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Kürzung der Stundenverrechnungssätze 'fiktive Abrechnung'

| 06.12.2010 21:43 |
Preis: ***,00 € |

Verkehrsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Gerhard Raab


Sehr geehrte Damen und Herren,

vor 2 Mon. wurde mir durch einen Auffahrunfall mein Fahrzeug beschädigt. Das DEKRA-Gutachten wurde wie folgt berechnet:

Reparaturkosten mit MwSt. EUR 2.758,32
Reparaturkosten ohne MwSt. EUR 2.317,92
Wertminderung EUR 150,00
Wiederbeschaffungswert nicht ermittelt
Verbindungskosten mit MwSt. EUR 100,00
Verbindungskosten ohne MwSt. EUR 119,00

Heute bekomme ich ein Schreiben von der gegnerische Versicherung mit Detailabrechung wie folgt:

Fiktive Abrechnung "KFZ" EUR 2.317,92
Kürzung der Stundenlöhne EUR -546,84
SUMME EUR 1.771,08 (Überweisungsbetrag)

Ich-zitiere:

Wir haben eine Kürzung der Stundenverrechnungssätze vorgenommen. Zwar kann grundsätzlich der Geschädigte fiktiv nach den Preisen einer Vertragswerkstatt abrechnen, doch muss sich der Geschädigte, der mühelos eine ohne weiteres zugängliche günstigere und gleichwertige Reparaturmöglichkeit hat, sich auf diese verweisen lassen. (vgl. BGH DAR 2003, Seite 373, 374)

Wir können Ihnen Firmen in der Nähe Ihres Wohnorts benennen, die güstigere Reparaturkonditionen anbieten.

Ein einziger Reparaturbetrieb "freie Fachwerkstatt" wird im Schreiben erwähnt liegt 23km von meinem Wohnort entfernt!

Des Weiteren werde ich im Schreiben drauf hingewiesen das diese Reparaturwerkstatt zu den von der DEKRA zertifizierten Meisterbetrieben gehört und die Reparaturen nach dem Empfehlungen und Richtlinien der Hersteller durchführen. Die Arbeiten werden unter Verwendung von Originalersatzteilen und unter Berücksichtigung der Herstellergarantien durchgeführt.

Verursacht bei mehreren zum Schadenausgleich führenden Möglichkeiten eine den geringeren Aufwand, so ist der Geschädigte grundsätzlich hinsichtlich seiner Anspruchberechtigung auf diesen Aufwand beschränkt. Wenn der Geschädigte die Höhe der für die Schadenbeseitigung aufzuwendenden Kosten beeinflussen kann, so ist er unter dem Gesichtspunkt der Schadenminderungspflicht gehalten, im Rahmen des ihm zumutbaren den wirtschaftlichen Weg der Schadenbeseitigung zu wählen. Dies erfordert für Sie keinen Mehraufwand, da wir nach den konkreten Preisen einer Ihrem Wohnort nahegelegenen Werkstatt abgerechnet haben.

Bis zu meiner Vertragswerkstatt habe ich nur 5km!

Ich wollte mein Fahrzeug selbst instandsetzen und habe die Summe EUR 2.317,92 erwartet. Mein Fahrzeug wird 02/2011 6 Jahre alt.

Meine Frage hierzu lautet:

Welcher Betrag steht mir jetzt nun tatsächlich zu?


Vielen Dank im voraus für Ihre Mühe.

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Sehr geehrter Fragesteller,

zu Ihrer Anfrage nehme ich wie folgt Stellung:


1.

Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (BGH) gilt Folgendes:

Der Geschädigte genügt dem Gebot der Wirtschaftlichkeit, wenn er der Schadensabrechnung die üblichen Stundenverrechnungssätze einer markengebundenen Fachwerkstatt zugrunde legt, die ein Sachverständiger ermittelt hat.

Ausnahmsweise kann der Geschädigte aber wegen der ihm obliegenden Schadensminderungspflicht auf günstigere Reparaturmöglichkeiten in einer freien Fachwerkstatt verwiesen werden. Dann muß der Schädiger darlegen und beweisen, daß eine Reparatur in dieser Werkstatt vom Qualitätsstandard her der Reparatur in einer markengebundenen Fachwerkstatt entspricht.

Danach kann der Versicherer des gegnerischen Fahrzeugs Sie auf eine ohne weiteres zugängliche, günstigere und gleichwertige Reparaturmöglichkeit verweisen.


2.

Sollten Sie mit der Abrechnung des Versicherers nicht einverstanden sein, müßten Sie den Differenzbetrag einklagen. Im Prozeß muß der Versicherer den Nachweis erbringen, daß die benannte Werkstatt mit den niedrigeren Stundensätzen ebensogut arbeite wie eine Fachwerkstatt zu jenen Sätzen, die der Sachverständige in seinem Gutachten zugrunde gelegt hat.


3.

Ihnen stehen auf jeden Fall noch die Nebenkostenpauschale in Höhe von 25,00 € und ggf. die Wertminderung laut Gutachten zu, sofern die Versicherung die Wertminderung nicht in Abrede stellt.


Mit freundlichen Grüßen

Gerhard Raab
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 06.12.2010 | 22:49

Verstehe ich beim besten Willen nicht, sorry!

Bei einem unverschuldeten Autounfall bin Ich der Geschädigte und die gegnerische Versicherung der Schädiger. Die Höhe der Reparaturkosten kann ein unabhängiger Kfz-Sachverständiger ermitteln. Nach einem unverschuldeten Autounfall hat der Geschädigte das uneingeschränkte Recht, einen Sachverständigen seines Vertrauens mit der Begutachtung des Schadens zu beauftragen.

Als Geschädigter nach einem Autounfall darf man in seiner Schadensberechnung grundsätzlich die üblichen Stundenverrechnungssätze einer markengebundenen Fachwerkstatt zugrunde legen.
Auch im Rahmen der fiktiven Abrechnung stehen dem Geschädigten grundsätzlich diese Stundensätze zu.
Ob ich das Fahrzeug repariere oder nicht, bzw. wo, was und wie mit dem Schadensbetrag verfahre, ist prinzipiell doch meine Sache.

Die Versicherung versucht mir eine günstigere Reparaturmöglichkeit in einer mühelos und ohne Weiteres zugänglichen "freien Fachwerkstatt" zu verweisen. Dann muss doch die Versicherung aber darlegen und ggf. beweisen, dass eine Reparatur in dieser Werkstatt vom Qualitätsstandard her der Reparatur in einer markengebundenen Vertragswerkstatt entspricht.

Warum sollte ich überhaupt in Ihrem Interesse handeln wollen?

Mir stehen indemfall:

Reparaturkosten ohne MwSt. EUR 2.317,92
+ Wertminderung EUR 150,00
+ Nebenkostenpauschale EUR 25,00


Ich lasse mir doch einfach den zustehenden Betrag von der Versicherung nicht zusammenstreichen!


Danke nochmal

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 07.12.2010 | 11:03

Sehr geehrter Fragesteller,

zu Ihrer Nachfrage nehme ich wie folgt Stellung:

Grundsätzlich hat der Geschädigte eine Schadenminderungspflicht.

Aus diesem Grund kann der Versicherer des Fahrzeugs des Unfallverursachers eine Werkstatt benennen, die günstiger arbeitet, aber fachlich gleiche Leistungen erbringt. Das ist, kurz zusammengefaßt, der Inhalt der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs.

Ob die Fachwerkstatt, die die Versicherung vorschlägt und aufgrund deren Kalkulation die Versicherung abrechnet, diese Erfordernisse erfüllt, ist eine andere Frage.

Ggf. müßten Sie den Differenzbetrag zwischen den Reparaturkosten laut Gutachten in Höhe von 2.317,92 € und den gezahlten Reparaturkosten (jeweils netto) im Klageweg geltend machen. Es kann empfehlenswert sein, um einen Rechtsstreit zu vermeiden, die Versicherung zur Zahlung des Differenzbetrags aufzufordern und zu begründen, weshalb für Sie die nahegelegene Werkstatt in Frage kommt.

Das sind im übrigen keine Fragen der fiktiven Abrechnung, sondern Fragen der Schadenminderungspflicht.

Mit freundlichen Grüßen

Gerhard Raab
Rechtsanwalt


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Bewertung des Fragestellers 11.12.2010 | 18:34

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"Nach Rücksprache mit der Versicherung kam 4 Tage später ein Schreiben. Die Reparaturkosten ohne MwSt. wurden komplett erstattet

+ Wertminderung EUR 150,00
+ Nebenkostenpauschale EUR 25,00

Danke
Mit freundlichen Grüßen "
Stellungnahme vom Anwalt:
FRAGESTELLER 11.12.2010 3,8/5,0
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