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Inkasso Gebühren


30.11.2009 20:24 |
Preis: ***,00 € |

Inkasso, Mahnungen



Sehr geehrte Damen und Herren,

zum Sachverhalt:

Ich habe über Moneybookers.com versucht Geld zu überweisen.
Bei der Auftragserstellung kam es vermutlich zu einem Zahlendreher
in der Bankverbindung.
Moneybookers hat das Geld überwiesen (16Euro)
Es wurde von meinem Konto kein Geld abgebucht,
Es kam für Moneybookers zur einer Rücklastbuchung.

Nun bekomme ich von einem Inkassounternehmen eine Forderung
in Höhe von 75,69 € die ich zu begleichen hätte.

Nach meiner Recherche, teilt mir Moneybookers mit , dass ich
eine Mahnung per Mail bekommen hätte.

Diese habe ich nicht erhalten.Nach Aufforderung sendete mir
Moneybookers die Mail nochmals zu.
Diese landete in meinem SPAM Ordner.
Ich vermute nun auch, dass die Mahn Mail ebenfalls dort landete.
Ich kontrolliere diesen nicht.
Ich habe die Forderung von Moneybookers beglichen, kann aber
nicht nachvollziehen, dass ich auch die Inkassogebühren bezahlen soll, da ich ja keine Mahnung erhalten habe.

Ich habe jetzt auch nochmal das Kleingedruckte von Moneybookers
gelesen, dort steht: Sie sehen eine Mail als versandt an, wenn diese nicht zurück kommt.

Nun meine Frage muss ich die Inkassogebühren bezahlen?

Sehr geehrter Fragesteller,

Inkassokosten können Teil des Verzugsschadens sein. Es müssen also die Voraussetzungen des Verzugs vorliegen, insb. muss in der Regel eine Mahnung ausgesprochen worden sein (§ 286 Abs. 1 Satz 1 BGB).

Die Mahnung ist eine sog. empfangsbedürftige Willenserklärung, die dadurch wirksam wird, dass sie dem Schuldner zugeht. Es genügte die Speicherung der E-Mail auf dem Server Ihres Providers. Ein automatisches Verschieben der Mail in den Spam-Ordner geht zu Lasten des Empfängers, da der Absender darauf keinen Einfluss hat. Sie können sich daher leider nicht darauf berufen, dass Ihnen die Mahnung nicht zugegangen ist.

Allerdings sind die Inkassokosten zu hoch. Als Obergrenze werden von der Rechtsprechung die gesetzlichen Anwaltsgebühren herangezogen. Wenn es um eine Forderung von 16,00 EUR ging, dann sind 75,69 EUR deutlich überhöht: Die Anwaltsgebühren würden nur ca. die Hälfte davon betragen. Die Kosten sollten Sie daher nicht bezahlen.

Für eine endgültige Beurteilung des Falls müsste jedoch das der Forderung zugrunde liegende Vertragsverhältnis genauer geprüft werden.


Mit freundlichen Grüßen

M. Juhre
Rechtsanwalt
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