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Fragen zur Schenkung von Bargeld

| 23.06.2013 00:50 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Beantwortet von


16:59
Sehr geehrte Damen und Herren,

da meine beiden Fragen sicher zwei unterschiedliche Rechtsgebiete betreffen, stelle ich das ganze unter "Generelle Themen" ein. Ich entschuldige mich im voraus, falls das falsch sein sollte und hoffe trotzdem auf eine fachkundige Meinung.

Meine Fragen beziehen sich auf folgenden Sachverhalt: Ich bin von meiner Großmutter als Alleinerbe ihres ganzen Vermögens eingesetzt. Dies ist nicht nur Barvermögen, sondern auch Immoblie. Aus Angst vor der derzeitigen Finanzlage und aus Misstrauen gegenüber den Banken hat meine Großmutter schon vor einiger Zeit das fällige Geld einiger ihrer Sparkonten zuhause in Bar gelagert. Vor kurzem erhielt ich eine größere Summe davon, da das Geld wie schon beschrieben künftig sowieso für mich gedacht ist.

Frage 1 wäre: Muss ich für diese Schenkung irgendeine Steuer bezahlen?

Es steht mir bald die Bezahlung einer höheren Rechnung bevor, welche mit dem Geld kein größeres Problem darstellt. Aber grundsätzlich habe ich natürlich nie eine hohe Summe auf mein Girokonto in Bar eingezahlt. Ich habe nun gelesen, dass das Geldwäschegesetz ein erfassen des Einzahlers ab einer Summe von 15.000 Euro verlangt. Die im Raum stehende Summe liegt auf jedenfall darunter. Trotzdem würde das der Bank sicherlich etwas komisch vorkommen, woher ich auf einmal soviel Geld in Bar habe. Und eine Verdachtsanzeige bezüglich Geldwäsche wäre im Bereich des möglichen, das ist jedenfalls meine Befürchtung.

Dies bringt mich auch zu Frage 2: Muss ich eine schriftliche Bestätigung meiner Großmutter haben, dass das Geld wirklich von ihr ist und sie es mir geschenkt hat? Denn ich habe nicht unbedingt Lust auf Besuch von der Polizei, oder einem Brief von der Staatsanwaltschaft, dass mich jemand einer Straftat verdächtigt, obwohl ich nichts gemacht habe! Vielen Dank für Ihre Hilfe!
23.06.2013 | 01:51

Antwort

von


(1940)
Brandsweg 20
26131 Oldenburg
Tel: 0441-7779786
Web: http://www.jan-wilking.de
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Sehr geehrter Ratsuchender,

gerne beantworte ich Ihre Anfrage unter Berücksichtigung Ihrer Sachverhaltsschilderung und Ihres Einsatzes wie folgt:

Zu 1.

Gemäß § 16 Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetz gilt für eine Schenkung an einen Enkel folgender Freibetrag: „Steuerfrei bleibt [...] der Erwerb […]
3. der Kinder der Kinder im Sinne der Steuerklasse I Nr. 2 in Höhe von 200 000 Euro;

Nur was nach Abzug dieses Freibetrages vom Vermögenswert übrig bleiben würde, ist erbschafts- bzw. schenkungssteuerpflichtig. Kurz gesagt: Jede Schenkung bis 200.000 Euro bleibt steuerfrei. Sollte die Schenkung diesen Betrag übersteigen, finden Sie zur Berechnung der fälligen Steuern im Internet diverse Schenkungssteuerrechner, z.B. unter http://www.steuertipps.de/anlegen-vererben-spenden/erben-schenken/erbschaftsteuerrechner

Zu 2.

Die von Ihnen genannte Grenze von 15.000,- Euro, die in Teilbereichen auch nur 1.000,- Euro betragen kann, löst zunächst einmal nur die in § 3 Geldwäschegesetz aufgeführten allgemeinen Sorgfaltspflichten aus, in erster Linie Identifikationsfeststellung (vgl. § 4 Geldwäschegesetz) der handelnden Person. Wobei sich diese Regelungen in § 3 Geldwäschegesetz aber grundsätzlich nur auf außerhalb der laufenden Geschäftsbeziehungen stattfindende Transaktionen bezieht. Unabhängig von der Höhe der Transaktion verpflichtet § 11 Geldwäschegesetz zur Meldung, wenn Tatsachen vorliegen, die darauf hindeuten, dass es sich bei Vermögenswerten, die mit einer Transaktion oder Geschäftsbeziehung im Zusammenhang stehen, um den Gegenstand einer Straftat nach § 261 des Strafgesetzbuchs handelt oder die Vermögenswerte im Zusammenhang mit Terrorismusfinanzierung stehen.

Bei einer Einzahlung von unter 15.000 Euro bei Ihrer Hausbank, mit der Sie in laufender Geschäftsbeziehung stehen, brauchen Sie diesbezüglich aber keine Sorgen zu haben. Dennoch kann es nicht schaden, wenn Sie sich die Schenkung von Ihrer Großmutter schriftlich bestätigen lassen, sollte es wider Erwarten doch zu Nachfragen kommen.



Ich hoffe, Ihnen eine erste hilfreiche Orientierung ermöglicht zu haben. Bei Unklarheiten benutzen Sie bitte die kostenfreie Nachfragefunktion.

Bedenken Sie bitte, dass ich Ihnen hier im Rahmen einer Erstberatung ohne Kenntnis aller Umstände keinen abschließenden Rat geben kann. Sofern Sie eine abschließende Beurteilung des Sachverhaltes wünschen, empfehle ich, einen Rechtsanwalt zu kontaktieren und die Sachlage mit diesem bei Einsicht in sämtliche Unterlagen konkret zu erörtern.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Jan Wilking

Rückfrage vom Fragesteller 23.06.2013 | 16:31

Sehr geehrter Herr Rechtsanwalt Wilking,

vielen Dank für Ihre Antworten, zu denen ich jeweils eine Nachfrage hätte:

Zu Frage 1:

Verstehe ich Sie richtig, dass hier ausschließlich eine eventuelle Schenkungssteuer fällig wäre, sofern der Betrag über 200.000 Euro liegt (was er nicht tut). Also ist die Schenkung nicht Einkommenssteuerpflichtig und muss in der Erklärung nicht auftauchen?

Zu Frage 2:

Ich würde kurz Ihre Antwort so wieder geben, wie ich das verstanden habe und Sie korrigieren mich bitte, wenn ich falsch liege:

Ich habe Sie so verstanden, dass ich mit 10.000 Euro in Bar (das wäre der Einzahlungsbetrag) zu meiner Hausbank gehen könnte und das Geld meinem Girokonto gut schreiben kann. Nachfragen woher ich das habe, oder ein späterer unangenehmer Kontakt mit Strafverfolgungsbehörden sind nicht zu erwarten, aber für den Fall des Falles würde es nicht schaden etwas schriftliches von meiner Großmutter in der Hand zu haben. Habe ich das so richtig verstanden?

Herzlichen Dank nochmal!

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 23.06.2013 | 16:59

Vielen Dank für Ihre Nachfragen, die ich wie folgt beantworten möchte:

Solange der Freibetrag nicht erreicht wird (wobei ggf. aber auch Schenkungen aus den Vorjahren berücksichtigt werden müssen), fällt keine Schenkungssteuer an. Sowohl Sie als auch Ihre Großmutter müssen die Schenkung aber binnen 3 Monaten dem Finanzamt anzeigen, siehe § 30 ErbStG . Weitere Details hierzu finden Sie z.B. hier: http://www.steuertipps.de/anlegen-vererben-spenden/erben-schenken/geld-verschenken-unter-dem-freibetrag-das-finanzamt-ist-trotzdem-neugierig

Die Antwort zu Frage 2 haben Sie korrekt verstanden.


Ich hoffe, ich konnte Ihnen weiterhelfen und wünsche noch einen angenehmen Sonntagabend.

Mit freundlichen Grüßen

Bewertung des Fragestellers 23.06.2013 | 17:13

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