Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Bewertungen
497.881
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Inkassogesellschaft (Tech Mediafinanz) will mehrfache Gebühr bei gleichem Hoster

02.11.2016 12:35 |
Preis: ***,00 € |

Inkasso, Mahnungen


Beantwortet von


09:12

Zusammenfassung: Inkassokosten fallen nach RDGEG und RDG in Verbindung mit dem RVG an. Wer in Verzug gerät, hat spätestens ab der zweiten Mahnung auch die Kosten zu tragen.

Hallo ich habe zwischenzeitlich die Beträge nicht zahlen können, da ich meine Logindaten fürs Online Banking nicht zurHand hatte. Die ausstehenden Beträge sind nun alle beglichen.

Sind die Gebühren angemessen?
Wie soll ich reagieren?
Es wurde keine Adresse ermittelt, demnach scheint mir schon alleine die Wertgebühr von 66,90 Euro als zu hoch.
Ein Kostenschlüssel liegt nicht vor - auch nicht im Anhang der Mail.

Ich habe nun drei mal am 26.10.2016 folgendendes Schreiben erhalten (1 pro Rechnung):

wie wir Ihnen bereits per Brief vom 11.10.2016 mitgeteilt haben, hat uns die Firma netcup GmbH am 10.10.2016 mit dem Einzug einer offenen Forderung beauftragt. Sie schulden unserem Mandanten aus

Vertrag über Dienstleistung vom 22.02.2014, Rechnung vom 20.08.2016

einen Betrag in Höhe von 35,88 EUR. Die genaue Zusammensetzung der Grundforderung und Mahnkosten unseres Mandanten entnehmen Sie bitte der beigefügten Aufstellung. Leider haben Sie auf unsere Mahnung vom 11.10.2016 nicht reagiert. Um weitere Kosten zu vermeiden, fordern wir Sie auf, die ausstehende Summe zzgl. der aufgelaufenen Verzugskosten umgehend zu begleichen.

Die von Ihnen zu zahlende Gesamtforderung setzt sich wie folgt zusammen:
Grundforderung unseres Mandanten (Gegenstandswert f. Inkassogebühren): 35,88 EUR
bisherige Mahnkosten unseres Mandanten: 7,50 EUR
Direktzahlung an unseren Mandanten: -35,88 EUR
Inkassogebühren § 4 Abs. 5 RDGEG i.V.m. §§ 2, 13, Nr. 2300 VV RVG i.V.m. §§ 280, 286 BGB: 49,50 EUR
Inkassoauslagen § 4 Abs. 5 RDGEG i.V.m. §§ 2, 13, Nr. 7002 VV RVG i.V.m. §§ 280, 286 BGB: 9,90 EUR
---------------------------------------------------------
noch offener Gesamtbetrag (Stand: 26.10.2016): 66,90 EUR

Der geltend gemachte Betrag in Höhe von 66,90 EUR ist innerhalb der nächsten 4 Tage unter Angabe des Aktenzeichens 411438453 auf unser unten stehendes Konto zu zahlen.

Sollte bis zu diesem Zeitpunkt kein Zahlungseingang erfolgt sein, werden wir ein gerichtliches Mahnverfahren gemäß §§ 688 ff. ZPO gegen Sie einleiten, wodurch erhebliche Kosten für Gericht und Anwalt, nötigenfalls auch Vollstreckungskosten für den Gerichtsvollzieher, entstehen.

Nach Durchführung eines gerichtlichen Vollstreckungsverfahrens steht auch der Verlust Ihrer Kreditwürdigkeit durch Eintragung in das amtliche Schuldnerverzeichnis zu befürchten. Zahlen Sie deshalb in Ihrem eigenen Interesse innerhalb der gesetzten Frist.

Mit verbindlichem Gruß
Tesch mediafinanz GmbH, Abteilung Mahnbescheid

Tesch mediafinanz GmbH

Als Inkassodienstleister registriert
beim Amtsgericht Osnabrück
nach § 10 Abs. 1 Nr. 1 RDG
02.11.2016 | 13:15

Antwort

von


(90)
Mönckebergstraße 17
20095 Hamburg
Tel: 040/309694-34
Web: http://www.insolvenz.hamburg
E-Mail:
Diesen Anwalt zum Festpreis auswählen Zum Festpreis auswählen

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Ich gehe davon aus, dass Sie die Gebührenrechnung zahlen müssen.

Dem von Ihnen mitgelieferten Schreiben nach zu urteilen, ist dies die zweite Mahnung nach Nichtzahlung. Die Forderung ist wohl fällig (Zeitablauf/Zahlungsaufforderung und zwei Wochen Frist). § 11a RDG enthält noch weitere Informationspflichten, die auf den ersten Blick aber ebenfalls eingehalten wurden.

Mit der Tätigkeit des Inkassodienstes fallen Gebühren an, die wie im Schreiben aufgeführt aus § § 4 Abs. 5 RDGEG i.V.m. §§ 2, 13, Nr. 2300 VV RVG i.V.m. §§ 280, 286 BGB resultieren. Gefordert wird hier das 1,1fache der Gebühr von 45 € oder 49,50 €. Die Gebühr liegt damit unter der Grenze der Nr. 2300 VV RVG (nämlich unter 1,3fach). Auch die Auslagen sind mit einer Pauschale von 20% aus 49,50 € oder 9,90 € nach Nr. 7002 VV zum RVG korrekt berechnet und zulässig.

Es tut mir leid, Ihnen keine andere Einschätzung geben zu können, aber Sie werden zahlen müssen oder Sie riskieren einen Prozess, den Sie hochwahrscheinlich verlieren würden.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Stefan Pieperjohanns

Nachfrage vom Fragesteller 08.11.2016 | 00:13

Danke für Ihre Antwort Herr Pieperjohanns,

ich habe die erste, von der Inkasso erwähnte Mahnung nicht erhalten.
Der Betrag wurde, wie auch im obigen Inkassotext dargestellt, zwischenzeitlich beglichen.

Somit müssten hier Gebühren für einfache Schreiben gemäss RVG VV Nr. 2301 zum Tragen kommen, die sich wie folgt berechnen:
(Grundlage Wertgebühren: http://www.juraforum.de/ratgeber/gebuehrenrecht-der-rechtsanwaelte/rvg-rechtsanwaltsgebuehren-tabelle-ab-01082013 )
3 Verträge mal 0,3 Wertgebühr (13,50 €) = 40,50 Euro
+ (3 x 9,90 Inkassoauslage) = 29,70 Euro
----------------------------------------------------------
70,20 Euro

1. Ist das korrekt oder muss ich die Wertgebühr nur einmalig mit 13,50 ansetzen, da es sich zwar um drei Verträge aber nur einen Gläubiger handelt,
der alle Rechnungen gleichzeitig gestellt hat?

Danke und Gruss vorab

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 08.11.2016 | 09:12

Sehr geehrter Fragesteller,

das einfache Schreiben der Nr. 2301 VV zum RVG ist ein als "Schreiben einfacher Art ohne schwierige rechtliche Ausführungen oder größere sachliche Auseinandersetzung" definiert. Eine Mahnung kann damit ein einfaches Schreiben sein. Es kommt darauf an, ob der Betreffende sich im Schreiben oder im Zusammenhang mit dem Schreiben mit sachlichen und rechtlichen Prüfungen beschäftigt hat.

Das ist also eine sehr offene Frage. Es gibt keinen Grundsatz, dass jede Mahnung ein einfaches Schreiben ist. Wie häufig im Recht ist das eine Frage des Einzelfalls und der Risikoabwägung.

Zur Frage der mehrfachen Berechnung: Die Geltendmachung von drei gleich gelagerten Forderungen gegen den selben Schuldner mit gleicher Grundlage dürfte als "eine Sache" im Sinne des RVG zu werten sein. Also nur einmal Gebühren.

Zusammengefasst: Wägen Sie ab, ob Sie sich wegen der Höhe streiten wollen und die Gebührenklage riskieren oder ob Ihnen Ihre Zeit und Ihre Nerven die Zahlung von einer Gebühr wert sind.

Mit freundlichen Grüßen
Rechtsanwalt

Pieperjohanns


Wir
empfehlen

Die Anwalt Flatrate

Sie sind Handwerker, dauernd unterwegs und sitzen kaum am Schreibtisch?

Mehr Informationen
ANTWORT VON

(90)

Mönckebergstraße 17
20095 Hamburg
Tel: 040/309694-34
Web: http://www.insolvenz.hamburg
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Insolvenzrecht, Arbeitsrecht, Gesellschaftsrecht, Vertragsrecht, Zivilrecht, Grundstücksrecht, Erbrecht, Kaufrecht
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 63724 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
4,2/5,0
Danke, alle Fragen wurden ausreichend beantwortet und ebenfalls eine Empfehlung, wie weiter vorgegangen werden sollte. Danke dafür !. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Vielen dank fuer die ausfuehrliche und gute beantwortung. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Für die Formulierung eines RA sehr konkret und verbindlich. Richtig bereichert haben die kleinen Beispiele unter den allgemeingültigen Regelungen im betroffenen Rechtsgebiet. Denn allgemeingültige Regelungen findet man auch im ... ...
FRAGESTELLER