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Meine Chancen bei einem Gnadengesuch?

19.10.2008 13:48 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Hallo,
ich bin im Jahr 2006 zu einer Freiheitsstrafe von zwei jahren verurteilt worden, mit vier Jahren Bewährungszeit (wegen des Verstoßes gegen das BtM Gesetz). Nun bin ich in diesem Jahr zu drei Jahren verurteilt worden, wieder wegen den Verstoß gegen das BtM Gesetz (die Bewährung soll auch widerrufen werden).
Ich bin Rollstuhlfahrer, komme aus NRW. Nun möchte ich gerne wissen, wie die Chancen bei einem Gnadengesuch für mich sind und wie ich so etwas am besten angehe.
Ich war im letzten Jahr schon drei Monate in Untersuchungshaft in einer so genannten Pflegeanstalt. In der es allerdings keine Pflege gab, obwohl ich Pflegestufe I habe. Heißt wohl nur für die Öffentlichkeit Pflegeanstalt. Ich hatte keine Hilfe, abends wurde die Tür zu gemacht und wenn man dann Hilfe brauchte, hieß es, hilf dir selbst. Meine Gesundheit ist eh schon angeknackst.
Außerdem würde ich das behindertengerecht umgebaute Haus verlieren, in dem ich mit meiner Frau und meiner Tochter zur Miete wohne. Meine Frau muß sich eine Wohnung für zwei Personen suchen. Und im schlimmsten Fall könnte ich meine Familie dann auch nicht zwischen durch besuchen, wenn meine Frau keine Rollstuhlzugängliche Wohnung findet.
Hinzu kommt noch, dass ich seit dem 01.10.2008 ein Gewerbe angemeldet habe, dass ich dann aber sehr wahrscheinlich nicht mehr betraiben kann, da es für Rollstuhlfahrer anscheinend nicht sehr viele Möglichkeiten für einen offenen Vollzug gibt.
Ich wäre Ihnen dankbar für eine ehrliche Antwort, wie die Chancen bei einem Gnadengesuch für mich aussehen würden.

Mit freundlichen Grüßen

-- Einsatz geändert am 19.10.2008 15:32:02

Sehr geehrte Damen und Herren,

gerne beantworte ich ihre Anfrage wie folgt :

Grundsätzlich sind Gnadengesuche nur im Ausnahmefalle erfolgreich. Auf ihre Argumente möchte ich wie folgt kurz eingehen.

- Der Umstand die Strafe aufgrund gesundheitlicher Probleme nicht antreten zu müssen, sehe ich in einer ersten Einschätzung in ihrem Fall nicht. Nur aufgrund der Tatsache, dass Sie Rollstuhlfahrer sind, begründet dies keinen Antrag auf Aussetzung des Vollzuges.
- Auch der Umstand das ihre Familie einen Wohnungswechsel vollziehen müsste, rechtfertigt für sich alleine keine Aussetzung des Vollzuges.
- Auch ihr Argument, dass die Möglichkeit ihre Familie zu besuchen möglicherweise eingeschränkt werden könnte, ist viel zu vage um einen Vollzug ernsthaft in Frage zu stellen.
- Auch ihre Argumentation dass Sie ihr Gewerbe einstellen müssten, ist letztlich für den Vollzug irrelevant.

Ich bedaure ihnen daher mitzuteilen, dass ein Gnadengesuch allein mit diesen Argumenten kaum Aussicht auf Erfolg haben wird.
Der Sinn der Strafe ist es nunmal eben auch, den Verurteilten zu treffen. Eine außergerwöhnliche persönliche Härte kann ich ihren bisherigen Ausführungen nicht entnehmen. Insbesondere stellt eine Pflegeanstalt grundsätzlich auch die für Sie notwendige Pflege bereit.

Trotz der geringen Erfolgsaussichten empfehle ich Ihnen dennoch alles zu probieren und ein entsprechendes Gnadengesuch aufzusetzen. Wichtig für einen theoretischen Erfolg eines Gnadengesuches ist es, dass Sie mit ihrem Gesuch darlegen können, dass von ihnen weder die Gefahr weiterer Straftaten ausgeht, noch dass ein Vollzug der Freiheitsstrafe auftgrund der Schwere der Tat erforderlich ist.

Zeigen Sie in ihrem Gnadengesuch somit, dass Sie die begangenen Taten bereuen und zeigen Sie Argumente warum die Strafvollzugsbehörden davon ausgehen sollen, das ein Vollzug der Freiheitsstrafe in ihrem Fall nicht notwendig ist.
Zusätzlich dazu können SIe dann auch auf ihre persönlich Härte zu sprechen kommen.

Abschließend kann ich Ihnen dennoch leider nur mitteilen, dass die Erfolgsaussichten eines Gnadengesuches grundsätzlich als gering einzustufen sind, sie es aber selbstverständlich dennoch probieren können.



Bitte haben Sie dafür Verständnis das im Rahmen dieser Erstberatungsplattform nur eine erste Einschätzung ihrer Anfrage möglich ist und insbesondere das Hinzukommen bisher nicht genannter Umstände zu einer anderen rechtlichen Beurteilung führen kann.



Mit freundlichen Grüßen


Holger Hafer
(Rechtsanwalt)

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