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Ladendiebstahl mit Kinderwagen

| 27.08.2008 23:03 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von


17:19
Sehr geehrte Damen und Herren,

ich wurde Heute des Ladendiebstahls bezichtigt und dieser wurde polizeilich aufgenommen und zur Anzeige gebracht.

Folgender Hergang:

Ich war mit meinem zweijährigen Sohn im Kinderwagen bei Rewe einkaufen und habe wie immer (gehe dort jeden 2-3 Tag einkaufen) schwerere Sachen, in diesem Fall 8 Tetrapack Milch, 3 Pack Saft, eine Stücksalami und 3 Dosen Fisch in die untere Kinderwagenablage gepackt (geschätzter Warenwert nach Rewe 40!!! Euro, nach meiner ca. 20 Euro). Einen Rewe-Einkaufskorb hatte ich auf das Kinderwagenverdeck gestellt und randvoll gepackt. An der Kasse legte ich die Sachen aus dem Korb aufs Band, lies mit Absprache der Kassiererin den Kinderwagen in der Kassenstrasse stehen und holte noch schnell eine Packung Toilettenpapier die ich vergessen hatte. Als ich zurückkam warteten schon ungeduldig mehrere andere Kunden an der Kasse, die Waren auf dem Band waren gescannt und mein Kinderwagen war weiter geschoben worden. Die Verkäuferin nahm das Toilettenpapier entgegen, scannte dieses und verlangte direkt die 18 Euro Bezahlung für Alles. Die bezahlte ich und wurde vom Geschäftsführer sofort, noch bevor ich meine bezahlten Waren einpacken und damit die unbezahlten Artikel im Kinderwagen wieder gewahr geworden wäre des Ladendiebstahls beschuldigt. Ich hatte in der entstandenen Hektik tatsächlich die restlichen Sachen unten im Kinderwagen einfach vergessen. Ich entschuldigte mich für dieses Versehen und bot an die Ware sofort zu bezahlen. Dies wurde kategorisch abgelehnt, meine Erklärung als Lügenmärchen bezeichnet und jetzt wurde mir plötzlich mehrfacher Ladendiebstahl vorgeworfen, da eine angebliche Zeugin mich schon Tage vorher beim einladen von Waren in den Kinderwagen, der mit einer sehr auffälligen „Piratenflagge“ versehen ist, beobachtet hätte (macht natürlich Sinn so auffällig klauen zu gehen?)
Man hätte mich nur deshalb nicht da schon sofort „verhaftet“ weil ich zu schnell das Geschäft verlassen hätte. Vom Kassenbereich bis zur Ausgangstür sind es ca. 25!!! Meter und dann kommt noch das Hofgelände des Rewemarkts, die ich mit Kinderwagen schneller als ein Ladenhausdetektiv zurückgelegt haben soll ???

Im Büro des Geschäftsführers wurden diese Anschuldigungen weiterhin behauptet und als Beweis seien dieser und weitere Diebstähle meinerseits auch auf der Videoüberwachung aufgezeichnet, die man mir anzusehen verweigerte. An einer Aufklärung dieses Missverständnis und ein bezahlen der Ware im Kinderwagen bestand weiterhin kein Interesse und es wurde mir mitgeteilt das die Polizei verständigt sei und es niemanden hier mehr interessieren würde was ich zu dem Sachverhalt zu sagen hätte. Außerdem wurde mir jetzt unterstellt das ich nicht genug Geld zum bezahlen dabei hätte, aber gleichzeitig weiterhin verweigert die Ware zu kaufen. Was blanker Unsinn war, da ich in etwa dieselben Sachen nach dem Vorgang bei einem anderen Geschäft dann eingekauft habe (Rechnung mit Datum, Uhrzeit habe ich mal aufgehoben).
Das untere Ablagefach des Kinderwagens ist übrigens von hinten einsehbar und auch seitlich nur mit einem transparenten Stoff versehen. Da ich oft dort zum Einkaufen gehe und bei mehreren Kassiererinnen bekannt bin, könnten diese ohne weiteres bezeugen dass ich auch sonst Waren in meinen Kinderwagen transportiert habe, diese an der Kasse auspacke und Alles bezahle. Wenn sie natürlich zu einer Aussage gegen ihren Arbeitgeber bereit sind, was ich allerdings bezweifle und irgendwie auch bei der heutigen Jobsituation verstehen kann.

Was mach ich denn jetzt? Ich bin Richtig verzweifelt! Meinen Lebensunterhalt verdiene ich mit einem kleinen Teilzeitjob und ergänzendem Harz4, so was sieht doch vor Gericht schon gleich schlecht aus und wenn die bei Rewe mehrere Videomitschnitte vom einpacken in den Kinderwagen haben, glaubt mir doch Niemand das dies ein einmaliges versehen war. Ich hatte bis Heute wirklich nicht gewusst, dass man auch zum transportieren an die Kasse nichts in seinen Kinderwagen packen darf.

Dann hab ich ja diese Anzeige laufen und außerdem noch ein 24!!!monatiges mündlich ausgesprochenes Hausverbot in allen Geschäften der Rewe-Group. Wie mir der sehr freundliche Polizeibeamte mitteilte sollte ich dieses auch einhalten da ich mich sonst Strafbar machen würde. Ich dachte immer man sei solange Unschuldig bis man verurteilt ist und finde hier, das ausgeübte Hausrecht missbraucht. Ich habe den angeblichen Ladendiebstahl nicht zugegeben und warte jetzt auf einen Brief des zuständigen Reviers und weis nicht wie ich mich Verhalten soll. Richtig Geld für einen Anwalt habe ich leider auch nicht und hoffe das Sie mir helfen können.

Meine Fragen:

1. Soll ich eine Gegendarstellung des Sachverhaltes selbst formulieren oder besser erst einen Anwalt einschalten und durch ihn die angeblichen Beweise (Zeugenaussage, Videoüberwachung) überprüfen lassen?

2. Wird bei einer Einstellung des Verfahrens auch das Hausverbot aufgehoben oder muss dafür bei einer Verhandlung (auf meinen Wunsch) meine Unschuld bewiesen werden?

3. Muss ich mit einer Eintragung im polizeilichen Führungszeugnis rechnen?


Danke für eine schnelle Antwort und gegebenenfalls die Adresse Ihrer oder einer Anwaltskanzlei in Frankfurt die mir wirklich kostengünstig hilft.

Mit freundlichen Grüßen
Dr.Who?
27.08.2008 | 23:40

Antwort

von


(67)
Alt-Moabit 62-63
10555 Berlin
Tel: 030 / 397 492 57
Web: http://www.rechtsanwalt-ausländerrecht.de
E-Mail:

Sehr geehrte(r) Fragesteller(in),

ich würde Ihnen nach Ihrer Sachverhaltsschilderung in jedem Fall sehr empfehlen, einen Rechtsanwalt mit Ihrer Verteidigung zu beauftragen. Sie sollten dazu einen Kollegen vor Ort beauftragen, damit dieser nach Möglichkeit mit dem zuständigen Sachbearbeiter bei der Staatsanwaltschaft persönlich Kontakt aufnehmen kann.

Ziel der Verteidigung sollte nach Ihrer Schilderung in jedem Fall eine Einstellung des Strafverfahrens ohne Urteil sein. Eine vernünftige Verteidigungsstrategie kann aber erst nach Einsicht in die Ermittlungsakte erfolgen. Es muss insbesondere geklärt werden, ob die Vorwürfe des MEHRFACHEN (versuchten) Diebstahls aufrecht erhalten werden können oder nicht.

Akteneinsicht erhalten Sie grundsätzlich nur über einen Rechtsanwalt. Im Übrigen ist nur dieser in der Lage, den gesamten Sachverhalt auf eine mögliche Strafbarkeit hin zu überprüfen. Sie werden mit Sicherheit einen Kollegen finden, der mit Ihnen eine Ratenzahlung vereinbaren wird.

Nach Ihrer Schilderung haben Sie natürlich keinen Diebstahl begangen, weil Sie nicht „absichtlich“ gehandelt haben. Im Übrigen müsste (auch anhand der Ermittlungsakte) geklärt werden, ob (selbst wenn man Ihnen eine Absicht unterstellt) überhaupt ein bereits vollendeter Diebstahl vorliegt oder nur ein Versuch. Ein versuchter Diebstahl würde entsprechend milder bestraft. Ob ein versuchter oder bereits vollendeter Diebstahl vorliegt, bestimmt sich nach Ihrer Schilderung wahrscheinlich (auch hier müsste aber die Ermittlungsakte eingesehen werden) danach, ob der Kinderwagen schon den Kassenbereich vollständig passiert hatte oder nicht. Hier entscheiden alle Umstände des konkreten Einzelfalls.

Sie merken schon anhand meiner Ausführungen: Eine vernünftige Verteidigung (zum Beispiel in Form einer „Gegendarstellung“) ist ohne Kenntnis der GENAUEN Vorwürfe (genaue Zeugenaussagen, Videomitschnitte, etc.) gar nicht möglich.

Sollten Sie den Anwalt aus Kostengründen nicht mit Ihrer Verteidigung beauftragen wollen, so sollten Sie zumindest von diesem Akteneinsicht beantragen lassen und anschließend den Akteninhalt mit diesem besprechen. Natürlich können Sie dann auch eine vollständige Kopie der Akte erhalten. Auf diese Weise können Sie die Kosten minimieren und erfahren zumindest die genauen Vorwürfe, um sich anschließend auf dieser Grundlage selber verteidigen zu können.

Zwischenfazit: Ohne Kenntnis der GENAUEN Vorwürfe und Beweismittel (Zeugen, Videomitschnitte) ist eine sachgerechte Verteidigung nicht möglich.

Zu der zu erwartenden Strafe:

Wenn das Strafverfahren nicht eingestellt wird (hier sehe ich aber Chancen, insbesondere, wenn Sie einen Anwalt beauftragen), werden Sie zu einer Geldstrafe verurteilt werden (wahrscheinlich mittels Strafbefehl; Einzelheiten dazu auf der Internetseite eines Kollegen von mir: www.der-strafbefehl.de). Sollten die übrigen Vorwürfe (Diebstähle in der Vergangenheit) nicht aufrechterhalten werden können, müssen Sie mit einer Geldstrafe im unteren Bereich rechnen, soweit Sie noch nicht vorbestraft sind. Eine Geldstrafe „im unteren Bereich“ bedeutet zwischen 20 und 40 Tagessätzen (eher 20 bis 30 TS). Ein TS entspricht ihrem monatlichen Nettoeinkommen (inkl. „Hartz IV“) geteilt durch 30. Beträgt ein Tagessatz zum Beispiel 30 € und erhalten Sie 30 TS, so würde die Geldstrafe insg. 900,- € betragen.

Mit einer Eintragung in Ihr Führungszeugnis müssen Sie NICHT rechnen, weil ein Eintrag hier erst ab 91 TS erfolgen würde. Dies gilt aber nur, soweit Sie noch NICHT vorbestraft sind.

Das Hausverbot sollte jedenfalls dann zurückgenommen werden, wenn eine Einstellung des Strafverfahrens mangels hinreichenden Tatverdachts erfolgt (§ 170 Abs. 2 Strafprozessordnung). Dazu wäre aber eine Einigung mit REWE erforderlich. Grundsätzlich liegt ein Hausverbot „im Ermessen“ von „REWE“, was aber keine willkührliche Entscheidung ermöglicht. Sollte sich REWE weigern, dieses zurückzunehmen, bleibt Ihnen wohl oder übel nichts anderes übrig, als das Hausverbot zu akzeptieren. Sie könnten dagegen natürlich Widerspruch oder Klage erheben, wenn Sie dies möchten. Letztlich kann das Hausverbot gerichtlich überprüft werden. Ob sich dies zeitlich und finanziell „lohnt“ ist aber fraglich.

Sofern Sie während der Gültigkeit des Hausverbotes gegen dieses verstoßen, droht Ihnen eine Anzeige wegen Hausfriedensbruchs.

Ich hoffe Ihnen im Rahmen der Erstberatung in diesem Forum weitergeholfen zu haben. Sie können gerne noch eine kostenlose Nachfrage stellen.

Mit freundlichen Grüßen

Björn Cziersky-Reis
Rechtsanwalt

Alt-Moabit 62-63
10555 Berlin

Tel: 030 / 397 492 57
Fax: 030 / 397 492 79

www.kanzlei-cziersky.de
kontakt@kanzlei-cziersky.de


Nachfrage vom Fragesteller 28.08.2008 | 13:49

Sehr geehrter Herr Björn Cziersky-Reis,

erstmal Danke für Ihre schnelle und ausführliche Antwort.

Ich hätte noch eine Frage zur Akteneinsicht über einen Rechtsanwalt.

Kann ich dann auch die angeblichen Videoüberwachungsmittschnitte anfordern und einsehen?

Mit freundlichen Grüßen
Dr.Who?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 28.08.2008 | 17:19

Sehr geehrte(r) Fragesteller(in),

Ihr Anwalt kann sich auf jeden Fall die Videoüberwachungsmitschnitte ansehen. In der Regel liegt eine entsprechende CD / DVD in der Akte. Natürlich können dann auch Sie sich (zumindest zusammen mit dem Anwalt) die Videos ansehen.

Es kann aber auch sein, dass es gar keine Mitschnitte gibt und die entsprechende Aussage von "Rewe" nur gewissermaßen "heiße Luft" gewesen ist. Aber auch dies erfahren Sie dann durch die Akteneinsicht!

Mit freundlichen Grüßen

Björn Cziersky-Reis
Rechtsanwalt

Alt-Moabit 62-63
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Tel: 030 / 397 492 57
Fax: 030 / 397 492 79

kontakt@kanzlei-cziersky.de
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Dank an Herrn Rechtsanwalt Björn Cziersky-Reis !!!

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Dr.Who?


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