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Lagerung von Möbel und die Sorgfaltspflicht


| 13.08.2007 11:20 |
Preis: ***,00 € |

Schadensersatz


Beantwortet von

Rechtsanwalt Ingo Bordasch



Guten Tag
2003 bin ich mit meiner Frau nach Ägypten gezogen, da ich dort ein Stelle bekam. Den grössten Teil der Möbel haben wir verkauft. Nur ein kleiner Teil (Bett inkl. Matratze, Kleiderschrank, Esstisch aus Holz ohne Stühle und ein Beistelltisch) wollten wir behalten. Ungefragt wurde uns von einer Freundin und deren Vater angeboten, die Sachen geschützt in einem Lagerhaus zu lagern. Der Vater holte die ganzen Sachen selber in Köln ab. Ende letzten Jahres erhielten wir eine Nachricht, dass das Lagerhaus verkauft wird und die Möbel weg müssen. Da wir nach wie vor in Ägypten wohnhaft waren, bemühten wir uns jemand zu finden, der dies für uns erledigt. Ein Freund sagte zu. Leider konnte er aus gesundheitlichen Gründen die Möbel nicht holen. Er telefonierte jedoch mit dem verantwortlichen. Dieser sagte, er solle sich einfach melden wenn er gesundheitlich in der Lage wäre die Möbel zu holen.
Da wir zwischenzeitlich wieder aus Ägypten nach Deutschland gezogen sind, habe ich das Abholen der Möbel selber übernommen.
Als ich jedoch in dem Lager ankam, stand ich vor einem Schrotthaufen. Alles was noch von unseren Möbel übrig war, lag willkürlich zusammengestapelt auf einer Palette. 2 von 3 Spiegeltüren waren zerbrochen, fast alle Türscharniere waren ausgebrochen und komplett verbogen. Nebst den Schäden fehlten auch einige Sachen. Tischplatte des Beistelltisches und die Matratze, sowie einige Bretter des Schrankes, eine Schublade des Schrankes und sämtliche Schrauben.
Der Vater der Freundin meiner Frau übergab mir diesen Haufen in einer unverschämten Gleichgültigkeit. Telefonisch sprach meine Frau anschliessend mit ihrer Freundin und wollte wissen warum die Möbel kaputt oder weg sind. Als Antwort bekam sie nur ein: "das war mir eh klar, dass die Sachen da kaputt gehen" und "wir haben euch ja gesagt das Lager wird geleert".
Nun stellt sich natürlich die Frage, was rechtlich Sache ist. Inwiefern habe ich Möglichkeiten rechtlich etwas zu unternehmen und wie gross sind die Erfolgsausichten. Der geschätze Zeitwert beträgt ca. 1500 €.

Für eine Antwort bedanke ich mich im voraus herzlich.

Mit freundlichen Grüssen

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Sehr geehrter Fragesteller,

bei der Beantwortung der Frage gehe ich davon aus, dass der Vater der Freundin nicht gewerbsmäßig Waren einlagert.

Grundsätzlich wird man schadenersatzpflichtig, wenn man vorsätzlich oder fahrlässig das Eigentum eines Dritten beschädigt. Diese Schadensersatzpflicht kann sich aus Vertrag, hier z. Bsp. Lagervertrag, oder aus Gesetz, z. Bsp. § 823 BGB, ergeben.

In Ihrem Falle müsste zuerst geklärt werden wer Ihre Gegenstände beschädigt hat.
Dies kann z. Bsp. durch falsche Einlagerung (möglicherweise Verschulden durch den Vater der Freundin) oder durch die Leerung des Lagers durch einen Dritten erfolgt sein.

Darüber hinaus erfolgte die Einlagerung, so ich Sie richtig verstanden habe, für Sie kostenlos. Sodass der Vertrag mit dem Vater der Freundin als sogenanntes Gefälligkeitsgeschäft eingestuft werden könnte, mit der Folge, dass in diesem Falle der Vater der Freundin nur für grobe Fahrlässigkeit und Vorsatz haften würde.

Allein die Kündigung des Lagervertrages durch die Auffforderung zum Entfernen Ihrer Sachen, berechtigt den Vater der Freundin jedoch nicht mit Ihren Gegenständen gleichgültig umzugehen und diese der Gefahr der Beschädigung auszusetzen.

Rechtlich können Sie vom Vater der Freundin Schadenserstaz fordern, da Sie die Gegenstände komplett und unbeschädigt übergeben haben und er durch den Lagervertrag eine Verpflichtung zur ordnungsgemäßen Lagerung übernommen hat. Im Zweifel müssen sie jedoch nachweisen, dass er schuldhaft gehandelt hat.

Ihre konkreten Erfolgschancen können im Rahmen einer Erstberatung aufgrund Ihrer Angaben jedoch nicht eingeschätzt werden. Ich halte eine Klage jedoch nicht für aussichtslos.

Ich empfehle Ihnen jedoch damit einen Kollegen vor Ort zu beauftragen.

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass diese Plattform eine ausführliche und persönliche Rechtsberatung nicht ersetzen kann,
sondern ausschließlich dazu dient, eine erste überschlägige Einschätzung Ihres Rechtsproblems auf Grundlage der von Ihnen
übermittelten Informationen von einem Rechtsanwalt zu erhalten.
Durch Weglassen oder Hinzufügen weiterer Sachverhaltsangaben Ihrerseits kann die rechtliche Beurteilung anders ausfallen.

Ich hoffe, mit der Beantwortung Ihrer Anfrage, weitergeholfen zu haben.
Für Rückfragen nutzen Sie bitte die Möglichkeit der kostenlosen Nachfrage.
Für eine weiterführende Interessenvertretung stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Ingo Bordasch
Rechtsanwalt

Tel.: 030 - 293 646 75
Fax.: 030 - 293 646 76
frag-einen-anwalt@RA-Bordasch.de

Nachfrage vom Fragesteller 13.08.2007 | 13:29

Sehr geehrter Rechtsanwalt Ingo Bordasch

Recht herzlichen Dank für ihre detaillierte Antwort, die mir in diesem Rahmen schon viel weiter hilft. Trotzdem mache ich von der Möglichkeit einer Nachfrage gebrauch.

In ihrer Antwort schreiben sie über einen Lagervertrag. Ist so ein Lagervertrag zwingend schriftlich zu machen oder zählt hier auch der "mündliche Vertrag"? Bei der Abholung wurde nichts schriftliches verfasst.

Besten Dank für ihre rasche Antwort

Mit freundlichen Grüssen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 13.08.2007 | 14:26

Sehr geehrter Fragesteller,

ein Lagervertrag kann, wie die meisten Verträge, formfrei, d.h. auch mündlich, abgeschlossen werden. Damit ist er auch ohne "schriftliches" wirksam.

Mit freundlichen Grüßen

Ingo Bordasch
- Rechtsanwalt -

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