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Haftung der Bank/ des Testamentvollstreckers bei Anlage von Mündelgeld

| 17.05.2012 14:43 |
Preis: ***,00 € |

Wirtschaftsrecht, Bankrecht, Wettbewerbsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Maike Domke


Meine minderjährigen Kinder haben 1997 einen großen Geldbetrag von ihrer Großmutter geerbt. Das Geld wurde von der Tante der Kinder (Tochter der Erblasserin und auch Testamentsvollstreckerin) in einen Aktienfonds angelegt. Nach Auszahlung des Erbes an die mittlerweile volljährigen Kinder wurden wir aufgrund des nicht nachvollziehbar niedrigen Betrages misstrauisch und liessen uns Unterlagen zusenden. Dabei mussten wir feststellen, dass die Tante erhebliche Beträge als "Zinsen" deklariert an den Vater der Kinder (ihren Bruder) überwiesen hat, ohne dass ich als Mutter Kenntnis davon hatte. Ausserdem wurde ein weitere hoher Betrag an den Großvater der Kinder überwiesen (inzwischen verstorben), die überlebende Großmutter weiß von nichts. Kontoinhaber waren lt. Kontoauszügen die Kinder. Meine Frage: Ist die Bank haftbar, weil sie zugelassen hat, dass Mündelgelder entnommen wurden? Oder ist nur die Tante haftbar?

Sehr geehrter Ratsuchender,
vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich im Rahmen einer Erstberatung wie folgt beantworten möchte:

Es gibt ein Urteil des OLG Koblenz (Urteil des OLG Koblenz vom 28.04.2008
5 U 27/08), wonach in einem Fall wie dem Ihrem eine Haftung der Bank abgelehnt wird. Die Richter entschieden über einen Fall, in dem der Testamentsvollstrecker im Rahmen seiner Tätigkeit hohe Geldbeträge veruntreut hatte. Die Erben wollten die Bank in die Haftung nehmen, die Koblenzer Richter lehnten dies aber ab.

Es hätten sich der Bank praktisch aufdängen müssen, es hätten evidente und massive Verdachtsmomente zu Lasten des Testamentsvollstreckers vorliegen müssen, damit eine Haftung der Bank in Betracht käme. Zu Deutsch hätte die Bank also wissen müssen, dass es nicht mir rechten Dingen zugeht und Ihre Tante nicht befugt ist, das Geld abzuheben.

Es kommt also darauf an, wie offentsichtlich die Veruntreuung der Tante war. In dem oben beschriebenen Fall ging das Geld erst auf ein Treuhandkonto, war also „unverdächtig". Ich würde nach Ihren – etwas spärlichen - Sachverhaltsangaben bei den „Zinsen" eine Haftung verneinen, bei der Überweisung an den Großvater möglicherweise bejahen.

Die Geltendmachung dürfte aber schwierig und langwierig sein, so dass ich eine Inanspruchnahme der Tante selbst vorziehen würde.

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegeben Informationen verbindlich wie folgt beantworten:


Nachfrage vom Fragesteller 17.05.2012 | 19:11

Ich möchte noch anmerken, dass die als Zinsen deklarierten Summen immer genau 1.000 DM betrugen. Der wirkliche Zinsertrag war niedriger und es waren "krumme" Summen. Es wurde also in keinem Fall der tatsächliche Zinsgewinn überwiesen. Hätte die Bank da nicht aufmerksam werden müssen?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 17.05.2012 | 19:26

Sehr geehrter Ratsuchender,

ja möglicherweise auch bei den Zinsen. Man müsste sich den Sachverhalt aber genau anschauen und dann Anahltspunkte dafür sammeln, dass die Bank es "hätte wissen müssen". 1.000 DM sind für Zinserträge schon sehr auffällig.

Mit freundlichen Grüßen
Maike Domke
- Rechtsanwältin -

Bewertung des Fragestellers 17.05.2012 | 19:41

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Stellungnahme vom Anwalt:
FRAGESTELLER 17.05.2012 3,6/5,0
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