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Autounfall, welche Versicherung muss welchen Schaden bezahlen?

06.01.2015 16:13 |
Preis: ***,00 € |

Verkehrsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Arnd-Martin Alpers


Zusammenfassung: Gem § 7 Abs. 5 StVO darf ein Fahrstreifen nur gewechselt werden, wenn eine Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer ausgeschlossen ist. Kommt es aufgrund eines plötzlichen Spurwechsels zu einem Auffahrunfall, ist daher von einer hohen Haftungsquote oder Alleinhaftung des Spurwechslers auszugehen.

Hallo,

ich fuhr gestern auf der linken von 2 Fahrspuren hinter einem Taxi in der Stadt. Plötzlich ist von der rechten Spur ein Fahrer unvorhersehbar und blitzschnell auf die linke Spur vor den vor mir fahrenden Taxifahrer gefahren. Dieser konnte dank guter Reaktion bremsen. Mir hats leider nicht mehr gereicht und ich bin dem Taxifahrer reingefahren.
Der Fahrer, der die Spur gewechselt hatte, ist dann kurz ausgestiegen und hat geschaut und sich gefreut, dass er keinen Schaden am Fahrzeug hat und ist eingestiegen und weitergefahren. Das Kennzeichen hat der Taxifahrer zum Glück notiert.

Nun kam die Polizei und ich bin davon ausgegangen, dass ich Schuld habe; jedoch wollten sie mir kein Bußgeld geben; sie sagen, der Fahrer, der die Spur gewechselt hat, sei Schuld.

Habe ich nun auch einen Anspruch gegen den ursprünglichen Verursacher der Situation? Oder kann ich nur froh sein, dass ich kein Bußgeld zahlen musste?
( Mein Fahrzeug habe ich gestern bereits zum Verwerter gestellt und habe nur ein paar Fotos...)

Danke.

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich Ihnen wie folgt beantworte:

Nach Ihrer Schilderung ist nach meiner Auffassung jedenfalls nicht von einer alleinigen Haftung Ihrerseits auszugehen. Ob hier den Spurwechsler die alleinige Schuld trifft oder Sie anteilig haften, ist letztlich eine Frage der genauen Umstände und wird u.a. auch von der genauen Aussage des Taxifahrers abhängen.

Man wird Ihnen ein Verschulden anlasten, weil die Tatsache, dass der Taxifahrer noch bremsen konnte, zunächst nach der Rechtsprechung dafür spricht, dass Sie entweder keinen ausreichenden Sicherheitsabstand eingehalten haben oder unaufmerksam waren. Nach Ihrer Schilderung war dies aber nicht die Hauptursache für den Unfall, sondern dies war der Spurwechsel des Vorausfahrenden. Denn § 7 Abs. 5 StVO besagt: „In allen Fällen darf ein Fahrstreifen nur gewechselt werden, wenn eine Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer ausgeschlossen ist. Jeder Fahrstreifenwechsel ist rechtzeitig und deutlich anzukündigen; dabei sind die Fahrtrichtungsanzeiger zu benutzen." Wie letztlich auch der Zusammenstoß zeigt, war eine Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer hier gerade nicht ausgeschlossen. Dementsprechend kommt hier nach meiner Einschätzung eine Haftung des Spurchwechslers in einem Rahmen von durchaus 50-75 % in Betracht.

Denken Sie zunächst daran, den Sachverhalt Ihrer eigenen Haftpflichtversicherung mitzuteilen, damit diese nicht den Schaden am Fahrzeug des Taxis vollständig reguliert.

Im Übrigen würde ich empfehlen, Ihren eigenen Schaden beim Haftpflichtversicherer des Spurwechslers geltend zu machen, wozu natürlich nicht nur der reine Fahrzeugschaden, sondern auch Abschleppkosten, Nutzungsausfall, Kostenpauschale etc. gehören. Allerdings steht zu befürchten, dass diese nicht allein aufgrund von Fotos regulieren wird. Sie sollten sich daher überlegen, ggf. einen Gutachter zu beauftragen, der entweder anhand der Fotos den Schaden schätzen kann oder noch Zugriff auf das beim Verwerter befindliche Fahrzeug hat. Gerade wenn es sich offensichtlich um einen Totalschaden handelt, sollte die Ermittlung des entsprechenden Restwertes möglich sein. Beachten müssen Sie hierbei natürlich, dass auch der Gutachter Geld haben möchte und es daher im Zweifel natürlich am besten wäre, zuvor eine Zusage der Einstandspflicht der gegnerischen Versicherung zu haben, was hier aber vermutlich etwas dauern wird. Wenn Sie die Kontaktdaten des Taxifahrers haben, kann es für die schnellere Durchsetzung des eigenen Anspruchs hilfreich sein, wenn Sie von diesem eine kurze Schilderung des Unfalls erhalten würden, die Sie bei der Versicherung mit einreichen.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit dieser Antwort zunächst weiterhelfen und wünsche Ihnen viel Erfolg bei der Durchsetzung Ihrer Ansprüche.

Mit freundlichen Grüßen

Arnd-Martin Alpers
Rechtsanwalt

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