Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Frage zum Vertragsrecht

| 06.10.2011 12:13 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden
Sehr geehrter Herr Mack,
zunächst einmal die Frage: Welche Kosten kommen auf mich zu, wenn Sie mir die folgende Frage beantworten?

Es handelt sich um Folgendes in Stichworten:
Wir suchten eine Küchengardine, suchten in Einrichtungshäusern und landeten in einem Fachgeschäft.
Bevor ein Angebot erstellt wurde, wurde meine Frau genötigt zu unterschreiben, daß wir EUR 150,- plus Mwst zu zahlen hätten, wenn das Angebot nicht angenommen werden sollte.
Meine Frau unterschrieb, denn sie wollte ja das Angebot.
Das Angebot belief sich auf 1342,- EUR. So etwas machen wir nicht für den Behang von zwei Küchenfenstern. Wir lehnten ab und erhielten postwendend eine Rechnung über EUR 178,-. mit einem zweiten Angebot über 861,- obwohl wir bemerkt hatten in Verbindung mit der Ablehnung des ersten Angebotes, daß wir mit einem Angebot von höchstens EUR 500,- gerechnet hätten.
Die Zahlung der EUR 178,- habe ich abgelehnt und Bereitschaft bekundet, EUR 75,- inkl. Mwst zu zahlen.
Frage: Müssen wir die EUR 178,- zahlen?
Gerne hören wir von Ihnen.
Mit freundlichen Grüßen

06.10.2011 | 13:34

Antwort

von


(1950)
Brandsweg 20
26131 Oldenburg
Tel: 0441-7779786
Web: http://www.jan-wilking.de
E-Mail:
Diesen Anwalt zum Festpreis auswählen Zum Festpreis auswählen

Sehr geehrter Ratsuchender,

gerne beantworte ich Ihre Anfrage unter Berücksichtigung Ihrer Sachverhaltsschilderung und Ihres Einsatzes wie folgt:

Zunächst vorweg: Da Sie nicht den Weg einer Direktanfrage an den Kollegen Mack gewählt haben, sondern Ihre Frage im allgemeinen Bereich eingestellt haben und mir diese Frage zugeteilt wurde, erlaube ich mir, diese zu beantworten. Die Kosten für die Beantwortung richten sich gemäß den Nutzungsbedingungen dieser Plattform nach dem von Ihnen bereits ausgelobten Honorar.

Zu Ihrer Frage: Der Gesetzgeber hat mit § 632 Abs. 3 BGB den Regelfall definiert und klargestellt, dass Kostenvoranschläge dann, wenn keine andere ausdrückliche Vereinbarung getroffen ist, als vorvertragliche Leistung unentgeltlich zu erfolgen haben. Kostenvoranschläge sind nur dann vergütungspflichtig, wenn dies vor Annahme des Angebots in einer ausdrücklichen (vom eigentlichen Auftrag unabhängigen) und unmissverständlichen Vereinbarung mit dem Kunden geregelt wird (BGH, 03.12.1981 - <a href="http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VII%20ZR%20368/80" target="_blank" class="djo_link" title="BGH, 03.12.1981 - VII ZR 368/80: Werkvertrag - Bearbeitungsgebühr für Kostenvoranschlag">VII ZR 368/80</a> ). Eine formularmäßig bestimmte Vergütungspflicht von Kostenvoranschlägen ist dagegen mit dem wesentlichen Grundgedanken der Regelung des § 632 Abs. 3 BGB nicht zu vereinbaren, benachteiligt den Kunden deshalb unangemessen und ist unwirksam (OLG Karlsruhe, 29.12.2005 - <a href="http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=19%20U%2057/05" target="_blank" class="djo_link" title="19 U 57/05 (2 zugeordnete Entscheidungen)">19 U 57/05</a> ). Sollte es sich also um einen einseitig vorformulierten Text gehandelt haben, der regelmäßig vom Fachhändler gegenüber seinen Kunden verwendet wird, besteht daher durchaus die Möglichkeit, das die Vereinbarung unwirksam ist

Wenn Ihre Frau allerdings eine individuelle Vereinbarung dahingehend unterschrieben hat, dass der Kostenvoranschlag bei Nichtannahme des Angebotes mit 150,- EUR netto zu vergüten ist, so unterfällt eine solche Vereinbarung zunächst einmal der Vertragsfreiheit und ist grundsätzlich wirksam. Da Sie schreiben, dass Ihre Frau zur Unterschrift „genötigt" wurde, die Vereinbarung zu unterschreiben, ist die Vereinbarung aber möglicherweise wegen Täuschung oder Drohung anfechtbar (§ 123 BGB ). Des Weiteren kommt in Betracht, dass der Vertrag gem. § 134 BGB wegen Verstoßes gegen ein Verbotsgesetz (Nötigung, § 240 StGB ) unwirksam ist. Auch kommt eine Unwirksamkeit des Vertrages gem. § 138 Abs. 1 BGB wegen Sittenwidrigkeit in Betracht. Gem. § 138 Abs. 2 BGB ist insbesondere ein solches Rechtsgeschäft sittenwidrig, welches unter Ausbeutung der Zwangslage, der Unerfahrenheit, des Mangels an Urteilsvermögen oder der erheblichen Willensschwäche eines anderen entsteht und bei welchem die Leistung in einem krassen Missverhältnis zur Leistung steht. Da es sich hierbei aber stets um Ausnahmen vom bereits genannten Grundsatz der Vertragsfreiheit handelt, müssen schon besondere Umstände vorliegen, damit diese greifen. Ein einfaches „Drängen" zum Vertragsschluss reicht nicht aus.

Zusammenfassend: Grundsätzlich ist Ihre Frau an die getroffene Vereinbarung gebunden (pacta sunt servanda - Verträge sind einzuhalten) und muss die Vergütung bezahlen. Lediglich wenn einer der oben genannten Ausnahmetatbestände greifen sollte oder die Vergütungsvereinbarung als Allgemeine Geschäftsbedingungen des Fachhändlers einzustufen wären (was beides ohne Kenntnis aller Details im Rahmen dieser Erstberatung leider nicht abschließend beurteilt werden kann), wäre die Vereinbarung unwirksam bzw. könnte durch Anfechtung rückwirkend vernichtet werden. In diesem Fall würde eine Vergütungspflicht natürlich nicht bestehen und die Forderung müsste nicht beglichen werden.


Ich hoffe, Ihnen eine erste hilfreiche Orientierung ermöglicht zu haben. Bei Unklarheiten benutzen Sie bitte die kostenfreie Nachfragefunktion.

Bedenken Sie bitte, dass ich Ihnen hier im Rahmen einer Erstberatung ohne Kenntnis aller Umstände keinen abschließenden Rat geben kann. Sofern Sie eine abschließende Beurteilung des Sachverhaltes wünschen, empfehle ich, einen Rechtsanwalt zu kontaktieren und die Sachlage mit diesem bei Einsicht in sämtliche Unterlagen konkret zu erörtern.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Jan Wilking

Bewertung des Fragestellers 08.10.2011 | 12:14

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Eine sehr schnelle Antwort auf meine Frage."
Mehr Bewertungen von Rechtsanwalt Jan Wilking »
BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 08.10.2011
4,2/5,0

Eine sehr schnelle Antwort auf meine Frage.


ANTWORT VON

(1950)

Brandsweg 20
26131 Oldenburg
Tel: 0441-7779786
Web: http://www.jan-wilking.de
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Internet und Computerrecht, Vertragsrecht, Kaufrecht, Urheberrecht, Arbeitsrecht, Wettbewerbsrecht, Medienrecht, Miet und Pachtrecht