Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Widerspruch Reise

04.01.2016 08:05 |
Preis: ***,00 € |

Reiserecht


Zusammenfassung: Der Reisende kann bis zum Reisebeginn jederzeit vom Reisevertrag zurücktreten, muss jedoch an den Veranstalter eine Entschädigung zahlen. Stornokosten in Höhe von 20 % des Reisepreises bei einem Rücktritt bis 30 Tage vor Reisebeginn sind grundsätzlich zulässig.

ich hatte eine Reise im Internet gefunden, die von RSD Reisen angeboten wurde. Habe zuerst die Reise telefonisch auf Option gestellt. Ich hätte bis letzten Freitag zeitgehabt.

Ich war zur voreilig habe die Reise am Mittwoch den 16.12.2015 am Telefon gebucht, habe daraufhin eine Bestätigung erhalten, mit den Vertragsunterlagen. Das Telefonat war gegen 18 Uhr.

Am 17.12.2015 am Mittag habe ich die Reise storniert. Konnte es leider nicht am Telefon klären, deswegen habe ich eine Email erfassen. Innerhalb von 24 Stunden. Da ich im Internet sehr schlechte Bewertungen gelesen hatte, und die Reise war für unsere Flitterwochen gedacht am 14-26 März 2016, deswegen wollte ich die Reise nicht in Anspruch nehmen.

Für die Stornierung wurde mir eine Rechnung in Höhe von 20%, in dem Fall sind es 415 EUR.

Ich finde das nicht gerechtfertigt, habe es Ihnen auch so per Email geschrieben.

Die Rechnung muss ich bis zum 27.12.2015 bezahlt haben.

Die allgemeinen Reisebedingungen können Sie sich im Internet anschauen.

Ich habe schon einen Widerspruch eingelegt, habe leider keine Antwort erhalten sondern die Stornoabrechnung.

Das sind die allgemeinen Reisebedingungen:
Ich hoffe Sie können mir helfen.

4. Rücktritt des Reisenden
Der Reisende kann jederzeit vor Reisebeginn unter Angabe der Vorgangsnummer von der Reise zurücktreten.
RSD empfiehlt Schriftform. Tritt der Reisende vom Reisevertrag zurück oder tritt er die Reise nicht an, so kann der
Reiseveranstalter Ersatz für die getroffenen Reisevorkehrungen und für seine Aufwendungen verlangen. Dieser
Ersatzanspruch wird pauschaliert:
4.1 bis 30 Tage vor Reisebeginn = Bearbeitungsgebühr in Höhe von 20% des Gesamtpreises
29.-15. Tag vor Reisebeginn = 65% des Gesamtpreises
14.-8. Tag vor Reisebeginn = 85% des Gesamtpreises
7.- 1. Tag vor Reisebeginn = 90% des Gesamtpreises
Bei nicht Erscheinen oder Storno am Anreisetag = 95% des Gesamtpreises.
4.2 Bei Gruppenreisen ab 10 Personen, die RSD im Auftrag des Kunden außerhalb der regulären Reistermine
durchführt, fällt bereits bis 30 Tage vor Reisebeginn bei Stornierung eine Gebühr in Höhe von 20% des
Gesamtpreises an.
4.3 Dem Reisenden bleibt es unbenommen, RSD nachzuweisen, dass kein oder ein wesentlich geringerer Schaden
entstanden ist, als die unter 4.1 bis 4.3. geforderten Pauschalen.

Sehr geehrte Ratssuchende,

gerne beantworte ich Ihre Frage aufgrund Ihrer Sachverhaltsschilderung wie folgt:

Vorliegend ist durch Ihre telefonische Buchung und spätestens mit der Übersendung der Reisebestätigung und den Unterlagen durch den Veranstalter ein Reisevertrag i. S. d. § 651a BGB zustande gekommen.

Nach § 651i Abs. 1 BGB kann der Reisende vor Reisebeginn jederzeit vom Vertrag zurücktreten, was Sie mit Ihrer Erklärung vom 17.12.2015 gegenüber dem Reiseveranstalter auch getan haben.

Der Rücktritt des Reisenden beseitigt rückwirkend den Reisevertrag, wobei nach § 651i Abs. 2 S. 1 BGB der Anspruch des Reiseveranstalters auf den vereinbarten Reisepreis entfällt. Gemäß § 651i Abs. 2 S. 2 BGB kann der Veranstalter jedoch im Falle des Rücktritts durch den Reisenden statt des Reisepreises eine angemessene Entschädigung verlangen. Dabei steht dem Veranstalter ein Wahlrecht zu, ob die Entschädigung konkret oder pauschal nach Stornosätzen berechnet wird (vgl. Führich, Handbuch Reiserecht, 7. Aufl. § 14 Rn 13, 14, 19).

Regelmäßig bedienen sich die Reiseveranstalter – wie auch in Ihrem Fall – pauschalisierten Stornosätzen, wobei vorliegend ein Stornosatz von 20 % bis 30 Tage vor Reiseantritt nach den Reisebedingungen Ihres Veranstalters aufgeführt ist. Dabei ist zu berücksichtigen, dass nach der Rechtsprechung ein Stornosatz von 20 % bis zu 30 Tage vor Reisebeginn grundsätzlich als zulässig angesehen wird (AG Hannover, Urteil vom 21.12.2011, Az.: 450 C 9763/11; Führich, Handbuch Reiserecht, 7. Aufl.. § 14 Rn 23).

Insoweit bleibt festzuhalten, dass die aufgrund Ihrer Stornierung in Ansatz gebrachte Pauschale von 20 % des Reisepreises zulässig sein dürfte.

Damit sich der Veranstalter jedoch auf die Stornopauschale in den ARB berufen kann, müssten die Reisebedingungen in den Vertrag einbezogen worden sein. Bei einer telefonischen Buchung ist der Reisende grundsätzlich auf die Geltung der ARB fernmündlich ausdrücklich hinzuweisen (Führich, Handbuch Reiserecht, 7. Aufl. § 5 Rn 88). Ob dies in Ihrem Fall erfolgt ist, kann ich aufgrund Ihrer Angaben nicht beurteilen. Jedoch werden derartige Gespräche – die regelmäßig über ein Call-Center erfolgen – aufgenommen oder aber entsprechende Aktenvermerke gefertigt, so dass der Veranstalter im Zweifel wohl beweisen könnte, einen entsprechenden Hinweis erteilt zu haben.

Zudem dürften Ihnen die Reisebedingungen spätestens mit Zusendung der Reisebestätigung überreicht worden sein, so dass im Falle einer nicht bindenden Annahme des Reiseveranstalters am Telefon der Vertragsschluss unter Einbeziehung der ARB mit Übersendung der Vertragsunterlagen erfolgt sein dürfte. Unabhängig davon wäre auch zu berücksichtigen, dass Sie die Reise nach Ihren Angaben im Internet gefunden haben, wobei auch dort regelmäßig auf die ARB hingewiesen wird; insoweit wird es als ausreichend erachtet, dass der Reisende den Text der ARB über einen Link abrufen, speichern und ausdrucken kann (Führich, Handbuch Reiserecht, 7. Aufl. § 5 Rn 89).

Nach allem dürften Sie verpflichtet sein, die Stornokosten zu zahlen.

Es tut mir leid, Ihnen keine positivere Antwort geben zu können. Ich hoffe dennoch, Ihnen einen ersten Überblick verschafft zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

Daniel Neubauer
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 04.01.2016 | 09:52

Danke für die Informationen.

Soweit ich weis gibt es eine Regelung dass man innerhalb von 24 Stunden kostenlos Stornieren kann. Kennen Sie diese Gesetzgebung?
Ich habe mich mit jemanden ausgetauscht es gibt hier für einen rechtsicheren Widerspruch gegen die Forderung von RSD Reisen nötig, inkl. der entsprechenden Begründung, vielleicht wissen wie wie man dass begründen kann.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 04.01.2016 | 10:35

Sehr geehrte Ratssuchende,

gerne beantworte ich Ihre Nachfrage wie folgt:

Die reiserechtlichen Vorschriften der §§ 651a ff. BGB beinhalten keinen Anspruch, wonach der Reisende innerhalb von 24 Stunden eine kostenlose Stornierung der Reise vornehmen kann. Einen derartigen gesetzlichen Anspruch gibt es nicht.

Gleichwohl gibt es manche Buchungsportale (zB ab-in-den-urlaub), welche unter bestimmten Voraussetzungen die Möglichkeit einer Stornierung innerhalb von 24 Stunden anbieten. Diese Reiseportale treten jedoch in der Regel nicht als Reiseveranstalter sondern nur als Reisevermittler auf.

Hierbei handelt es sich regelmäßig um eine indivualvertragliche Vereinbarung und nicht um ein pauschales Recht zum Reiserücktritt innerhalb von 24 Stunden nach der Buchung. Insoweit besteht bei Reiseverträgen grundsätzlich auch kein Widerrufsrecht nach den Vorschriften über Fernabsatzverträge (§ 312g Abs. 2 Nr. 9 BGB).

Ob in Ihrem Fall eine entsprechende Regelung mit Ihrem Reiseveranstalter besteht, kann ich mangels Kenntnis der Unterlagen nicht beurteilen. Eine entsprechende Regelung bei einem Reiseveranstalter wäre jedoch sehr ungewöhnlich.

Sofern Sie eine weitere außergerichtliche Tätigkeit durch mich wünschen, stehe ich Ihnen hierfür gerne zur Verfügung. Eine Begründung Ihres Schreibens im Rahmen der Erstberatung ist jedoch nicht möglich.

Mit freundlichen Grüßen

Daniel Neubauer
Rechtsanwalt

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 70134 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
4,8/5,0
Ich wollte eine grobe und unabhängige Meinung zum ausgestellen Arbeitszeugnis, dass ich erhalten habe. Die Hinweise und Bewertung ist für mich absolut nachvollziehbar. Die Empfehlung keine weiteren rechtlichen Schritte einzugehen ... ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Danke für die hervorragende Antwort und Beratung, die in diesem Rahmen möglich ist. Sie war sehr ausführlich, verständlich und prompt. Wäre die Anwältin in meiner Nähe, wäre ich sofort ihre Mandantin. Für alle Bewertungen sehr ... ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Die Frage direkt und verständlich beantwortet. ...
FRAGESTELLER