Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Versicherung verweigert Regulierung - Unfallgegner verklagt Fahrer und Halter

27.09.2016 13:42 |
Preis: ***,00 € |

Verkehrsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Mario Kroschewski


Zur Sachlage:

Unser Sohn war am 08.08.15 als Fahrzeugführer mit dem auf meine Frau zugelassenen Fahrzeug an einem Unfall beteiligt.
Dabei wollte er Vorwärts und der Unfallgegner gleichzeitig Rückwärts in eine am seitlichen rechten Straßenrand gelegene Parklücke einparken. Laut Aussage meines Sohnes hatte er sein Fahrzeug leicht schräg zum stehen gebracht und der Unfallgegner ist Rückwärts gegen sein Fahrzeug gefahren. Bei dieser leichten Berührung ist das Fahrzeug meiner Frau unbeschädigt geblieben. Der linke hintere Kotflügel des Unfallgegners wies nach der Berührung eine Schramme auf.
Der Unfallgegner war nun aber der Meinung mein Sohn wäre gegen sein Auto gefahren und hat auf Regulierung bestanden. Wir haben dann den Unfall an die KFZ Versicherung gemeldet und nachfolgend unsere Aussagen dazu gemacht. Ein Zeuge betätigt die Version meines Sohnes. Ein anderer Zeuge aber die Version des Unfallgegners.
Die Versicherung hat dann wohl die Regulierung abgelehnt und alle Fristen (letzte 07.03.16) zur Schadensersatzleistung verstreichen lassen. Der Unfallgegner hatte bereits einen Anwalt eingeschaltet.
Am 12.05.16 ist dann eine Klageschrift bei uns eingegangen, in der mein Sohn als Fahrzeugführer und meine Frau als Fahrzeughalterin auf Schadensersatz verklagt werden. Der Termin zu Verhandlung wurde auf den 05.10.16 angesetzt. Mangels Zeit und juristischer Kenntnisse haben wir dann aber die Erwiderungsfrist (1 Monat) versäumt und die Versicherung erst am 20.09.16 vom Erhalt der Klageschrift in Kenntnis gesetzt. Wir waren davon ausgegangen, dass der Versicherung ebenfalls eine Klageschrift zugegangen war. Dem war aber wohl nicht so.
Die Versicherung war davon jedenfalls nicht begeistert.

Für uns stellt sich jetzt die Frage, wie wir weiter vorgehen sollen, um ggfs. Schaden abzuweisen bzw. zu begrenzen.

Mit freundlichen Grüßen

Sehr geehrter Ratsuchender,

Ihre Anfrage beantworte ich anhand Ihrer Angaben wie folgt. Grundsätzlich übernimmt Ihre Haftpflichtversicherung die Verteidigung bei einem Verkehrsunfall, so dass Sie sich nicht um einen Anwalt oder die Angabe von Verteidigungsmitteln sorgen müssen. Dieses ist in Ihren Fall jedoch, da die Haftpflichtversicherung nicht verklagt wurde, nicht geschehen. Die Haftpflichtversicherung muss nun auf Ihrer Seite den Prozess beitreten. Dieses ist beispielsweise im Rahmen der Nebenintervention möglich. Ich gehe davon aus dass Ihre Haftpflichtversicherung bereits einen entsprechenden Antrag gestellt hat.

Wichtig ist dass Sie sämtlich Daten (zum Beispiel den Namen des Zeugens der sich für Ihren Sohn ausgesprochen hat) Ihrer Haftpflichtversicherung übermittelt haben. Dieses gilt insbesondere da ich, nach Ihren Ausführungen, von einem schriftlichen Vorverfahren gemäß § 276 ZPO ausgehe. In diesen Fall hätten Sie eine Unfallschilderung Ihres Sohnes im Rahmen der Einlassungsfrist abgeben, sowie den Zeugen welcher für Ihren Sohn spricht als Zeugen benennen müssen.

Eine jetztige Benennung könnte möglicherweise als verspätetes Vorbringen nach § 269 ZPO angesehen werden. Folge hiervon wäre, dass Ihr Vorbringen nicht mehr ohne weiteres verwertet ist, wenn hierdurch der Prozess verzögert wird. Aber auch für diesen Fall gibt es eine Lösung:

Stellen Sie im Rahmen der Verhandlung ggf. keinen Antrag. Teilen Sie dem Gericht ausdrücklich mit, dass durch Sie kein Antrag gestellt wird. Insbesondere beantragen Sie keine Klageabweisung (Achtung: dieses wird vom Richter oft einfach "formell" runterdiktiert). Angaben zum Sachverhalt und zum Zeugen können sie dennoch tätigen.
Folge hiervon ist ein gegen Sie ergehendes Versäumnisurteil auf Grund fehlender Verhandlung (§ 331 ZPO i.V.m § 333 ZPO). Ihnen wird ein Versäumnisurteil zugestellt, gegen welches Sie nach § 339 ZPO innerhalb von 2 Wochen Einspruch einlegen können.
Achtung: Hier empfiehlt sich eine Einspruchseinlegung "vorab per Fax" oder per Einschreiben (Postlaufzeiten von bis zu 3 Tagen beachten).

Auf diese Weise können Sie, nach der Verhandlung, die Unfallversion Ihres Sohnes erneut schildern sowie den neutralen Zeugen angeben. Es würde zu einem neuen Termin kommen.

Bitte beachten Sie folgendes:

Jeglicher weiterer Schritt sollte mit Ihrer Haftpflichtversicherung abgesprochen werden. Diese wird für gewöhnlich auch einen Anwalt beim Verhandlungstermin stellen. Weitere Schritte müssten dann von Ihnen nicht mehr unternommen werden. Ansprechpartnerin Nummer 1 muss für Sie in der derzeitigen Situation die Haftpflichtversicherung sein.

Bei meinen Ausführungen gehe ich davon aus, dass bisher noch kein Versäumnisurteil, etwa auf Grund fehlender Verteidigungsanzeige, gegen Sie ergangen ist.

Sollte Ihre Versicherung dem Prozess nicht (!) beitreten und somit eine anwaltliche Vertretung auch Ihrer Interessen vor Gericht nicht erfolgen rate ich zur Beauftragung eines Kollegen vor Ort. Dieses ist jedoch unbedingt vorher mit der Versicherung abgesprochen werden.

Für Rückfragen stehe ich Ihnen jederzeit gerne, auch im Rahmen der kostenlosen Rückfragefunktion und telefonisch, zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen



Mario Kroschewski

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 73644 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
4,8/5,0
Als Nicht-Jurist kann ich natürlich die Qualität der Aussagen kaum bewerten, da vertraue ich einfach auf die Fachkompetenz des Anwaltes. Herr Richter hat aber extrem schnell und auch außerhalb der üblichen Arbeitszeiten reagiert ... ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Klare, gut verständliche und präzise Auskunft. Drei verschiedene Optionen werden exakt dargestellt. ...
FRAGESTELLER
4,6/5,0
Antwort war gut verständlich und hilfreich. ...
FRAGESTELLER