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Hotelumbuchung vom Reiseveranstalter

15.10.2011 15:04 |
Preis: ***,00 € |

Reiserecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Guido Matthes


Vor cirka 3 Monaten haben wir beim Reiseanbieter X1-2 Fly eine Urlaubsreise für 2 Erwachsene und 4 Kinder (2,4,7,8 Jahre) alt in einem 5 Sterne Hotel in einem Familienzimmer in der Türkei vom 18.10. bis 25.10.2011 gebucht.Reiseveranstalter ist TUI Deutschland. Die Reise wurde rückbestätigt und komplett bezahlt(rund 3800Euro). Eine Woche vor Reiseantritt, nämlich am Abend des 11.10.2011
kam eine Email in der der Anbieter uns mitteilt, dass die Reservierung nicht mehr aufrecht erhalten werden kann, da das gebuchte Hotel vorzeitig schliesst. Alternativ boten sie uns ein anderes Hotel 4,5 Sterne und zwei Doppelzimmer an. Dieses Angebot haben wir nicht angenommen, da es eine schlechtere Hotelkategorie
war und wir ein Familienzimmer benötigen. Seit dem Dienstag, den 11.10.2011 habe ich jeden Tag mit der Hotline telefoniert und wurde immer vertröstet das ich am nächsten Tag Alternativangebote bekommen würde, welche aber nicht eintrafen. Auch ein anwaltliches Schreiben mit Fristsetzung wurde nicht beantwortet. Heute, am 15.10.2011 wurde mir von der Hotline angeboten das ich die Reise kostenlos stornieren könnte, was ich aber abgelehnt habe. Jetzt läuft mir langsam die Zeit davon mich um einen anderen Urlaubsanbieter zu kümmern denn schliesslich wollen wir ja in den Urlaub.

Folgende Fragen ergeben sich:
Was passiert, wenn der Veranstalter mir kein gleichwertiges Angebot machen kann? Bekomme ich Schadensersatz für entgangene Urlaubsfreunden?

Wenn ich jetzt eine andere Reise buche in dieser kurzen Zeit, ist der Veranstalter für die Mehrkosten haftbar zu machen, bzw wie sind die Aussichten das ich Mehrkosten zurück bekomme? (Zur Zeit sind nur noch Angebote für über den doppelten Preis frei)

Wie sind die Aussichten Schadensersatz zu bekommen, denn von Urlaubsvorfreude ist zur Zeit keine Spur?

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre gestellte Frage beantworte ich wie folgt:

Die Regelung zu einer erheblichen Änderung der Reiseleistung befindet sich in § 651 a V BGB. Danach kann der Reisende im Falle einer Erhöhung des Reisepreises um mehr als fünf vom Hundert oder einer erheblichen Änderung einer wesentlichen Reiseleistung vom Vertrag zurücktreten. Er kann stattdessen, ebenso wie bei einer Absage der Reise durch den Reiseveranstalter, die Teilnahme an einer mindestens gleichwertigen anderen Reise verlangen, wenn der Reiseveranstalter in der Lage ist, eine solche Reise ohne Mehrpreis für den Reisenden aus seinem Angebot anzubieten.

Bitte beachten Sie dabei in jedem Fall die Frist. Die Rechte aus dieser Vorschrift müssen unverzüglich geltend gemacht werden. Unverzüglich bedeutet ohne schuldhaftes Zögern. In der Regel wird eine Frist von 14 Tagen angenommen. Im Einzelfall kann die Frist gegebenenfalls kürzer sein.

Wenn Sie das angebotene Alternativangebot nicht annehmen und vom Reisevertrag zurücktreten, können Sie gemäß § 651 f BGB Schadensersatz für entgangene Urlaubsfreuden geltend machen. Schadensersatz für entgangene Urlaubsfreuden ist in der Regel erst bei der Minderung Quoten von 50 % geschuldet. Kann jedoch der Reiseveranstalter die gebuchte Unterkunft nicht zur Verfügung stellen und kündigt der Reisende vor ab, ist die Anwendung der Vorschrift nicht davon abhängig, dass eine Minderung von mehr als 50 % berechtigt wäre.

Aus diesem Rechtsgrund muss der Anbieter auch die Kosten einer Ersatzreise tragen, wenn er Ihnen selber kein gleichwertiges Angebot bieten kann. Dies gilt selbst dann, wenn die Kosten für die Ersatzreise höher sind, als die Kosten für die ursprüngliche Reise; vergleiche AG Bad Homburg, Urteil vom 08.05.2002 - 2 C 2261/01-22, NJW-RR 2002, 1639.

Bitte beachten Sie aber in jedem Fall, dass Sie mit einer teureren Ersatzbuchung ein rechtliches Risiko eingehen. Maßgeblich wird dann sicherlich sein, ob die vom Veranstalter angebotene Alternativunterbringung gleichwertig war oder nicht. Dies kann ohne nähere Kenntnis der Reiseleistungen im einzelnen nicht bewertet werden. Bevor Sie also Mehrkosten verursachen, sollte die Gleichwertigkeit der Angebote noch einmal mit dem von ihm beauftragten Rechtsanwalt besprochen werden.

Falls Sie das Alternativangebot annehmen und die Reiseleistungen den gebuchten Reiseleistungen nicht entsprechend, können Sie eine Minderung des Reisepreises verlangen. In welcher Höhe eine Minderung gerechtfertigt wäre, kann ebenfalls nur anhand der gebuchten und anhand der tatsächlich erhaltenen Reiseleistungen bewertet werden. Insoweit können Sie sich an den Werten der Frankfurter Tabelle orientieren.

Ich hoffe, Ihnen einen ersten hilfreichen Überblick in der Sache verschafft zu haben. Ich weise darauf hin, dass die Beantwortung Ihrer Frage ausschließlich auf Grundlage Ihrer Schilderung erfolgt. Die Antwort dient lediglich einer ersten rechtlichen Einschätzung, die eine persönliche und ausführliche Beratung durch einen Rechtsanwalt in den seltensten Fällen ersetzen kann. Das Weglassen oder Hinzufügen weiterer Sachverhaltsangaben kann möglicherweise zu einer anderen rechtlichen Beurteilung führen. Eine endgültige Einschätzung der Rechtslage ist nur nach umfassender Sachverhaltsermittlung möglich.

Mit freundlichen Grüßen

Matthes
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 15.10.2011 | 16:25

"Wenn Sie das angebotene Alternativangebot nicht annehmen und vom Reisevertrag zurücktreten, können Sie gemäß § 651 f BGB Schadensersatz für entgangene Urlaubsfreuden geltend machen. Schadensersatz für entgangene Urlaubsfreuden ist in der Regel erst bei der Minderung Quoten von 50 % geschuldet. Kann jedoch der Reiseveranstalter die gebuchte Unterkunft nicht zur Verfügung stellen und kündigt der Reisende vor ab, ist die Anwendung der Vorschrift nicht davon abhängig, dass eine Minderung von mehr als 50 % berechtigt wäre."
Bitte können Sie diesen Sachverhalt der Minderung Quoten 50% erklären?
Der Reiseveranstalter kann uns kein Familienzimmer anbieten, sonder nur zwei Doppelzimmer, da wir aber mit vier Kindern anreisen, ist sowas dann eindeutig ein minderwertiges nicht anzunehmendes Angebot?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 15.10.2011 | 16:46

Sehr geehrter Fragesteller,

der Wechsel der Zimmerkategorie stellt in der Regel eine wesentliche Änderung der Reiseleistungen dar. In Ihrem Fall ist dies sicherlich auch mit der Betreuung der noch sehr kleinen Kinder zu begründen.

Bitte haben Sie allerdings Verständnis, dass eine abschließende Bewertung nicht ohne Einsicht in den Reisevertrag erfolgen kann.

Mit freundlichen Grüßen

Matthes
Rechtsanwalt

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