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Garantiefall bei der Autoreparatur?

07.08.2013 22:22 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Daniel Hesterberg


Zusammenfassung: Nacherfüllungs- und Gewährleistungsansprüche hinsichtlich eines Autos

Sehr geehrte Damen und Herren,

Derzeit befinde ich mich in einer Diskussion mit einer Autowerkstatt, welche mein Auto zur Reparatur hatte (Audi Vertragswerkstatt, jedoch als eigenständiges Unternehmen).
PKW: Audi A6, Automatik, BJ 2004

1.) Vor etwa einem Jahre ließ sich die Automatikschaltung nur noch per Notentriegelung schalten, woraufhin ich zu einer Werkstatt gefahren bin und diesen Defekt zur Reparatur in Auftrag gegeben habe.
Ursache hierfür war laut Werkstatt der Fahrstufensensor im Getriebesteuergerät. Diese Reparatur hat mir ca. 1300€ gekostet, da sehr viel Arbeitszeit für das "anlernen" des neuen Steuergerätes verbraucht wurde.
Für die zeitlichen Ausfälle meines PKW wurde mir ein gleichwertiger Werkstattwagen zur Verfügung gestellt inkl. 50km/Tag frei. Da ich aus beruflichen Gründen viel unterwegs bin wurden diese überschritten und
die dadurch entstandenen Kosten beglichen.

2.) Vor etwa 8 Wochen bemerkte ich, dass Öl aus dem Getriebe austrat und habe das Auto wieder in die selbe Werkstatt gebracht mit der Bitte zu prüfen ob es sich hierbei um ein Defekt aufgrund der vorherigen
Reparatur handelt. Dies wurde geprüft und negiert. Ein Auftrag zur Reparatur wurden von mir wieder erteilt und mir wurde wieder ein gleichwertiger Werkstattwagen gestellt, diesmal musste ich jedoch eine
Tagespauschale bezahlen, nebst den Mehrkilometern.
Alle entstandenen Kosten wurden von mir beglichen. (ca 800€)
Ursache für den Ölverlust war laut Werkstatt eine undichte Stelle zwischen Flansch und Getriebe. Diese wurde dann mit einer Art "Kitt" abgedichtet.

3.) Vor etwa 6 Wochen bemerkte ich wieder, dass Öl aus dem Getriebe ausgetretenen ist. Als ich unter das Auto geschaut habe fiel mir sofort auf, dass die Unterbodenverkleidung nicht fachgerecht
verbaut worden ist, woraufhin diese durch den Fahrtwind gegen die Fahrbahn gedrückt wurde und teilweise zerstört wurde.
Zudem stellte ich fest, dass wieder Öl aus der gleichen Stelle ausgetreten ist. Mit dieser Feststellung bin ich wieder in die selbe Werkstatt gefahren mit der Bitte den Defekt über eine entsprechende Garantie
zu beheben. Dies wurde mir dann verbal zugesichert. Ein Werkstattwagen war für einen Zeitraum von 3 Wochen notwendig, da ich mich zu diesem Zeitpunkt in einem neuen Projekt befand und entsprechende
Kundenpräsenz zeigen musste. Distanz zwischen meinem Kunden und der Werkstatt: ca 480km. Ein nicht gleichwertiger Werkstattwagen wurde mir für diesen Zeitraum zur Verfügung gestellt mit der Info das die
entstehenden Kosten über die Garantie abgewickelt werden, was wie sich nun herausstellt nicht der Fall ist. Aber dazu gleich mehr.
Nach mehrmaligem "Herum-Doktor´n" am Getriebe+Flansch durch die Werkstatt, bekam ich wieder einen Anruf in dem es hieß, dass ein Riss direkt an der Getriebeglocke entdeckt wurde (Verbindungssockel für die
Schrauben vom Flansch). Für mich absolut nicht glaubwürdig da Guss sehr empfindlich auf zu hohe punktuelle Krafteinflüsse reagiert. Mein Vorwurf gegenüber der Werkstatt war nun, dass der Riss durch die
Werkstatt verursacht wurde. Dies wurde durch die Werkstatt revidiert. Nach Kompromissversuchen meinerseits in denen beide Parteien zwar Kosten tragen müssten, aber man aus diesem Thema sauber rausgeht
verhärtete sich die Situation. Eine Kontaktaufnahme mit dem Chef war / ist bis heute nicht möglich gewesen. Ein Einschreiben mit der Bitte um Nachbesserung wurde zurückgewiesen mit dem sinngemäßen Inhalt:
"Wir haben ihr Auto nicht in Reparatur gehabt".
Stattdessen wurde mir eine Rechnung in Höhe von knapp 500€ für den Werkstattwagen zugestellt. Allerdings ohne Zahlungsfrist etc.
Um diese Situation auf persönlicher aber fachlicher Ebene zum Ende zu bringen habe ich mir "Urlaub" genommen, was für mich einen unnötigen Arbeitsausfall / Kapitalausfall als Freelancer bedeutete.
Ein Erfolg hat nicht stattgefunden. Es besteht keine Kooperation seitens Werkstatt.

Da ich mit dem nun defekten Auto nicht mehr fahren konnte, ich jedoch zwingend einen Wagen benötige habe ich mir einen neuen gebrauchten Wagen gekauft und musste den "Alten" weit unter dem Marktwert von
ca 6700€ verkaufen (2300€) aufgrund des Defektes.

Lege ich nun alle entstandenen Kosten übereinander summieren sich diese auf stolze 10700€ (inkl. Verkauf unter Marktwert, Werkstattwagen, erste Reparatur am Flansch, betrieblicher Kapitalausfall inkl. Fahrtkosten)

Meine Frage ist nun:
Gibt es eine Möglichkeit wenigstens einen Teil der entstandenen Kosten auf rechtlicher Ebene einzufordern und wenn ja wie?

Besten Dank schon mal vorab.

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegeben Informationen verbindlich wie folgt beantworten:


Wenn Sie ein Kraftfahrzeug bei einer Werkstatt in Reparatur geben, handelt es sich um einen so genannten Werkvertrag nach den §§ 631 ff. BGB.

Richtig war es hiernach, vorrangig (was das Gesetz derart auch vorsieht) von dem Recht auf Nachbesserung Gebrauch zu machen.

Denn vorher können Sie gar keine anderen Rechte geltend machen, da das Gesetz folgendes bestimmt (von zulässigen Regelungen in Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Reparaturwerkstatt einmal abgesehen, die ich aber nicht kenne):

§ 634 BGB - Rechte des Bestellers bei Mängeln:

"Ist das Werk mangelhaft [was sich hier definitiv bejahen würde, wenn man sich einmal die Mängelssymptome ansieht], kann der Besteller, wenn die Voraussetzungen der folgenden Vorschriften vorliegen und soweit nicht ein anderes bestimmt ist,

1.
nach § 635 [vorrangig] Nacherfüllung verlangen,

2.
nach § 637 den Mangel selbst beseitigen und Ersatz der erforderlichen Aufwendungen verlangen,

3.
nach den §§ 636, 323 und 326 Abs. 5 von dem Vertrag zurücktreten oder nach § 638 die Vergütung mindern und

4.
nach den §§ 636, 280, 281, 283 und 311a Schadensersatz oder nach § 284 Ersatz vergeblicher Aufwendungen verlangen.

Derzeit müssen Sie leider noch bei der Nacherfüllung bleiben und nach Voraussicht nach sicherheitshalber diesbezüglich eine weitere Frist zur Nacherfüllung setzen.

Der Unternehmer hat die zum Zwecke der Nacherfüllung erforderlichen Aufwendungen, insbesondere Transport-, Wege-, Arbeits- und Materialkosten zu tragen, was auch ein kostenlosen Ersatzwagen einschließt.

Sie können und sollten aber jetzt schon einen Anwalt Ihrer Wahl damit beauftragen, da die Gegenseite bereits in Verzug mit der Nacherfüllung ist.
Ersatzfähig sind dann auch die Anwaltskosten.

Eine Nachbesserung gilt nach dem erfolglosen zweiten Versuch als fehlgeschlagen, wenn sich nicht insbesondere aus der Art der Sache oder des Mangels oder den sonstigen Umständen etwas anderes ergibt.

Eine Unzumutbarkeit der Nacherfüllung (mit dem Recht, sofort zu mindern, zurückzutreten oder Schadens- und/oder Aufwendungsersatz zu verlangen) sehe ich hier noch nicht - nach meiner ersten Einschätzung jedenfalls.

Die Frage ist zudem, ob die Werkstatt schon jede Nachbesserung ernsthaft und endgültig verweigert hat, was zu dem gleichen Ergebnis führen würde, dass Sie sofort weitere Gewährleistungsrechte hätten.

Ich würde an Ihrer Stelle ganz sicher gehen, und schriftlich eine allerletzte Frist setzen, die Nacherfüllung in die Wege zu leiten.

In einem möglichen Prozess erleichtert dieses wesentlich die Chancen eines erfolgreichen Vorgehens.

Es macht auch jetzt schon Sinn, einen Anwalt einzuschalten, denn wenn der Schaden über 5000 € liegt, denn dann müssten Sie eine Klage vor dem Landgericht erheben, bei dem Anwaltszwang gilt.

Bis auf die Tatsache des Verkaufs des Wagens sehe ich gute Chancen, erfolgreich gegen die Werkstatt vorgehen zu können.

Die Notwendigkeit eines Verkaufs dürfte meiner ersten Ansicht nach nicht gegeben sein, zumindest nicht kausal verursacht durch das Verhalten der Werkstatt. Es dürfte mit einiger Sicherheit zum Beispiel in einem Prozess von der Werkstatt eingewendet werden.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Daniel Hesterberg, Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 08.08.2013 | 20:45

Sehr geehrter Herr Hesterberg,

vielen Dank für die schnelle und sehr detaillierte Antwort.
Folgende Fragen habe ich zu diesem Thema jedoch noch:

1.) Da ich mein alten Auto bereits verkauft habe, aufgrund der beruflichen Notwendigkeit, kann ich doch eigentlich keine weitere Aufforderung zur Nachbesserung zur Werkstatt senden, oder? Sollte es dennoch möglich sein zur Absicherung würde es Sinn machen bereits auf eine mögliche Einschaltung eines Anwaltes hinzuweisen?

2.) können Sie bitte folgendes näher Erläutern? Inwiefern kann die Tatsache des Verkaufes ein Hindernis sein, bzw. welche Argumente könnte die Gegenseite erbringen?

"Die Notwendigkeit eines Verkaufs dürfte meiner ersten Ansicht nach nicht gegeben sein, zumindest nicht kausal verursacht durch das Verhalten der Werkstatt. Es dürfte mit einiger Sicherheit zum Beispiel in einem Prozess von der Werkstatt eingewendet werden. "

3.) ein weiterer Punkt, der die Gesamtsituation etwas behindern könnte, ist die Tatsache, dass die Reparaturaufträge mündlich in Auftrag gegeben worden sind. Rechnungen liegen selbstverständlich vor. Wie ist ihre Einschätzung hierzu?

Besten Dank schon einmal vorab.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 08.08.2013 | 21:04

Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

vielen Dank für Ihre Nachfrage, die ich gerne wie folgt beantworte:

1.
Ja, das stimmt, dass ich leider übersehen - vielen Dank für Ihre Nachsicht und Ihr Verständnis.

So macht es in der Tat Sinn, eher auf die Unzumutbarkeit der Nachbesserung und die mehrmaligen Versuche hinzuweisen und einen Anwalt einzuschalten bzw. darauf hinzuweisen.

2.
Die Gegenseite könnte einwenden, dass es allein Ihre Sache war, den Wagen (letztlich freiwillig( zu verkaufen, was keinen Schaden als unfreiwilliges Vermögensopfer darstellt.

3.
Das Rechnungen vorliegen, die denn Reparaturauftrag jeweils ausweisen, auch deren Umfang etc., reicht vollkommen aus und wird kein Hindernis darstellen.

Ich hoffe, Ihnen damit weitergeholfen zu haben und wünsche Ihnen noch einen schönen Tag.

Mit freundlichen Grüßen

Daniel Hesterberg
Rechtsanwalt

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