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Ist es besser, eine Aussage zu machen, zu erklären, warum ich den Ladendiebstahl gemacht habe und mi

| 21.02.2009 21:38 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Leider habe ich heute einen sehr großen Fehler gemacht und bin beim Ladendiebstahl in einer Drogerie erwischt worden. Der Wert der Ware war EUR 39,--. Der Detektiv hat mich beim Rausgehen angehalten und ich musste mit ins Büro kommen, wo auch eine Angestellte des Marktes anwesend war.
Das ist das erste Mal und ich habe alles gestanden. Es tut mir sehr leid und ich schäme mich sehr. Keine Ahnung was mich da geritten hat.
Die Polizei wurde gerufen und der Fall wurde aufgenommen.
Nun habe ich bisher die Aussgae verweigert und auch noch keine Angaben zu meinen wirtschaftlichen Verhältnissen gemacht, mit dem Hinweis, erst einen Anwalt kontaktieren zu wollen. Ich habe 2 Wochen Zeit, um mich bei der Polizei zu melden und eine Aussage zu machen. Ich kann aber auch weiterhin die Aussage verweigern.
Nun meine Frage: ist es besser eine Aussage zu machen, zu erklären, warum ich das gemacht habe und mich noch einmal zu entschuldigen? Wirkt sich das strafmildernd aus? Oder soll ich den Fall laufen lassen und auf das Schreiben vom Staatsanwalt warten? Wie geht es dann weiter? Muss ich bei Gericht erscheinen, wenn ich keine Aussage bei der Polizeit mache?
Über Ihre Antwort bin ich sehr dankbar.

Illy

Sehr geehrter Fragesteller,
gerne beantworte ich Ihre Frage wie folgt:

Generell sind Sie nicht verpflichtet bei der Polizei eine Aussage zu machen, auch nicht wenn Sie vorgeladen werden. Da Sie aber Ihre Tat bereits gestanden haben, können Sie Ihre Aussage bei der Polizei durchaus wiederholen. Eine Entschuldigung und das Zeigen von Reue wirkt sich generell strafmildernd aus, wie auch ein Geständnis. Insofern würde ich Ihnen raten einen Termin bei der Polizei zu machen, und dort nochmal zu schildern, wie leid Ihnen der Vorfall tut und wie unangenehm Ihnen die Sache ist. Möglich wäre auch eine schriftliche Aussage zu machen. Falls Sie eine Zahlung an die Drogerie leisten mussten, so sollten Sie den Beleg auch der Polizei geben oder übersenden. Sie könnten auch einen Entschuldigungsbrief an die Geschäftsleitung schreiben und eine Wiedergutmachung anbieten. Dies wird die auch strafmildernd berücksichtigen. Egal ob Sie bei der Polizei noch eine Aussage machen oder nicht, die Akte wird nach Abschluss der Ermittlungen an die Staatsanwaltschaft übergeben.

Die Staatsanwaltschaft hat dann mehrere Möglichkeiten das Verfahren weiter zu führen.

Sie kann das Verfahren nach § 153 StPO einstellen, wenn die Schuld des Täters gering ist und kein öffentliches Interesse an einer Verfolgung besteht. Es folgen damit keine Sanktionen.

Möglich ist auch eine Einstellung nach § 153 a StPO, bei welcher die Staatsanwaltschaft das öffentliche Interesse an der Strafverfolgung bejaht. Das Verfahren wird gegen Auflagen und Weisungen eingestellt, die geeignet sind, das öffentliche Interesse an der Strafverfolgung zu beseitigen. Meistens ist ein Geldbetrag an eine gemeinnützige Organisation zu zahlen.

Weiter ist die Einleitung eines Strafbefehlsverfahrens möglich. Den Erlass eines Strafbefehls beantragt die Staatsanwaltschaft bei Gericht und es wird i.d.R. eine Geldstrafe festgelegt. Gegen einen erlassenen Strafbefehl kann Einspruch einlegt werden, wodurch es zu einer mündliche Hauptverhandlung kommt. Wird kein Einspruch eingelegt, so wird der Strafbefehl rechtskräftig und steht in der Wirkung einem Urteil gleich. Das Strafbefehlsverfahren wird in der Praxis vor allem in Fällen der so genannten Massenkriminalität angewendet.

Letztlich gibt es noch die Möglichkeit der Eröffnung des Hauptverfahrens mit anschließender Verhandlung, was ich in Ihrem Fall aber ausschließen möchte.

Wie es in Ihrem konkreten nun Fall weitergeht, ist ohne weitere Kenntnis der Akte seriös nicht zu beurteilen. Dennoch möchte ich meine Einschätzung mitteilen. Wenn Sie in der Drogerie Ware im Wert von 38 € gestohlen haben, so wird es sich im Zweifel leider nicht mehr um einen Diebstahl geringwertiger Sachen handeln, der in der Regel bei Ersttätern eingestellt wird. Die Wertgrenze für Geringfügigkeit ist gesetzlich nicht geregelt, wird in der Praxis aber bei ca. 25,00 € (Bundesgerichtshof) bis €50,00 € angesiedelt. Dies wird regional unterschiedlich gehandhabt.

Der einfache Diebstahl gemäß § 242 StGB wird mit Freiheitsstrafe bis zu 5 Jahren oder Geldstrafe bestraft. Ich gehe davon aus, dass Sie bisher strafrechtlich noch nicht in Erscheinung getreten, und über 21 Jahre alt sind.

Aufgrund des geringen Wertes der von Ihnen entwendeten Waren haben Sie mit eine Einstellung nach § 153 a StGB zu rechen, wohl mit Zahlung einer Geldauflage. Oder es ergeht schlimmstenfalls ein Strafbefehl, der eine Geldstrafe festsetzt. Die Geldstrafe bemisst sich in Tagessatzhöhe und Tagessatzzahl. Die Zahl der Tagessätze legt die „Schuld“ fest. Die Tagessatzhöhe berechnet sich grob gesagt aus Ihrem monatlichen Nettoeinkommen ./. 30. Falls in Ihrem Fall ein Strafbefehl erlassen wird, so wird die Tagessatzzahl wohl bei 10 bis 40 liegen. Geben Sie Ihr Einkommen weiterhin nicht an und kommt es zum Erlass eines Strafbefehls, so wird Ihr Einkommen geschätzt.

Vor Gericht erscheinen müssen Sie letztlich also nicht.

Ich hoffe Ihnen einen ersten Überblick gegeben zu haben und stehe Ihnen gerne weiterführend, insbesondere im Rahmen der kostenlosen Nachfragefunktion, zur Verfügung.

Ich weise Sie darauf hin, dass dieses Forum lediglich eine erste rechtliche Orientierung bieten soll, die in keinem Fall die Beratung durch eine Kollegin/ einen Kollegen vor Ort ersetzen kann. Durch Hinzufügen oder Weglassen von Sachverhaltsangaben kann die rechtliche Beurteilung komplett anders ausfallen und somit zu einem anderen Ergebnis führen.

Mit freundlichen Grüßen

Bewertung des Fragestellers 23.02.2009 | 10:07

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Stellungnahme vom Anwalt:
FRAGESTELLER 23.02.2009 5/5,0
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