Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Krankenversicherung, Beitragsrückstand wegen Abwesenheit

| 31.08.2016 14:48 |
Preis: ***,00 € |

Sozialrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Torsten Vogel


Zusammenfassung: Gesetzliche Krankenversicherung Mitwirkung unterlassen

Sehr geehrte Anwälte,

ich war gesetzlich versichert, habe Anfang März 2016 meine Arbeit gekündigt und war dann bis Ende Juli 2016 im Ausland bei einem Bekannten untergekommen. Es war kurzfristig geplant und ich habe nicht dran gedacht, wem ich alles darüber informieren muss, vorallem, da ich zuvor nie Probleme mit der Krankenkasse bekommen habe. Die Wohnung habe ich nicht abgemeldet in Deutschland, weil ich nicht erwartet habe, so lange zu bleiben.

Als ich dann wieder in Deutschland war, haben ein Haufen Briefe von der Krankenkasse auf mich gewartet. Mahnungen, Rechnungen und alles was dazu gehört. Aus Angst und Überwältigung habe ich gleich eine Kündigung gesendet und mich nach einer neuen KV umgesehen, damit die Rechnungen aufhören. Zum 1. September habe ich dann die neue KV angemeldet, zeitgleich zum neuen Arbeitsbeginn.

Ich kenn mich mit Rechtslagen überhaupt nicht aus, komme zum ersten Mal in so eine Lage und weiß nicht, ob ich überhaupt etwas dagegen tun kann.

Ich kann jetzt zumindest versuchen die Briefe in kronischer Reihenfolge wiederzugeben:
- Zuerst kam ein Hinweis darauf, wann mein Beschäftigungsverhältnis beendet wurde, und sie mit mir klären wollten welche Form der Versicherung für mich am günstigsten wäre.

- Danach kamen mehrere Einkommensnachweise und darauf Erinnerungen für die Nachweise, die nicht beantwortet wurden.

- Ab diesem Punkt fing es dann mit den fehlenden Beitragszahlungen an, dies war dann anscheinend die letzte Benachrichtigung:
"Sie haben die Sozialversicherungsbeiträge in Höhe von 3.597,99€ für den Zeitraum 13.03.2016 - 31.07.2016 trotz Mahnung noch nicht gezahlt. Bis zum Ausgleich der Beitragsschuld sind wir, das Team Vollstreckungs und Insolvenz des Fachzentrums Mitgliedschaft und Beitrag, Ansprechpartner bezüglich Ihres Beitragskontos.
Wir weisen Sie darauf hin, das wir wegen bestehenden Forderungen bereits Vollstreckungsmaßnahmen über das zuständige Hauptzollamt einleiten mussten."

Ich soll also ca. 720€ pro Monat für diese 5 Monate zahlen, dabei habe ich bei der vorherigen Arbeit nur zwischen 600-700€ Netto verdient. Von diesen 3.600€ kann ich jetzt auch nicht einmal die Hälfte zahlen.
Statt mir Rechnungen anzudrehen abhängig davon, wie oft ich die KV-Karte benutze, verlangen sie mehr als ich derzeit haben könnte, selbst wenn bei dem Job weiter geblieben wäre. Die Karte habe ich während der Abwesenheit nicht benutzt und davor war ich auch nur bei Ärzten, bei denen man als gesetzlich Versicherter selbst zahlen konnte.

Bei ihren Beiträgen scheinen sie keine Rücksicht auf garnichts zu nehmen und bei Abwesenheit zocken sie einen ab bis man auf der Straße sitzt. Wie kann denn so etwas Gesetz sein in Deutschland? Zahlt man in der Privatversicherung nicht um die 100-300€ pro Monat? Wieso haben sie mich nicht günstiger weiterversichert und nach der Abwesenheit nach Einkommensnachweisen gefragt, falls ich doch mehr verdient habe um fehlende Beträge zu füllen?

Kann man an diesen Forderungsbeträgen jetzt nichts mehr ändern?

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Offensichtlich sind sie ihren Mitwirkung- und Informationspflichten gegenüber der Gesetzlichen Krankenversicherung nicht nachgekommen. Da sie ihre abhängig Beschäftigung beendet haben und wohl vorher in der gesetzlichen KV versichert waren bleiben sie dort auch versichert. Sollten sie kein Einkommen erzielen und auch keinerlei Sozialleistungen erhalten können sie in sogenannten "Hausfrauen" Tarifen versichert werden. Hierzu sind jedoch entsprechende Angaben gegenüber der KV erforderlich. Erfolgen ihrerseits keinerlei Mitwirkungen bleibt der KV nur noch die Möglichkeit ihr Einkommen zu schätzen und dies als Grundlage für die Beitragsberechnung zu benutzen.
Dies ist offenkundig bei Ihnen geschehen.
In der privaten KV wären (je nach Alter und Gesundheitszustand) möglicherweise niedrige Beiträge angefallen. Sie haben sich jedoch nicht in der Privaten Krankenversicherung versichert. Ohnehin kann an dieser Stelle nicht beurteilt werden, ob Ihnen diese Möglichkeit offen gestanden hätte.
Da in Deutschland Krankenversicherungspflicht besteht, sie von einer ggf. bestehenden Wahlmöglichkeit keinen Genbrauch gemacht haben, sind sie in der gesetzlichen KV verblieben in der sie vor ihrem Auslandsaufenthalt versichert waren.
Wenn sie Ihrer Mitwirkungspflicht nicht gerecht geworden sind und daher der Beitrag auf Grund einer Schätzung bestimmt wurde erfolgen weitere Fragen bsw. zum Einkommen seitens der KV nicht mehr. Hier müssen sie aktiv werden.
Sie sollten daher umgehend einen Fachanwalt für Sozialrecht mit dieser Angelegenheit beauftragen. Diesem sollten sie den gesamten in der Zeit ihrer Abwesenheit eingegangen Schriftverkehr vorlegen.
Frau Kollegin Böhme aus unserem Büro steht hierfür jederzeit gern zu Verfügung.

Auf die Frage ob sie in dem entsprechenden Zeitraum KV-Leistungen in Anspruch genommen haben oder nicht kommt es überhaupt nicht an.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Bewertung des Fragestellers 04.09.2016 | 19:31

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Ich wusste nicht, wie viel Informationen ich hier weitergeben musste, damit ich eine Antwort bekomme. Erst habe ich gedacht es wäre nicht ausreichend um mir weiterzuhelfen, bekam jedoch einige Antworten. Vielen Dank. Ich hoffe, dass sich bei meinem Fall etwas machen lässt."
Stellungnahme vom Anwalt:
Jetzt Frage stellen