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Gegnerische Versicherung verweigert die Schadensübernahme

09.09.2010 16:55 |
Preis: ***,00 € |

Verkehrsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Gerhard Raab


Betrifft: Bereich Verkehrsrecht

Der Unfallbeteiligte bzw. seine Versicherung verweigert die Schadensregulierung - Steinschlag/Steinabgang vom LKW




Sehr geehrte Damen und Herren, 09. September2010

bevor ich meine Frage stelle, möchte ich gerne den Sachverhalt / das Problem erläutern.


Sachverhalt / Unfallhergang:

Am 10.Juni2010 fuhr ich auf einer gut ausgebauten „Landstraße" der Stadt Wuppertal in nördlicher Richtung (südliche Richtung: ein- spurig, nördliche Richtung: zweispurig). In dem Streckenanschnitt, den ich befuhr, liegt die vorgegebene Höchstgeschwindigkeit bei 80 km/h.
Ein LKW (ein großer „Kipper" – z.B.: zum Transport von Kies, Erdreich … etc. ..), der zu einer Firma für Spezialtransporte gehört, fuhr auf der rechten Fahrspur ebenfalls in nördlicher Richtung. Ich fuhr auf der linken Fahrspur und habe gerade mit dem Überh-olvorgang begonnen, als sich vom LKW ein Stein löste und mit lautem Knall auf meiner Motorhaube aufschlug. Als der Stein auf meiner Motorhaube landete war ich ungefähr auf Höhe der Hinterachse des LKW.
Leider war es mir in diesem Streckabschnitt der Straße nicht möglich den LKW zu stoppen. Da ich diese Strecke öfters fahre, wusste ich, dass ca. 600-800m weiter eine Ampelanlage kommt (ein vorheriges verlassen der Straße / abbiegen ist in diesem Bereich nicht möglich). Ich wechselte die Spur so, das ich bis zur Ampelanlage direkt vor dem LKW fuhr.
Mein Vorhaben war es gewesen, an der Ampelanlage kurz auszusteigen und den Fahrer des LKW über den Vorfall (den er zuvor allem Anschein nach nicht bemerkt hat bzw. wohl auch nicht bemerken konnte) zu informieren.
Mein PKW hielt gerade an der Ampel, als der LKW von hinten angefahren kam. Da in diesem Augenblick die Ampel auf Grün um- sprang, wechselte der LKW auf die linke Spur (Überholspur) und fuhr, ohne dass ich die Möglichkeit hatte den Fahrer anzusprechen, an mir vorbei.
In diesem Augenblick habe ich mich dazu entschieden, erstmal das Nummerschild des LKW zu notieren und von einer weiteren „Verfolgung" abzusehen.
Ich bin dann direkt zur nächstgelegenen Polizeiwache gefahren, da diese aber nachmittags nicht besetzt ist, musste ich zur Haupt- wache in einen anderen Ortsteil fahren und bin dort ca. 45-60 Min nach dem Unfall erschienen.
Bei der Polizei ist der Unfall zur Anzeige gekommen, weil das für mich die einzige Möglichkeit war, an die Daten meines Kontra-henten zu gelangen.


Versuch der Kontaktaufnahme mit dem Unfallverursacher:

Ich habe in den folgenden Tagen versucht telefonisch mit der Firma in Kontakt zu treten. Das ist mir nicht gelungen. Daraufhin habe ich ein Einwurfeinschreiben an den Unfallverursacher geschickt, und ihn um seine Versicherungsdaten gebeten. Mein Kontrahent erwies sich als nicht kooperativ, er hielt es nicht für nötig sich bei mir zu melden (… es schien, als wollte er die Sache einfach „aussitzen"…).


Auskunft über die Versicherungsdaten:

Über die „Zentrale der Autoversicherer" bin ich zwischen dem 15. und 20.Juni2010 mit der Versicherung meines Kontrahenten in Kontakt getreten. Dort wurde der Vorfall von einem Sachbearbeiter aufgenommen. Am 21.Juni2010 bekam ich erstmals Post von der gegnerischen Versicherung. Die Post beinhaltete eine schriftliche Bestätigung, dass der Vorfall aufgenommen wurde und unter Nr. XXX bearbeitet wird.


Post von der Staatsanwaltschaft:

Die Post seitens der Staatsanwaltschaft vom 29.Juni2010 informierte mich darüber, dass das Verfahren gegen Herrn XXX (den Fahrer des LKW) eingestellt wurde.


Post von der gegnerischen Versicherung II:

Am 12.August2010 erhielt ich Post von der Versicherung. Ich musste einen Fragebogen zum Unfallhergang ausfüllen und an die Versicherung zurück schicken.
Was ich auch umgehend getan habe.


Post von der gegnerischen Versicherung III:

Am 31.August2010 schieb mir die gegnerische Versicherung abschließend folgenden Brief:


Sehr geehrte Frau …,

bezug nehmend auf das Unfallereignis vom 10.06.2010 müssen wir feststellen, dass nach Angaben unseres Versicherungsnehmers das angeblich unfallbeteiligte Fahrzeug unbeladen war.
Somit können wir begründet davon ausgehen, dass Steine bzw. anderes Ladungsgut nicht von diesem Fahrzeug heruntergefallen sind, sondern ggf. von der Fahrbahn hochgeschleudert wurden und infolge dessen Ihr Fahrzeug beschädigten.
Diese Situation konnte der Fahrer des bei uns versicherten Fahrzeuges auch bei gesteigerter Sorgfalt nicht vermeiden.
Somit liegt ein sogenanntes unabwendbares Ereignis vor, bei dem für uns keine Eintrittpflicht besteht.
Da Sie nach eigenen Angaben keine Zeugen für das Unfallereignis haben, müssen wir den von Ihnen dargestellten Sachverhalt als nicht bewiesen einschätzen.
Wir möchten Sie an Ihre eigene Teilkasko-Versicherung verweisen.

Mit freundlichen Grüßen

XXX


Mein Problem:

In dem von mir beschriebenen Fall steht meines Erachtens nach Aussage gegen Aussage. Ich kann die Aussage des Unfallver-ursachers nicht überprüfen. Ist er wirklich ohne Ladung gefahren? Bedeutet das, dass der LKW auch keinen Rest von der letzten Ladung mehr hatte?

Ich fühle mich an dieser Stelle ungerecht behandelt, da ich alle Aussagen/Auskünfte (gegenüber der Polizei, als auch gegenüber der Versicherung) wahrheitsgemäß gemacht habe. Ich kann nicht verstehen (außer unter Betrachtung des finanziellen Aspektes), warum die Versicherung ihren Versicherungsnehmer glaubt, obwohl dieser sich von Anfang an durch unkooperatives Verhalten profiliert hat.

Der abschließende Hinweis aus dem Schreiben vom 31.August2010 „… Wir möchten Sie an Ihre Teilksko-Versicherung verweisen." scheint mir nicht wirklich ratsam.

Warum sollte meine Versicherung den Schaden bezahlen, wenn doch der Unfallverursacher bekannt ist? Warum sollte mein Bei- tragssatz steigen, wenn von mir kein Schaden verursacht wurde?

Außerdem ist meine Versicherung leider seit dem 31.August2010 insolvent, so dass ich zum Zeitpunkt, als mich das abschließende Schreiben (am 01.September2010) der gegnerischen Versicherung erreichte, bereits bei einer anderen Versicherung unter Vertrag war.
Es ist für mich absolut unklar, ob ich noch Ansprüche an die insolvente Versicherung stellen kann bzw. mit einer Schadens-regulierung durch meine Vollkaskoversicherung (Selbstbeteiligung 150,00 Euro) rechnen kann.

Laut einem Sachgutachten eines Lackierfachbetriebs beläuft sich der Schaden auf: 646,04 Euro inkl. 19% UST.

So wie es im Moment aussieht, werde ich auf den Schaden sitzen bleiben.

Da ich keine Rechtsschutzversicherung habe, zurzeit leider auch ohne Beschäftigung bin und mir aus finanziellen Gründen keinen Anwalt leisten kann (auch Prozesskostenhilfe kommt nicht in Betracht) bin ich darauf angewiesen, auf diesem Wege eine Rechtsauskunft einzuholen.


Meine Frage:

Gibt es eine Möglichkeit, meine Interessen gegenüber dem Unfallgegner (bzw. dessen Versicherung) weiter, möglichst erfolgreich zu verfolgen, ohne dass die daraus resultierenden Kosten für mich unüberschaubar werden?

Grundsätzlich sehe ich mich im Recht bzw. meine Ansprüche gegenüber dem Unternehmen XXX als gerechtfertigt an, bin aber leider aufgrund eines finanziellen Engpasses (Arbeitslosigkeit) nicht in der Lage meine Interessen durch einen Anwalt vertreten zu lassen.

Ich traue mich nicht zu klagen, da ich nicht einschätzen kann wie es ausgehen könnte, und die gegebenenfalls entstehenden Kosten (Anwalt – gegnerischer Anwalt – Gericht - … etc. …) auch nicht tragen könnte.

Würde es Sinn machen evtl. einen alternativen Weg zu beschreiten – z.B.: Eine Aufforderung zur Schadensübernahme an den Unfallverursacher zu schicken, mit Androhung eines Mahn- verfahrens, falls der Schaden (Abrechnung laut Gutachten) nicht bezahlt wird?

Ich hätte gerne einen „Tipp" wie ich mich in dieser Angelegenheit am besten Verhalten sollte bzw. was ich unternehmen muss/kann, damit ich meine Ansprüche (weil – nicht fristgerecht gehandelt wurde, oder anderer Versäumnisse) nicht verliere.

Freundliche Grüße

XXX

P.S.:

Ich möchte mich an dieser Stelle vorab bei Ihren für Ihren rechtlichen Bestand bedanken.

Das Schreiben enthält keine Unterschrift (ist nicht unhöflich gemeint) und im Text keine Namen, da die Rechtsfälle im Internet veröffentlicht werden, und ich diesbezüglich gerne allen sich evtl. ergebenen Konflikten aus dem Weg gehen möchte.

Sollte ich mich an einer Stelle unklar ausgedrückt haben, oder die Situation nicht eindeutig beschrieben haben, würde ich mich freuen, wenn Sie die Möglichkeit nutzen würden und per E-Mail nachfragen.

Sehr geehrte Fragestellerin,

zu Ihrer Anfrage nehme ich wie folgt Stellung:


1.

Auf der Grundlage Ihrer Sachverhaltsschilderung rate ich von der Klageerhebung ab, da Ihre Erfolgsaussichten eher als gering anzusehen sind.


2.

Da Sie Schadenersatz von der Gegenseite verlangen, sind Sie dafür beweispflichtig, daß der Schaden an Ihrem Fahrzeug durch den LKW verursacht worden ist. Diesen Beweis werden Sie nicht führen können, da Ihnen keine Beweismittel (z. B. Zeugen) zur Verfügung stehen. Auch wenn es durchaus wahrscheinlich sein mag, daß der Stein vom LKW gegen Ihr Fahrzeug geschleudert worden ist, reicht das nicht aus, um eine Haftung der Gegenseite zu begründen. Vielmehr muß definitiv der Beweis erbracht werden, daß der LKW ursächlich für den Schaden an Ihrem Fahrzeug gewesen ist.


3.

Selbst wenn man unterstellte, daß der Stein vom LKW gegen Ihr Fahrzeug geschleudert wurde, müßte den Fahrer bzw. den Halter des LKWs ein Verschulden treffen. Von einem Verschulden könnte man z. B. ausgehen, wenn die Ladefäche des LKWs mit Steinen gefüllt gewesen wäre, ohne daß man die Ladung (z. B. durch Planen oder Netze) gesichert hätte. Auch hier würde es an einer Beweismöglichkeit fehlen.


4.

Da Sie die Beweislast dafür tragen, daß der Unfall durch die Gegenseite verursacht und verschuldet worden ist, würden Sie im Prozeßfall voraussichtlich beweisfällig bleiben. Das Gericht braucht also nicht einmal aufzuklären, woher der Stein gekommen ist. Die Klage würde mit der Begründung abgewiesen werden, daß nicht bewiesen werden konnte, daß der Schaden an Ihrem Fahrzeug durch die Gegenseite verursacht und verschuldet worden sei.

Ich bedaure, Ihnen keine günstigere Mitteilung machen zu können.


Mit freundlichen Grüßen

Gerhard Raab
Rechtsanwalt

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