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Immobilienberater verlangt Maklerprovision


22.12.2006 22:23 |
Preis: ***,00 € |

Hauskauf, Immobilien, Grundstücke


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Sehr geehrte Damen und Herren,

Über Immobilienscout fand ich eine Eigentumswohnung und forderte Detailinformationen an und bat um einen Besichtigungstermin. In der Beschreibung war von einer Maklercourtage die Rede.

Es meldete sich ein „Finanzierungs- und Immobilienberater“ der einen Termin mit dem Verkäufer arrangierte.
Ich stellte telefonisch eine Frage zum Grundriss – Der Berater sagte ein Zimmer sei abgeteilt obwohl auf dem Plan die Wand durchgestrichen sei. Er kenne aber die Wohnung meinte er und die Wand sei vorhanden.

Der Verkäufer zeigte mir die ETW und der Berater „lief mit“.

Es stellte sich heraus dass die Beschreibung im Internet falsch war in Bezug auf:
- Preis (nur ein Garagenstellplatz statt zwei)
- Ausstattung (war Laminat kein Parkett)
- Grundriss (die nachgefragte Wand war nicht drin)
- Bezugsmöglichkeit (die Wohnung ist vermietet wurde aber als sofort bezugsfähig ausgewiesen).

Ich habe keinerlei Unterschriften gegenüber dem Berater geleistet.

Auf das Mietverhältnis angesprochen riet er mir sofort zu kaufen und in das Mietverhältnis einzusteigen um auf Eigenbedarf zu kündigen, dann wäre die Wohnung ab April bezugsfrei.

Ich war nun mit dem Verkäufer beim Notar (ohne den Berater) und werde die Wohnung wohl kaufen, allerdings erst wenn der Mietvertrag ausgelaufen ist (Vermieter kündigte bereits). Hätte ich auf den Berater gehört würde ich das volle Risiko tragen dass der Mieter evtl. nicht auszieht.

Meine Fragen:
Der Berater will nun die Maklerprovision von 4% + MwSt. Kann er dies verlangen ohne einen schriftliche Bestätigung mir die Wohnung nachgewiesen zu haben?

Wenn er als Finanzierungs- und Immobilienberater firmiert (Fuss der E-mail in der er mit das Exposee gemailt hat) muss ich annehmen dass er als Makler auftritt? Er sprach dies mit keinem Wort bei der Besichtigung an.

Kann ein Makler (wenn er einer ist) all diese falschen Aussagen machen bzw. auch noch in Kaufvertragsthemen so zu meinen Ungunsten beraten und dann noch die Provision verlangen?

Momentan habe ich keine Forderung von ihm auf dem Tisch aber die wird kommen.

Vielen Dank für Ihre Hilfe.

22.12.2006 | 23:38

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Frage, dich ich anhand des geschilderten Sachverhalts wie folgt beantworte:

Die Frage, ob Maklerprovision zu zahlen ist, hängt vom Ihnahlt des Vertrages und der Tätigkeit des Maklers ab und nicht davon, wie er firmiert. Alleine die Tatsache, dass er als Finanzierungs- und Immobilienberater firmiert und nicht als Makler, schließt also die Verpflichtung zur Zahlung der Provision nicht aus. Dies gilt insbesondere deshalb, weil ja von Anfang an, schon in der Anzeige klargestellt wurde, dass die Vermittlung provisionspflichtig sein würde.

Nach der Rechtsprechung entsteht die Verpflichtung zur Zahlung der Provision in jedem Fall dann, wenn der Interessent in Kenntnis der Provisionsverpflichtung einen Besichtigungstermin vereinbart. Dies war bei Ihnen ohne Zweifel der Fall.

Der Makler erwirbt den Provisionsanspruch dadurch, dass er das später verkaufte Objekt dem Interessenten nachweist und/oder den Kaufvertrag zwischen Käufer und Verkäufer vermittelt § 652 BGB. Auch das ist hier wohl anzunehmen. Dafür, dass er die Immobilie nachgewiesen hat, benötigt der Makler keine gesonderte Unterschrift, denn das ergibt sich hier ja bereits aus den e-mails, die dem Besichtigungstermin voran gingen.

Auch die Tatsache, dass der Makler Ihnen falsche Informationen gegeben bzw. Sie "schlecht" beraten hat, ändert an der Verpflichtung zur Zahlung der Provision nichts, denn der Kaufvertrag wird ja aller Wahrscheinlichkeit nach trotzdem zustande kommen, die Tätigkeit des Maklers hat also letztlich, auch wenn sie vielleicht nicht wirklich gut war, zum gesetzlich vorgesehenen Erfolg, nämlich zum Abschluss eines Kaufvertrages geführt.

Ich hoffe, Ihnen damit einen ersten Überblick gegeben zu haben und wünsche schöne Feiertage.

Mit freundlichen Grüßen
RAin Gabriele Koch


Nachfrage vom Fragesteller 24.12.2006 | 12:22

Hallo Frau Koch,
vielen Dank für Ihre Antwort, obwohl ich enttäuscht bin dass ein Makler für solch einen schlechten Job so viel Geld kassieren kann.
Eine generelle Frage - Unter welchen Umständen kann man ihm die Zahlung denn verweigern. Auch wenn man gekauft hat?
Mir fällt es schwer zu glauben dass eine einfache Adressvermittlung in meinem Fall 14.000 Euro wert sein soll. Und nur da sich der Rest bei Besichtigung aufgeklärt hat er aus allem raus ist.
Mit freundlichen Grüssen und schöne Weihnachtsfeiertage.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 24.12.2006 | 14:55

Sehr geehrter Fragesteller,

Der Maklervertrag wird in der Regel zwischen dem Verkäufer und dem Makler abgeschlossen, lediglich die Provision ist vom Käufer zu bezahlen. Daher sind Ihre Möglichkeiten, Einwendungen gegen den Vergütungsanspruch zu erheben, relativ beschränkt. Vertraglich Einwendungen, wie z.B. Schlechtleistung kommen wohl nicht in Betracht, da Sie eben gerade nicht Vertragspartner des Mäklervertrages sind. Möglich sind lediglich Einwendungen wegen Verflechtung, d.h., wenn der Makler noch in irgend einer anderen Hinsicht mit der Immobilie verbunden ist, z.B. als Miteigentümer, Baubetreuer, Hausverwalter etc. oder evtl. auch gesetzliche Schadensersatzansprüche (die aufgrund Ihrer Sachverhaltsschilderung aber kaum in Betracht kommen, weil ja gar kein Schaden entstanden ist).

Für den Provisionsanspruch reicht tatsächlich alleine die Kausalität, d.h. ein sachlicher Zusammenhang zwischen dem Nachweis durch den Makler und dem Vertragsschluss. Der BGH hat sogar einen Provisionsanspruch bejaht, wenn aufgrund des Nachweises zunächst gar kein Kaufvertrag zustande kommt, sondern dieser erst viel später durch eigene Inserate des Verkäufers und zu anderen Konditionen abgeschlossen wird (BGH 25.2.99 BB 1999, 814 (Az.: III ZR 191/98))

Ohne den genaueren Sachverhalt zu kennen, sehe ich daher nur die einzige Möglichkeit, sich zusammen mit dem Verkäufer an den Makler zu wenden und zu versuchen, aufgrund der Schlechtleistung eine Reduzierung der Provision zu erreichen, was aber nur klappt, wenn der Makler einverstanden ist.

Ob der Verläufer evtl. weitergehende vertragliche Ansprüche hat, die er geltend machen könnte, kann ich nicht überprüfen.

Mit freundlichen Grüßen
RAin Gabriele Koch

ANTWORT VON

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