Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.084
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Lohnkürzung nach langer Erkrankung


03.10.2005 23:12 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Andreas Schwartmann



Zu mir und meiner Person: Ich arbeite seit 7 1/2 Jahren als Büro- Laborfachkraft bei einem Hörgeräteakustiker.Zuletzt war ich sog. 1. Bürokraft. Desweiteren war ich auch für Personaleinstellungen zuständig. Im letzten Sommer 2004 wurde mir sogar noch die Bankvollmacht zugesagt. (Aber dann wurde ich krank.)Ich werde jetzt 4o Jahre alt. Ich habe 2 Berufe erlernt. Mein Einkommen bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von 32Std. hat vor meiner Erkrankung 1867,-Euro brutto betragen. Bei einer 25 Std. Woche werde ich noch 1437,-Euro brutto verdienen. Dieses Gehalt soll mir um 512,-Euro gekürzt werden.


Zum Unternehmen:
Im Betrieb arbeiten 4 Akustiker, 4 Bürokräfte (mit mir), 2 Azubis ,1 Umschüler. Der Inhaber besitzt noch einen zweiten Betrieb. Dort arbeiten ebenfalls ca. 10 Mitarbeiter. Ich weiß nicht,ob es sich um eine getrennte GmbH oder handelt oder ob die beiden Geschäfte zusammen gehören.


Im letzten Jahr bin ich 5 mal mit einem Lungenriss im Krankenhaus gewesen.
Nachdem 3.Krankenhausaufenthalt OP und Reha.
Wiedereingliederung ins Berufsleben vom 17.Mai 2004.
Ab 28.Juni 2004 habe ich wieder voll gearbeitet.
Bis zum 25.August 2004.
Dann bekam ich erneut einen Lungenriss; somit erneut Krankschreibung. Während ich krankgeschrieben war und auf Genesung hoffte, bekam ich Anfang Dezember 2004 erneut einen Lungenriss.Mit meinem Arbeitgeber habe ich mehrmals gesprochen. Er tat auch immer besonders besorgt um mich (er tut mit seinen Angestellten sehr freundschaftlich.) Zuletzt (vor ca. 2 Monaten)habe ich mit ihm besprochen,dass ich erstmal 5 Std am Tag arbeiten komme, weil ich gesundheitlich noch nicht ganz auf der Höhe bin und mein Krankengeld ausgelaufen ist. Er sagte "schau wie du es gesundheitlich hinbekommst".Morgen ist nach langer Krankheit mein erster Arbeitstag. Am Freitag zuvor bekam ich telefonisch die Nachricht ,dass ich 500,00 Euro weniger Gehalt bekommen soll. Wenn ich wieder voll arbeite sind es sogar über 600,00 Euro weniger.
Als Begründung wurde mir mitgeteilt:
1. meine lange Krankheit.
2. ich müsse in einigen Bereichen wieder neu eingearbeitet werden (wo ich weniger Probleme sehe). Und zu guter letzt führte er an, dass unser Unternehmen nicht genug Umsatz/Gewinn bringe und er bereits private Einlagen ins Unternehmen stecken würde.

Meine Fragen:
1. Kann mein Arbeitgeber mir aus o. g. Gründen das Gehalt kürzen?
2. Kann er mich kündigen, wenn ich die Kürzung nicht hinnehme?
3. Falls er mich kündigt , wieviel Abfindung steht mir zu ?
4. Welche Ansprüche kann ich geltend machen ?
5.Bestand während meiner Krankschreibung kündigungsschutz?

MFG Bianca

Mit bestem Dank im voraus

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Aufgrund des geringen Honorars für 5 Fragen werde ich mich auf die wesentlichen Grundzüge beschränken:

1. Ein Lohnkürzungsrecht ist nicht erkennbar. Es gilt die vertragliche Vereinbarung, aus der Sie einen Lohnanspruch in vereinbarter Höhe geltend machen können.

2. Ein Kündigungsrecht erwächst dem Arbeitgeber nicht daraus, daß Sie einer Lohnkürzung nicht zustimmen. Nur bei dringenden betrieblichen Erfordernissen, die der Arbeitgeber darlegen und beweisen müsste, käme eine Kündigung in Betracht, wenn das Kündigungsschutzgesetz zur Anwendung kommt. Nach Ihrer Schilderung ist das allerdings zweifelhaft, da das Arbeitsverhältnis nach dem 01.01.2004 begann und der Arbeitgeber nicht mehr als 8 ständige Mitarbeiter beschäftigt. Dies sollten Sie genau prüfen lassen. Ohne Kündigungsschutz wird Ihnen der Arbeitgeber auch ohne Angabe von Gründen kündigen können.

3. Eine Abfindung steht Ihnen im Falle einer berechtigten Kündigung nicht zu.

4. Siehe oben.

5. Der Bestand des Kündigungsschutzes ist nicht von Ihrer Krankheit abhängig, sondern von der Zahl der Arbeitnehmer und dem Beginn des Arbeitsverhältnisses. Im übrigen verweise ich auf meine Ausführungen zu 1.

Ich rate Ihnen dringend sich anwaltlich beraten zu lassen.

Mit freundlichen Grüßen

A. Schwartmann
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 04.10.2005 | 16:23

Es ist unrichtig das ich erst seit dem 01.04.2004 in diesem Betrieb beschäftigt bin. Richtig ist wie ich es auch in meiner Frage formuliert habe , das ich seit 7 1/2 jahren in diesem Betrieb arbeite.

Habe ich dann einen besseren kündigungsschutz ??

MFG Bianca

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 04.10.2005 | 16:32

Dies habe ich tatsächlich übersehen. Wenn Sie bereits seit 7 1/2 Jahren in dem Betrieb beschäftigt sind, werden Sie Kündigungsschutz genießen, da es in diesem Fall darauf ankommt, daß ständig mehr als 5 Mitarbeiter in Vollzeit dort beschäftigt werden. Eine Kündigung hätten Sie also nur aus dringenden betrieblichen Erfordernissen, die zum Wegfall des Arbeitsplatzes führten, zu befürchten.

Mit freundlichen Grüßen
A. Schwartmann

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60078 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Ausführlich, verständlich und klar geschrieben. Sehr zufrieden. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Herr RA Vasel erschien mir sehr kompetent, da er auch bei angedachtem weiteren Verfahren meines Steuerberaters fundierte Bedenken, gerade paradoxerweise bezüglich eventuell sich daraus ergebender steuerlicher Nachteile, hatte ... ...
FRAGESTELLER
3,2/5,0
Ohne Paragraphenangabe, alles pi x Daumen, man hätte zb § 850d ZPO oder sowas erwähnen können, Frage wurde obendrein unvollständig beantwortet aber Alles in Allem eine kleine Übersicht, musste im Endeffekt trotzdem alles Nachschlagen ... ...
FRAGESTELLER