Fahrzeug nicht ordnungsgemäß auf diesem abgestellt haben.
Sollten Sie Ihr Fahrzeug tatsächlich nicht auf dem Betonteil sondern wenn auch teilweise daneben auf dem Rasen abgestellt haben, haben Sie daher keinen Anspruch gegenüber der Werkstatt. Ich sehe auch keine besondere Hinweispflicht der Werkstatt Ihnen gegenüber darauf hinzuweisen, dass Sie Ihr Fahrzeug aussschließlich auf dem Beton abstellen dürfen. Dies dürfte für Sie als Fahrzeugführer offensichtlich gewesen sein.

Anders wäre die Situation jedoch zu beurteilen, wenn Sie Ihr Fahrzeug ordnungsgemäß wie vorgesehen auf dem Betonteil abgestellt hätten und dieses nachgegeben hätte oder beispielsweise in Folge eines Aufweichens des Bodens schräg eingesunken wäre. Dann würde die Werkstatt haften und wäre Ihnen gegenüber schadenersatzpflichtig.

Ich empfehle Ihnen daher in jedem Fall die Fotos zu sichten, die die Werkstatt vom Abstellort gemacht hat. Sollten Sie darauf erkennen, dass das Betonteil schief eingesunken oder sonst irgendwie beschädigt oder verrutscht ist, könnten Ihnen Ansprüche gegen die Werkstatt zustehen. Ist jedoch zu erkennen, dass die Betonteile nach wie vor gerade und stabil im Boden liegen, spricht viel dafür, dass das Motorrad teilweise auf dem Rasen und nicht wie vorgesehen auf dem Beton abgestellt wurde. In diesem Fall dürften Sie auf den Kosten sitzen bleiben.

Ich bedauere Ihnen keine positivere Gesamteinschätzung mitgeben zu können und hoffe dennoch, Ihre Fragen zufriedenstellend beantwortet zu haben. Sollten noch Unklarheiten bestehen, nutzen Sie einfach die kostenlose Nachfragefunktion

Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt Patrick Zobel


Bewertung des Fragestellers 26.06.2020 | 15:41

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